Kaum hat die Koalition die Vorschläge für das 50 Mrd.-Paket verabschiedet, wird es auch schon wieder verrissen, nicht nur von der Opposition, sondern auch von namhaften Volkswirten. Hier wird z.B. analysiert, dass die Entlastungen für den Einzelnen viel zu gering sind, um einen messbaren Konsumeffekt zu haben. Ich würde das nicht als die „übliche Lamentiererei“ abtun, sondern wir wissen aus der Wirtschaftsgeschichte (auch neuere, z.B. in den USA), dass Abgabenerleichterungen in Rezessionen vor allem die Staatskasse belasten, aber sonst keinen messbaren Effekt zeitigen. Ich persönlich hätte vielleicht 25 EUR monatlich mehr in der Tasche. Soll ich nun in einen Konsumrausch verfallen oder soll das die Stimmung heben? Ach so, ab Juli… Na, dann… Dann scheint zumindest die Sonne und die Stimmung steigt von ganz allein.
Die Abwrackprämie hat zumindest in Frankreich funktioniert, aber deren Autoindustrie bzw. auch die Autofahrer sind anders strukturiert: Wer fährt schon einen 9 Jahre alten Wagen, um sich dann gleich einen neuen Mercedes zu kaufen? Weltfremd das. Die Abwrackprämie wird wahrscheinlich den deutschen Herstellern nicht viel nützen. Mehr dazu hier.
Was bleibt, ist das 18 Mrd.-Infrastrukturpaket. Und das ist auch das, was Keynes meinte: Der Staat muss selber investieren. Nun sind 18 Mrd. EUR 0,7% vom BIP. Das ist nicht wenig, aber relativ gesehen nicht viel, wenn wir ein Rückgang des BIPs von 2-4% erwarten. Schlimm, dass fast alle wissen, dass dies Ergebnis dem Wahlkampf geschuldet ist… Egal. Genug gemeckert und in die Hände gespruckt. 😉
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