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Der Zusammenhang zwischen Klickhäufigkeit (CTR) und Position eines Eintrags in den Suchmaschinenergebnissen: So können Sie ihre Performance selber ermitteln.

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Wie ist der Zusammenhang zwischen Klickhäufigkeit und Position eines Eintrags in den Suchmaschinenergebnissen – bezogen auf eine Suchphrase?

Zu dieser Frage wird schon seit gut fünf Jahren immer wieder eine AOL-Studie (Quellen siehe Linkliste unten) zitiert. Diese belegt, dass 42% der Nutzer auf den ersten Link der Suchergebnisse klicken und auf den unteren Positionen die Klickhäufigkeit dramatisch abnimmt. Andere Untersuchungen kommen auf eine weniger stark abfallenden Kurve, belegen aber die gleiche Tendenz: Je besser das Ranking, desto höher die Klickwahrscheinlichkeit. Und: Die erste Seite der Suchergebnisse ist enorm wichtig.

Der Punkt dabei: Die Zahlen aus den Studien können nicht verallgemeinert werden. Meine These ist, dass die zum Teil signifikanten Unterschiede starkt beeinflusst werden von Faktoren wie Darstellung und Informationsgehalt eines SERP-Eintrags (SearchEngineRankingPosition), vom Wettbewerb (andere Ergebnisse), vom Thema usw.

Um so interessanter wäre es doch herauszufinden, wie die Ergebnisse der eigenen Website in diesem Zusammenhang performen? Und dazu gibt es eine einfache Lösung: Die Google Webmaster Tools.

Die Webmaster Tools sind kostenlos und eigentlich für jeden Websitebetreiber zu empfehlen, weil sie Feedback über mögliche Probleme bei der Suchmaschinenauffindbarkeit liefern.

Die für uns interessante Statistik findet sich unter dem Menüpunkt Traffic / Search Queries. Hier werden folgende relevante Faktoren angezeigt:

  • Suchbegriffe (nach denen in Google gesucht wurde)
  • Impressions (Anzahl der Anzeigen der jeweiligen Website auf den Suchergebnisseiten)
  • Clicks (Klicks auf die Suchergebnisse, die zur Website führen)
  • Average Position (Durchschnittliche Platzierung des Eintrags in den Suchergebnissen)

Alle Ergebnisse lassen sich in eine Excel-Tabelle exportieren. Das folgende Beispiel zeigt eine Analyse von zwei Websites, die wir für einen Kunden betreuen. Dazu haben wir die Ergebnisse in einem Punktdiagramm dargestellt (Y= Click Through Rate, X=SERP, rote Punkte sind von Website 1, blaue Punkte von Website 2):

CTR und SERP

Zusammenhang CTR und SERP

Zur Vereinfachung haben wir die durchschnittlichen CTRs in einer Tabelle zusammengefasst:

SERP CTR
1 34,50%
2 21,30%
3 17,90%
4 12,60%
5 12,20%
6 8,60%
7 6,90%
8 5,80%
9 5%
10 2,50%

Zusammengefasst sieht man Folgendes:

  1. Die Tendenz inkl. der Größenordnungen entsprechen denen aus den anderen Studien, allerdings ist der Abfall nicht so steil. Trotzdem zeigt sich auch hier: Die Top 5 Suchergebnisse kommen auf eine fünf mal so hohe Klickhäufigkeit wie die Positionen 6-10.
  2. Die Varianz ist viel größer als viele Studien suggerieren: Bei bestimmten Keyword-Kombinationen kann es durchaus sein, dann man trotz erster Position nur auf eine CTR von 5% kommt, umgekehrt kann auch die siebte Position eine CTR von 25% bringen! Ein Muster konnten wir nicht feststellen.
  3. Um auf eigene Botschaften aufmerksam zu machen, ist die Platzierung unter den Top 10 extrem wichtig! Schafft man es also nicht in die organischen Ergebnisse, müssen andere Mittel und Wege gefunden werden, z.b. über SEM.

Weiterführende Untersuchungen zum Thema:

Autor: Joerg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. Er baute die Online Unit der führenden deutschen PR-Agentur Kohtes Klewes mit auf, die später als ECC Online Relations firmierte. Zwischen 2000 und 2004 war er Managing Partner und Geschäftsführer von ECC Online Relations (jetzt KetchumPleon). In den vergangenen 19 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

5 Kommentare

  1. Hi,
    ich bin schon seit geraumer Zeit dabei meine Besucherquoten zu erhöhen. Und dabei lese ich immer wieder solche Artikel. Jetzt wollte ich endlich mal fragen, denn da kann etwas nicht stimmen.
    Meine Website ist mit dem Suchbegriff -Games for free- auf Platz 5 der SERP’s in google.de.
    Das Keywordtool sagt das es 1.220.000 monatliche LOKALE Suchanfragen gibt. Selbst wen ich nur 2% der Suchenden bekommen würde, wären es 24400, oder kann ich nicht rechnen?
    Nun, laut Analytics sind die Besucher zu dem Suchbegriff grade mal 30. Also stimmt da was nicht, oder verstehe ich da was falsch?

    lg
    Stavros

  2. Hi, in der Tat ist das komisch. Gerechnet ist das schon richtig und 30 Clicks bei 1,2 Mill. Impressions ist extremst wenig. Das sind gerade mal 0,02%! Der Traffic Estimator konnte mir da jetzt auch nicht helfen, demnach käme ich bei einer Google Anzeige mit den Keywords auf eine CTR von 0,5% (bei Position 2 und 4€ CPC).
    Es muss also einen anderen Grund haben, der evtl was mit dem Marktumfeld oder mit dem Thema zu tun hat. Vermute ich mal.

    Sorry, dass ich nicht wirklich helfen konnte. Aber selbst, wenn die Blogposts (so auch meiner) Humbug wären (ich weiss, das hast Du nicht gesagt, aber nur so als Gedanke) und die Raten nur 1/10 von dem wären, was geschrieben wird, wäre eine CTR 0,02% immer noch meilenweit davon weg. :/

  3. Hi,

    danke für die Antwort.
    Nun, ich dachte schon, dass die Angaben im Keywordtool von google, nicht real sind und es daran liegt.
    Am besten mache ich eine Analyse der Angebote der Mitbewerber. Dann passe ich die Inhalte an. Mal kucken, was sich dann ändert.

    Schade das es nicht meine eigene Website ist, sondern der Agentur, für die ich arbeite und ich nicht genug Freiraum habe.

    Im SEO und CRO gibt es ausfregende Sacdhen, die man anwenden kann. Nochmal schade das keiner in die Zukunft investieren will.

    lg
    Stavros

  4. So ich habe mal ein Bisschen tiefer geschaut!

    Nun, außer chip de sind alle Seiten mit Englischsprachigen Snippets versetzt, die auch Einladen sind, eine Aktion durchzuführen. Mein Snippet ist nur auf SEO optimiert. Es ist zwar komisch das ausgerechnet bei google.de Seiten in Englischer Sprache ranken, aber der Begriff – games for free- ist ein rein englische Begriff.

    Fazit

    Rankings alleine reichen nicht aus um bessere Konversionen zu erreichen. Es spielen mehr Faktoren eine Rolle als SEO. Das Beste ist es ein Team zu haben, das auch mach dem TMS optimal zusammengestellt ist. Aber soll man erst mal Jemanden finden der Bereit ist so ein Team zu sponsern.

    Danke auf jeden Fall für die Unterstützung.

    lg
    Stavros

  5. @ Stavros Kourtidis : Wenn du das Keyword Tool bedienst, dann muss du es auch richtig einstellen. Die 1 Million Suchanfragen sind bei weitgehender Schaltung (Übereinstimmungstyp). Wenn du jetzt den Übereinstimmungstyp abänderst auf Exact, dann erhältst du 720 Suchanfragen, pro Tag also 24 Suchanfragen.

    Grüße
    Wjatscheslaw

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