K12

K12 @ re:publica 2013 – Tag 2

| 2 Kommentare

Nach einem langem zweiten Tag auf der re:publica endlich und total geschafft zurück im Hotelzimmer. Der Tag hatte einige interessante Sessions und Speaker zu bieten – und auch ein paar weitere Aha-Momente.

Zum Beispiel: Einfach mal im Foyer auf einem der Sitzklötze Platz nehmen, Smartphone und Programmheft beiseite legen und sich das Treiben mal 20 Minuten in Ruhe anschauen. Wie Schuppen fiel es mir da heute von den Augen, wie viele „Internet-Menschen“ sich überhaupt in dieser riesigen, schönen Location bewegen. Alle natürlich hektisch durch die Gegend rennend, mit Blick auf Smartphone und Programmheft. Mein Plädoyer: Auch wenn es die re:publica ist, öfter mal weg mit den Scheuklappen und ganz analog umhergehen und beobachten. Die Twitter-Timeline kann man – und das ist ja das schöne daran – auch später nachlesen!

Inhaltlich habe ich es heute mal etwas spontaner angehen lassen – und hatte dabei an manchen Stellen sehr viel Glück, an manchen weniger. Hier wieder eine Auswahl meiner besuchten Sessions:

Unser Blog soll schöner Werden

Für mich zählt netzpolitik.org zu den wertvollsten Angeboten, die die deutschsprachige Blogosphäre derzeit zu bieten hat. Insbesondere Markus Beckedahl, u.a. Mit-Begründer der re:publica, und sein Kollege André Meister machen hier mit ihrem Team einen so guten Job, dass sich das Blog mittlerweile als „kleines Massenmedium“ etabliert hat – nur leider mit Finanzierungsschwierigkeiten. Umso interessanter, welche Lösungsmöglichkeiten Beckedahl auf der re:publica präsentiert. Authentisch hat er dargelegt, dass es den Autoren hauptsächlich darum gehe, gut und investigativ zu bloggen, und zwar als frei zugängliches Medium. Die neue Lösung, die sich nun neben den bisherigen User-Spenden bewährt hat: frewilliges Bezahlen der Leser je Artikel nach dem Paywall-Modell der taz. Ich freue mich, wenn sich dieses System bei netzpolitik.org weiterhin durchsetzt – und vor allem, wenn der Anteil der weiblichen Leser zunimmt (8 Prozent sind definitiv zu wenig!).

Das vernetzte Auto

Als Agentur mit einigen Kunden aus dem Automotive-Sektor sollte man auf diesem Gebiet natütlich up to date bleiben. Dieter Zetsche von Daimler stellte sich in diesem Interview den Fragen von Martin Randeloff. Im Publikum zeigte sich Zustimmung zu Daimlers car2go-Projekten, allerdings auch Skepsis gegenüber vollautomatisierten Fahrzeugen: Nur die Hälfte der Zuhörer würde es sich trauen, in ein solches Auto bei Tempo 150 auf der Autobahn zu steigen. In Sachen Vertrauen/Aufklärung muss hier also noch einiges passieren.

Heute aufwachsen in Digitalistan

Kinder, die heute ganz selbstverständlich teilweise im Web groß werden, stehen uns Erwachsenen in Sachen Engagament teilweise in nichts nach. Manuela Schauerhammer, freie PR-Beraterin, kennt die Best Cases: Ein Kind beschwert sich per Brief bei einem Unternehmen, die Eltern stellen dies auf einem Blog ein und schon startet ein Shitstorm. Ein Schulkind postet täglich ein Foto von seinem spärlichen, ungesund und trist erscheinendem Schul-Essen und löst damit eine öffentliche Debatte aus. Schüler gründen Online-Schülerzeitungen und und und. Kinder können also auch „dieses Engagement“ – und sind dabei sogar häufig erfolgreicher als wir Erwachsenen selbst.

Saisonrückblick Social-Media-Recht

Hier möchte ich inhaltlich gar nichts wiedergeben, da dies zu sehr in die Tiefe grhrn würde. Festzuhalten bleibt vor allem: Ein tolles Duo aus den beiden Rechtsanwälten Henning Krieg und Thorsten Feldmann, die sich kongenial durch die wichtigsten Social-Media-Rechtsangelegenheiten des vergangenen Jahres arbeiteten. Große Nachfrage gab es vor allem zum Thema Bildrechte. Wann darf ich etwas teilen/embedden/verlinken? Ein Grundsatz, den wir uns alle merken sollten: Nur weil etwas technologisch erlaubt ist, heißt es noch lange nicht, dass ich es auch machen darf. Vorsicht ist also geboten bei Sharing-Funktionen und Thumbnails, z.B. bei der Verlinkung von Websites auf Facebook. Aber: Krieg zufolge nerve der überzogene Alarmismus der Web-2.0-Rechtsanwälte mittlerweile sehr. Ein Plädoyer für gute Informiertheit, aber auch einen gewissen Grad Entspanntheit.

Ohne Jauch geht’s auch

Sich über die Jauch-Talkshow am Sonntagabend zu enervieren, ist momentan ziemlich in. So auch bei Sue Reindke (@happyschnitzel), die gerne eine Diskussion unter Experten auf die Beine stellen wollte, die sich mit dem Thema „Human Ressources/Relations“ beschäftigt und vor allem bei den Zuschauern mehr punkten soll als die Jauch-Alternative. Das brilliant besetzte Podium (mit Joachim Hasebrook, Teresa Bücker, Anke Domscheit-Berg, Stefan Sell) hat seinen Dienst erfüllt, die Moderatorin Sue Reindke aus meiner Sicht allerdings nicht. Ist wohl doch nicht so leicht, hm? Mher gibt’s bei Twitter unter dem Hashtag #OJGA.

Sehr leicht hingegen ist es nun, ins Bett zu fallen und sich fit zu schlafen für den dritten und letzten Tag der re:publica 2013.

 

2 Kommentare

  1. Wie funktioniert denn das Paywall-System der taz? Oder war hier Paypal gemeint?

  2. Paywall ist der offizielle Name. Beim Aufrufen eines Artikels wird der Leser gefragt: „Ist Ihnen der Artikel etwas Wert?“ Der Leser kann dann u.a. angeben: „Ja, ich möchte freiwillig für den Artikel zahlen.“ – Teste z.B. doch mal hier: http://www.taz.de/Netzkonferenz-republica-2-Tag/!115920/ ;)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


5 × fünf =