Campaigning, Change, Enterprise 2.0, Innovationskommunikation - Verfasst von Joerg Hoewner am Donnerstag, 18.01.2007 17:47 - 2 Kommentare
Intranet-Implementierung ist Change Management
Autor: Jörg Hoewner
Bianca Wong von der Interactive Agentur Prescient Digital Media hat zwei schöne Artikel darüber geschrieben, dass zu jeder Intranet-Implementierung (dasselbe gilt auch für Enterprise 2.0 oder SAP oder irgendein anderes, komplexes System) oder zu einem Relaunch ein Change Management Prozess aufgesetzt werden sollte. System-Implmentierungen größeren Stils sind Veränderungsprozesse.
In einem Artikel (“They won’t go changin’ just to please you: change management strategies to support intranet adoption”) bezieht sie sich auf eine Umfrage von ProSci unter 327 Unternehmen, nachdem “Resistance to change” am weitaus häufigsten als Hindernis zu einem erfolgreichen Projekt genannt wird. Akzeptanz – also das Gegenteil davon – ist aber Voraussetzung, um überhaupt von einem erfolgreichen Projekt zu sprechen: “After all, if the solution is brilliant and no one uses it – what’s the benefit?” und so bringt sie es in der Formel auf den Punkt:
Effectiveness = Quality (of the solution) X Acceptance
In einem weiteren Beitrag (“Managing positive intranet change: Watch out for the J Curve”) spricht Sie in diesem Zusammenhang von einem zusätzlichen Problem, der sogenannten “J-Kurve”. Gesetzt den Fall, man setzt einen soliden Change Prozess auf, um einen internen IT-System-Wechsel zu unterstützen, dann wird man in der Roll out-Phase vor ein zusätzliches Problem gestellt: “This is the dreaded but inevitable “J Curve” effect – which means whenever you introduce change into an established system, things will usually get worse before they get better.”
Bei einem roll-out eines neuen Systems sind Erwartungen naturgemäß hoch, aber unweigerlich tauchen Probleme auf, Bugs und kleinere Usability Flaws, Dinge sind nicht mehr dort zu finden, wo sie vorher waren, Bedienungen ändern sich, Bookmarks funktionieren nicht mehr, etc.. Genug, um Frustration aufzubauen und Akzeptanz zu ersticken.
Und hier kommt es auf eine Kommunikation an, die die Nutzer darauf vorbereitet bzw. gerade diese Phase konstruktiv unterstützt. Leider geht Bianca Wong nicht mehr auf das “Wie” ein. Trotzdem lesenswert.
Bei PrescientDigital wird übrigens auch ein nettes, kostenloses Whitepaperchen “Finding ROI: Measuring Intranet Investments” angeboten.
Verwandte Beiträge dazu:
- Dion Hinchcliffe: Neun Ideen zur Einführung von Enterprise 2.0
- Unternehmensinternes Web 2.0?
- Unternehmensinternes Web 2.0? (2)
Artikel teilen
2 Kommentare
mangolassi
Administrator
Vielen Dank für den Beitrag. Den Artikel von Tyre/Orlikowski sollte ich mir mal besorgen, es scheinen sich ja einige Leute darauf zu beziehen, jedenfalls wird er häufig zitiert.
Beitrag kommentieren:
Die beliebtesten Inhalte
- Veränderung der Mediennutzung? Das erste halbe Jahr mit dem iPad
- Buchtipp: "You are not a gadget. A manifesto." von Jaron Lanier
- Der Mc Donald’s-Check: Kunden-Urteil einfach ignorieren?
- Social Media Metrics über Google Analytics
- Update SEO für die Unternehmenskommunikation: Zielgruppen erforschen – Tools und Links (Teil 2)
- Update SEO für die Unternehmenskommunikation: Zielgruppen verstehen und gute Inhalte liefern
(Teil 1)
- Buchtipp: “You are not a gadget. A manifesto.” von Jaron Lanier
- Probleme beim Einrichten einer Unternehmensseite auf Facebook. Oder: Der Tag, an dem ich Mr. Zuckerberg (fast) die Freundschaft kündigte.
- Terminhinweise: “Erfolgskontrolle für die Online-PR” und “Social Media Guidelines”
- Der Mc Donald’s-Check: Kunden-Urteil einfach ignorieren?
- Plain-English und Co: “Lach- und Sachvideos” für die Unternehmenskommunikation
- Der Beitrag in die NYT ist in der Tat ähnlich, aber liest sich etwas strukturier...
- Kann Dir da nur beipflichten. Hab Herrn Lanier auf der UX Week in San Francisco ...
- Den Geschmack wird McD sicher nicht gravierend ändern, weil er von den Kunden "g...
- Interessant ist in dem Zusammenhang Flattr, damit kann man Micropayments machen ...
- Ja, lesen macht Spaß mit dem iPad, besonders im Bett. Gerne schaue ich dort auch...
- Hallo Martin,
vielen Dank für´s Feedback und die interessanten Links. Habe Hojo...
- Schöner Artikel, Aggregatoren machen das Leben tatsächlich leichter. Ein ähnlich...
- Hallo C.Meser,
vielen Dank für den Hinweis. Dann sind wir in jedem Fall auf die...
- Blog.50Hz.de
- Crossmediale Kommunikation
- Das Textdepot
- Digital News Service
- Eskrima/ Individual Combat System
- Frederik Bernard Kommunikationsberatung
- K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation
- Knowledge Garden
- Kommunikationsblog
- Kontrollfeld/ Blogfeld
- Konzeptionerblog
- Kooperative Technologien
- OpenInnovators.de – Community zu Open Innovation
- oz design – kommunikationsdesign
- Phainesthai
- PR Blogger
- pr-fundsachen
- Public Affairs
- Social Media Monitoring – Das Blog
- Social Media PReview
- «pro:campaigning»


Interessanter Artikel, danke!
Organisationaler Wandel trifft eigentlich immer auf Widerstand: aus der Person, aus der Gruppe und aus der Organisation. Allein schon des strukturellen Beharrungsvermögens wegen. Vertrauensbildende Awareness-Maßnahmen im Vorfeld sind unverzichtbar. Schon Lewin hat das mit seinem Wandelgesetz (unfreezing – change – refreezing) grundlegend formuliert.
Bei IT-Implementationen gibt es nach Tyre/Orlikowski begrenzte Zeitfenster (‘window of oppurtunity’), in denen Wandel erfolgt. Diese kommen in Wellen und schliessen sich wieder, da die Leute irgendwann auch wieder das Alltagsgeschäft bewältigen müssen auf die entlastende Routine zurückfallen.