K12

Unreflektiert: Der frühe Abgesang auf Second Life

| 2 Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Ok, ich fand den Hype um Second Life auch übertrieben, aber den jetzt stattfindenden Abgesang (siehe Titel der W&V, 18/2007, http://www.wuv.de/) ist mir dann doch zu viel und etwas (vor-)schnell. Erst top, dann hopp?

Wir erinnern uns: So um Anno 96 hatten typische Corporate Websites auch grosser Unternehmen auch nur einige Hundert Nutzer pro Tag – so viel wie eine (lt. W&V) typische Markenpräsenz in Second Life heute. Bei einer Medientechnologie, die in den Kinderschuhen steckt, ist das normal. Insgesamt gab es deutschlandweit nicht mal 3-400.000 Internetnutzer. Ob die alle täglich drin waren, wage ich zu bezweifeln.

Nicht normal ist, dass in einigen Fällen einfach mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Muss man siebenstellige Summen ausgeben, nur um Erfahrungen zu sammeln?

Ich denke: Das 3D-Internet für alle wird kommen. Nur wann? Ich glaube eigentlich nicht, dass es eine Anwendung betrieben von einem Unternehmen sein wird, sondern so wie das Internet auf offene Schnittstellen, offene Standards, (fast) kostenlosen Zugang basieren wird. Wie auch immer: Second Life kommt den näher als die geplante Sony-Lösung, von den Spielewelten (zwar mehr Nutzer, aber halt Special Interest) ganz zu schweigen. Wir werden sehen.

Gut finde ich daher den differenzierten Kommentar von Joachim Graf (http://www.ibusiness.de/):

„Auch wenn die Hälfte der Branche der Auffassung ist, SL ist nur ein Hype: Interessant ist, dass immerhin zwei Fünftel fest an das Thema 3D-Internet glauben – wenn auch nicht aus dem Hause Lindenlabs. Das, so muss ich sagen, deckt sich mit meiner Einschätzung. Auch ich glaube, dass Dreidimensionalität zu den Dingen gehört, die ich mit Web 3.0 assoziiere. Allerdings wird es (siehe oben) länger dauern, als man bislang annimmt.“

Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

2 Kommentare

  1. Erst Hype, dann Flop? – Ich war ein paar Tage sehr aktiv in SL, und dann hat es sich irgendwie für mich totgelaufen. Trotzdem werde ich mir den Auftritt der Deutschen Post mal ansehen.

    Das 3D-Internet hat nur eine Chance, wenn es nicht als Dienstleistung einer grossen Firma angeboten wird, sondern wenn mich normal mit meinem 3D-Browser darin bewegen kann, wie man es heute kennt. Aber ich glaube, mehrere Plattformen werden ihre 3D-Ableger mit einem eigenen Client anbieten in der Zukunft. Ob dann immer auch alle Unternehmen meinen, dort eine viruelle Präsenz einrichten zu müssen, wage ich zu bezweifeln.

  2. Einfach http://www.pixelsebi.com im Blick behalten – der meldet schon, wenn die Blase mal platzen sollte … =)

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