K12

Web 2.0 in der Kulturwirtschaft

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Autor: Carina Waldhoff

Ein Wirtschaftszeig tastet sich langsam an Social Media ran: Das Kulturmanagement-Magazin, wahrscheinlich wichtigste Publikation für Kulturmanager und damit viele Marketing- und PR-Profis der Kulturwirtschaft, legt in seiner aktuellen Ausgabe einen Schwerpunkt auf „Technologien“.

Interessant und aufschlussreich fand ich den Artikel von Christian Henner-Fehr auf S. 6: „Weblogs: Ein Thema für Kunst- und Kultureinrichtungen?“. Nicht wegen der aufgezeigten Möglichkeiten, da ist nichts Überraschendes dabei, sondern a. wegen der erfrischend ehrlichen Ratschläge („Wenn Sie jeden Tag vor dem Computer sitzen und nicht wissen, was Sie schreiben sollen, lassen Sie es wohl besser bleiben“) und vor allem, b.: Warum nutzt eine Branche, die so nah mit dem Medienbereich (ganz zu schweigen von Medienkunst) verwandt ist und so dringend auf neue Kommunikationsformen mit einem (wohl überdurchschnittlich involvierten) Publikum angewiesen ist, Social Media nicht schon längst viel intensiver?

Der Autor „beschwert“ sich letztlich auch darüber, dass unter den deutschen „Top 100“-Blogs der Kunst- und Kulturbereich noch gar nicht vertreten sei. Das sollte sich ändern lassen. Oder?

Autor: Carina Waldhoff

Carina Waldhoff, Jg. 75, ist Kommunikationsberaterin bei der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Sie studierte Anglistik, Psychologie und Pädagogik in Bochum und Barcelona sowie Kultur- und Medienmanagement in Hamburg. In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit dem Nutzen von Corporate Citizenship für die Unternehmenskommunikation. Nach dem Studium arbeitete sie als Referatsleiterin Interne Kommunikation bei der Vereinigten IKK in Dortmund, anschließend als Junior Consultant bei CP/COMPARTNER in Essen und reiste dann ein Jahr durch Australien, wo sie auch zum ersten Mal bloggte.

3 Kommentare

  1. Glaube, viele im Kulturbetrieb sind ziemlich medienkonservativ. Erinnere mich an die Diskussion mit einer Freundin (Anfang 30, macht PR für Theater), die meinte, die typischen Theaterbesucher würden eh kein Internet nutzen.
    Sie selbst gehört natürlich auch zu den Internet-Abstinenzlern.

  2. Hm, das ist dann wohl etwas „Demografie-falle, hausgemacht“. Die klassischen Abonnenten, da mag die Freundin recht haben, sind sicher nicht besonders internetaffin. Die nachwachsende Publikumsgeneration hingegen bindet sich kaum noch an Abos, muss ihr Freizeitbudget auf sehr viele Angebote anbieten, ist überdurchschnittlich gebildet und damit auch – besonders medienaffin. Gerade hier sehe ich tausend Möglichkeiten, sich als Blogger in die Diskussion zu bringen – muss ja nicht das eigene sein, sondern kann zum Beispiel auch auf regionalen „Szene“-Websites, in der regionalen Presse (Wirtschaft, Politik, Kultur online) stattfinden. Dass besonders öffentliche Kulturbetriebe von ihrer Struktur her Verwaltungen sind – ok, da ist intern viel Überzeugungsarbeit zu leisten, das sehe ich ein. Da sitzen die PRler aber eigentlich in der besten Position, um produktiv zu nerven…

  3. Danke für das Aufgreifen dieses Themas und die Rückmeldung auf meinen Beitrag. Interessant, wie das bei BloggerInnen ankommt. Dass da nichts Neues für diese Gruppe dabei war, stimmt natürlich, weil der Kunst- und Kulturbereich zumindest im deutschsprachigen Raum das Web2.0 erst noch entdecken muss.

    Und ich finde das Beispiel, das Joerg Hoewner bringt, ganz typisch ist. Alle beschweren sich, dass ihre Aussendungen nicht mehr den Weg in die Printmedien finden, aber Alternativen werden nicht in Betracht gezogen.

    Und es ist natürlich richtig, dass der Kunst- und Kulturbereich insgesamt eher medienkonservativ ist. Ich habe vor 3 Tagen einen Beitrag über geschrieben und bin eigentlich erst in der Diskussion darüber drauf gekommen, dass es an der extrem hierarchischen Unternehmenskultur liegt. Da ist einfach noch kein Platz für Web2.0.

    Und seien wir ehrlich: So offensiv geht die PR-Branche das Thema ja auch nicht an.

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