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Der Mc Donald’s-Check: Kunden-Urteil einfach ignorieren?

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Gestern Abend in der ARD: Der McDonald’s-Check. Zwei Journalisten testen Geschmack, Verführung und Bekömmlichkeit von Big Mac und Fritten sowie die Fairness des Unternehmens. Die Erkenntnisse reichen von interessant bis altbekannt. Interessant: Kinder werden strategisch geködert. Die Mitarbeiter sprechen sie direkt an und die Kleinen dürfen selbst bestellen; das Spielzeug im „Happy Meal“ ist zunächst das Objekt der Begierde der Nachwuchskunden – irgendwann kommen sie dann auf den Geschmack von Pommes frites und Burgern. Altbekannt: Gesund und bekömmlich ist das schnelle Essen nicht wirklich.

Marktführer schneidet am schlechtesten ab

Eine weitere wertvolle Erkenntnis lautet: Mc Donald’s ist die umsatzstärkste Fastfood-Kette Deutschlands – aber das Essen schneidet bei den Testern in der Fußgängerzone am schlechtesten ab. Aus Kommunikationssicht kommt nun der interessanteste Teil: Wie reagieren die Vertreter der Unternehmenskommunikation von Mc Donald’s auf die miesen Ergebnisse? Zunächst siegessicher, dass ihre Burger den Passanten am besten schmecken, konfrontieren die Journalisten sie mit der harten Realität: Pommes frites und Big Mac von „Mäckes“ landen im Geschmacksvergleich mit Konkurrent Burger King und eine weiteren Kette auf dem letzten Platz. Das Statement der Unternehmenkommunikation: Man müsse natürlich viel mehr Menschen befragen, das tue Mc Donald’s ja auch. Und die Zahlen zeigten ja, dass die Menschen gerne beim Marktführer essen. Aha, klar. Stimmt.

Lahme Erklärungsversuche

Die ARD testet Passanten ein zweites Mal, wie es den Passanten schmeckt, diesmal können sie die Namen der Hersteller nicht sehen. Das Ergebnis bleibt ungefähr gleich. Das „goldene M“ landet wieder auf Platz drei. Erklärungsversuch der Unternehmenskommunikation: Würde man auch andere Produkte aus dem Mc Donald’s-Sortiment testen, kämen andere Ergebnisse heraus. Wenn man nur zwei spezifische Produkte gegenüberstellt, ließe sich keine Aussage treffen, wer die richtigen Produkte hat. Aha, klar. Stimmt auch. Trotzdem: Mir kamen die Erklärungsversuche des Kommunikationschefs recht lahm vor. Und warum ignoriert er das Urteil der Testesser? Sie sind schließlich seine potentiellen Kunden. Ein engagiertes Statement im Sinne von: „Das Urteil der Testesser stimmt uns nachdenklich. Wir werden alles daransetzen, den Geschmack und die Qualität unserer Produkte zu verbessern“ hätte ihm meiner Meinung besser zu Gesicht gestanden. Trotzdem brauchen wir uns über den künftigen Erfolg von Mc Donald’s wohl keine Sorgen zu machen: Der Fastfood-Nachwuchs steht schon parat, wie die ARD-Doku eindrucksvoll zeigt.

Hier geht’s zum Mc Donald’s-Check der ARD

Ein Kommentar

  1. Den Geschmack wird McD sicher nicht gravierend ändern, weil er von den Kunden „gelernt“ ist.
    Der Ernährungspsychologe erläutert in der Doku (ab Min. 10:30), dass das Gesamtpaket der Werte „wirkt“ – darunter „Verlässlichkeit“.
    Das wird für die meisten entscheidend sein – egal in welchem Land, welcher Stadt … es schmeckt garantiert gleich.
    Das kann man bei Döner-Buden, China-Tempeln oder Fisch-Fritteusen (die hier im Test „Bekömmlichkeit“ gegen McD antreten) nicht unbedingt erwarten.
    Viele riskieren eben lieber keine bösen Überraschungen und bezahlen dafür den Preis, eben auch keine positiven, neuen kulinarischen Erlebnisse zu machen.

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