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Reputation manipuliert? Über konsumenten-generierte Produktbewertungen

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Autor: Jörg Hoewner

Noch ein weiterer interessanter Beitrag aus „Firstmonday“: Im Beitrag „Six degrees of reputation: The use and abuse of online review and recommendation systems.“ beschreiben Shay Davis und Trevor Pinch (beide Cornell University), wie und warum Nutzer vor allem auf amazon.com Buchrezensionen und -bewertungen schreiben. Der Artikel ist nicht unbedingt was für Web2.0-Idealisten, aber trotzdem lesenswert. Ein paar Kernpunkte:

  • Teilweise werden die selben Textbausteine für unterschiedliche Bücher / Produkte gebraucht (und von kopiert), offensichtlich von professionellen „Reviewern“, die Produkte promoten wollen. Von einem der Top20-Reviewer wurden in 1350 Beiträgen die selben Textbausteine wiedergefunden!
  • Einzelne „Reviewer“ scheinen unter verschiedenen Nicknames gleiche oder einander unterstützende Rezensionen zu einem Produkt zu veröffentlichen – je mehr gleiche Bewertungen, desto eindeutiger wird ja eine Gesamtbewertung.
  • In mehreren Beispielen zeigte sich, dass Personen die Rezensionen nicht nur zur Bewertung der Qualität eines Produktes nutzten, sondern weil sie persönliche Agenden verfolgten, in dem politische Meinungen postuliert, persönliche Attacken auf einzelne Autoren gefahren, usw..

Die beiden Autoren weisen aber auch darauf hin, dass diese Fälle nicht die Mehrheit darstellen und so fassen sie die Ergebnisse denn auch zusammen:

„Taken together these examples suggest that the new (and still evolving) systems of online product reviews do not function straightforwardly as a democratic pooling of expertise. As we have shown, users who write product reviews are engaged in a variety of activities: promoting agendas, carrying out personal attacks, boosting their own and others reputations, building their own identities as reviewers, experiencing for the first time the empowerment of publication and so on. Of course, we should also not loose sight of the fact that the majority of reviews can probably be taken at face value and are authors’ attempts to give their own honest appraisal of a product.“

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Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

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