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Downunder: Internet kills the TV star…

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Marketing-Vox berichtet heute, dass in Australien 2007 der Internet-Konsum erstmals über dem TV-Konsum lag. Laut Nielsen-Netratings haben Mobiltelefone dort mit 92% fast den Sättigungspunkt erreicht und werden Medien häufig parallel konsumiert (wen wundert’s bei Flatrates & Co.) . Interessant finde ich den Stand der „Ausrüstung“: Bis Ende des Jahres wird für Australien mit einer Breitband-Quote von 90% aller Haushalte gerechnet, während in Deutschland noch 2006 nur 36% per Breitband online gingen.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich eigentlich keine besondere „Trendsetter-Mentalität“ der Australier in Sachen Medien bestätigen; im Gegenteil haben sich dort teilweise die 90er Jahre frisch gehalten (ich habe dort zum Beispiel die gute alte Floppy-Disc wiederentdeckt). Neben der guten technischen (Erst-)Ausstattung – Festnetz-Anschlüsse sind dort eben kein Standard in Wohnungen; ich vermute daher auch zumindest, dass Breitband hauptsächlich über TV-Kabel läuft – ist das Internet dort eben häufig ein beinahe überlebenswichtiger Bestandteil des Lebens. Ich denke dabei zum Beispiel an Gemeinden im Outback, deren Kinder komplett online unterrichtet werden, weil sich weit und breit keine Schulen (und wenn, dann keine Lehrer) auftun lassen. Oder einfach nur an Mitarbeiter in Road Houses, deren nächster menschlicher Kontakt 400 Kilometer entfernt ist und für die das Handy auch nur noch dem guten alten Funkgerät weichen kann. An solchen Orten kam mir so häufig wie sonst nie der Gedanke, wie Menschen wohl vor dem Internet-Zeitalter gelebt haben.

In diesem Sinne: Nice one, good on you, mates! (bitte mit Wäscheklammer auf der Nase aussprechen …) Wer den typischen Lingo hören mag, ist bei diesem Herrn gut aufgehoben.

Autor: Carina Waldhoff

Carina Waldhoff, Jg. 75, ist Kommunikationsberaterin bei der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Sie studierte Anglistik, Psychologie und Pädagogik in Bochum und Barcelona sowie Kultur- und Medienmanagement in Hamburg. In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit dem Nutzen von Corporate Citizenship für die Unternehmenskommunikation. Nach dem Studium arbeitete sie als Referatsleiterin Interne Kommunikation bei der Vereinigten IKK in Dortmund, anschließend als Junior Consultant bei CP/COMPARTNER in Essen und reiste dann ein Jahr durch Australien, wo sie auch zum ersten Mal bloggte.

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