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Kalkül bei Crowdsourcing-Kampagnen – Wenn Unternehmen auf einen sekundären Viraleffekt setzen

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Crowdsourcing boomt. Egal ob „unserAller-Duschgel“, „Blog-Schokolade“ oder „Mein Burger“: Immer mehr Unternehmen binden Konsumenten aktiv in die Produktentwicklung und -gestaltung ein. Man gibt sich offen und zeigt Interesse an der Verbrauchermeinung. Dass die Kreativität der Internetnutzer keine Grenzen kennt und Crowdsourcing-Ergebnisse für Unternehmen oft überraschend sind, zeigten zuletzt die Kampagnen von Otto und Pril. Solche Vorfälle werden in der medialen Berichterstattung häufig als „Virale Werbefallen“ oder „Social Media Fails“ bezeichnet. Meist werden die Unternehmen als Unwissende dargestellt, die die „neue Verbrauchermacht“ unterschätzt haben.

Doch ist dies wirklich so? Was, wenn Unternehmen den Faktor „Virale Werbefalle“ in ihren Crowdsourcing-Kampagnen einplanen?

Mal ehrlich: Viele Unternehmen haben die Relevanz und den möglichen Nutzen von Social Media mittlerweile verstanden. Und sicherlich wird sich kaum ein Unternehmen ohne vorherige Beratung mit einem Crowdsourcing-Projekt ins Social Web wagen. Viele der „Social Media Fails“ sind im Internet zu genüge besprochen und sicherlich auch in den verantwortlichen Unternehmensabteilungen gehört wurden.

These vom sekundären viralen Effekt von Crowdsourcing-Kampagnen

Daher lautet meine These: Unternehmen sind sich der möglichen Ergebnisse und Konsequenzen von Crowdsourcing-Kampagnen bewusst, und setzen auch auf einen sekundären viralen Effekt.

Bei näherer Betrachtung hat dieser nämlich einige positive Nebeneffekte:

  • Erhöhte Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit: Die Sichtbarkeit eines Unternehmen wird über den vermeintlichen Social Media Fail automatisch erhöht. Denn „verpatzte“ Social Media Kampagnen sind ein beliebtes Thema auf Facebook, in Blogs und in großen Online-Zeitschriften. So hat das Unternehmen in einem ersten Schritt die Aufmerksamkeit der Internetnutzer.
  • Humor wirkt positiv: Nun hat das Unternehmen die Möglichkeit, Humor zu zeigen. Humor kommt gut an im Web 2.0 (der Fall von Otto zeigte dies deutlich). Durch einen humorvollen Umgang mit der vermeintlich schief gelaufenen Aktion kann sich das Unternehmen in einem positiven Licht darstellen.
  • Social Media Kompetenz beweisen: Zudem hat ein Unternehmen die Möglichkeit, durch ein kompetentes Verhalten und einen souveränen Umgang mit dem vermeintlichen Social Media Fail, ihre eigentliche Social Media Kompetenz zu beweisen.

Sicherlich ging es nicht nur mir so, dass der souveräne und humorvolle Umgang von Otto mit Brigitte ein positives Bild vom Unternehmen hinterlassen hat, oder?

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