K12

Können Unternehmen nicht nicht kommunizieren?

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Autor: Jörg Hoewner

Beim PR-Blogger poppte gerade so eine Diskussion um Paul Watzlawicks „Man kann nicht nicht kommunizieren“-Axiom auf. In der Tat wird es häufig auch auf Organisationen übertragen. Ist das legitim? Das habe ich noch nicht zu Ende gedacht, aber auf den zweiten Blick ist das nicht so eindeutig und einfach zu beantworten, wie es auf den ersten Blick scheint.

Daher vielleicht mal ein Wort zum Zitat von Paul Watzlawick : Man sollte wissen, worüber Watzlawick eigentlich geschrieben hat: Über Zwischen-„Menschliche Kommunikation“. Nicht mehr und nicht weniger. Genauer gesagt geht es ihm vorrangig um Kommunikationsstörungen innerhalb von Familien. Das Buch „Menschliche Kommunikation“ ist vornehmlich aus Sicht der Familientherapie geschrieben und wurde im Folgenden zu einem Klassiker der Kommunikationswissenschaften, da sich seine Axiome schön für andere zwischenmenschliche Situationen anwenden lassen. Und für die zwischenmenschliche Kommunikation ist sein Axiom, nicht nicht kommunizieren zu können, unbestreitbar richtig.
Problematisch wird es dann, wenn das Zitat auf andere Kommunikationsprozesse (z.B. auf die von Unternehmen oder anderen Organisationen) übertragen wird. Ist es dann auch noch richtig?

Ergänzung am 23. Oktober 2005:
Marketingblogger Michael van Laar führt das Thema weiter aus. Lesen!

Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

3 Kommentare

  1. Ich habe es schon drüben beim prblogger kurz kommentiert: In einer Zeit, in der alle, vor allem Unternehmen, permant in (mindestens) einer Öffentlichkeit stehen, kann niemand nicht nicht kommunizieren. Dies vor allem auch deswegen, im Unterschied zu früher, weil die Produktions-, besser Kommunikationsmittel heute breiter denn je verteilt sind.

    Natürlich, wo einen niemand „anschaut“, besteht auch kein Zwang zum Verhalten.

  2. Ich denke auch, dass man als Unternehmen nur dann „nicht kommunizieren“ könnte, wenn man weder Kunden noch Lieferanten hat. Und ein solches Unternehmen gibt es nicht. Denn sobald ich auch nur mit dem kleinsten Lieferanten telefoniere, kommuniziere ich unweigerlich auch mein Unternehmen nach außen. Kommunikation und auch die Kommunikation des Unternehmens- und Markenimages beschränkt sich schließlich nicht nur auf Marketing, Werbung und Pressearbeit. Mundpropaganda, durch die ein guter oder schlechter Ruf entstehen kann, kann von jedem verbreitet werden, der mit einem Unternehmen in Kontakt steht.

  3. Das Zitat ist einfach super prägnant und daher gerne zitiert. Es an dieser Stelle zu vewenden, war inhaltlich vermutlich ebenfalls vollkommen korrekt.
    Dennoch würde ich es begrüßen, jemand würde sich nach dem Hinweis von Jörg einmal daran machen, es unabhängig Watzlawick umfassend für unternehmerisches Handeln begründen.
    Dann hieße es in Zukunft vielleicht nicht mehr „um W. zu zitieren,…“, sondern „um L. zitieren“.

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