Rest - Verfasst von Carina Waldhoff am Donnerstag, 22.11.2007 20:44 - 0 Kommentare
Lesetipp: Wege zu erfolgreicher Innovation
Autorin: Carina Waldhoff
Nicht neu, dafür eine gute Compilation lesenswerter Beiträge: Der Harvard Business Manager mit dem Titel “Kreativität – Wege zu erfolgreicher Innovation“. Das Heft fasst Beiträge aus den Jahren 1998 bis 2004 zusammen, und zwar von Autoren unterschiedlichster Fachrichtungen (u.a. den Physiker Gerd Binnig).
Mein Favorit: Der Artikel des Stanford-Professors Robert Sutton, der sehr schön darstellt, warum es gerade für im klassischen Sinne “gute” Manager so schwer ist, in ihren Unternehmen Innovationen zu ermöglichen:
“Praktiken, die geeignet sind, auf alten erprobten Wegen Gewinne zu erzielen, unterscheiden sich rigoros von solchen, die es zur Innovation braucht [...] Innovationsmanagement stellt häufig traditionelle, rationale Methoden in Bezug auf Einstellungen, Führung und Risiko auf den Kopf”
Zu den folgenden, wie Sutton sie selbst nennt, “unheimlichen” Ratschlägen gehören u.a., die gesamte Einstellungspolitik komplett umzukrempeln: Warum statt der “Schnell-Lerner”, die sich dem üblichen Procedere schnell anpassen werden, nicht mal “Langsam-Lerner” einstellen, die mit ihren Fragen und Zweifeln zuerst ihr Arbeitsumfeld nerven und letztlich vielleicht auch neue Ansätze ins Unternehmen bringen? Anhand wissenschaftlicher Studien und Beispiele aus der Praxis (das Honda City Car, das von den jüngsten Mitarbeitern des Führungsstabs entwickelt wurde mit dem Versprechen, dass ältere Vorgesetzte der Gruppe nicht dreinreden dürften) belegt Sutton seine Argumentation pro Querdenkenker und contra konservativem Erwartungsdruck.
Sutton betreibt übrigns auch einen sehr lesenswerten Blog. Auch sein Buch “Der Arschloch-Faktor, das mit Innovation an sich erstmal nichts zu tun hat, sondern ein Überlebenes-Guide für Arbeitsplätze á la Stromberg ist, finde ich absolut empfehlenswert, weil gehaltvoll und unterhaltend. Nicht vom Titel abschrecken lassen – da hätte der Verlag den Originaltitel “The No-Asshole-Rule” ruhig mal für deutsche, schneller pikierbare Gemüter anpassen dürfen…
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