K12

Tag 1 auf der re:publica 2011

| 2 Kommentare

Ein wenig erledigt und mit einem erhöhten Maß an Informationsüberschuss zurück im Hotel. Ein spannender Tag im verregneten Berlin. Und sogar als „Neure:publicaner“ trifft man schon in der Bändchenschlange alte Bekannte. Was ich als Newbie sonst am ersten Tag auf der re:publica gelernt habe:

 

  1. Das W-LAN funktioniert selten bis gar nicht.
  2. Den Vorträgen lauschen, parallel zu twittern und Tweets der anderen Teilnehmer lesen erfordert ein hohes Maß an Multitasking-Kompetenz.
  3. #rp11 nicht mit #pr11 verwechseln.
  4. Einen Vortrag nach dem Anderen schafft man einfach nicht. Also: Relaxen und Pause machen.

Ansonsten habe ich viel gehört und gesehen, hier eine kurze Zusammenfassung: Zentrale Themen in nahezu allen Vorträgen, die ich heute gehört habe waren die Masse (Crowd) und die Individualität des einzelnen Web 2.0-Users:

Design Thinking
Philipp Schäfer stellte das Projekt OpenIDEO vor, eine Crowdsourcing-Community zur Entwicklung von Problemlösungen und innovativen Ideen.

Geek Politics and Anonymous
Gabrielle Coleman referierte über die Protestbewegung  „Anonymous“, ihre Struktur und Arbeitsweise sowie ihre Aktivitäten während der tunesischen Revolution. Besonders inspirierend fand ich die Live-Visualisierung des Vortrags:

In einigen Vorträgen ging es weniger darum, Zukunftsthesen und Entwicklungen zu prognostizieren, sondern eigene Projekte vorzustellen:

Wie Schwärme Marken, Märkte und Machtgefüge verändern
Eigentlich spannende Fragestellung von Lichtblick-Chef Christian Friege (gerade aufgrund der aktuellen Lage in Japan): “Beeinflusst bzw. beschleunigt das Web 2.0 die Energiewende?“. Mir persönlich standen nur leider viel zu häufig die Social Media Aktivitäten von Lichtblick im Mittelpunkt.

Individuality, Technology and Online Life
Auch Mitchell Baker von Mozilla nutzte den Vortrag zur Präsentation von Projekten, z.B. Universal Subtitles. Das eigentliche Kernthema kam mir leider auch hier viel zu kurz.

Blogs in Deutschland
Für mich hängengeblieben als „Der Vortrag, der Hohn und Spott auslöste“. Grund: Kernthema des Vortrags war eine Studie, die auf einer Umfrage unter 20 deutschen (gesellschaftspolitischen) Bloggern basierte. Nicht nur, dass die Ergebnisse der „Studie“ ob ihrer wissenschaftlichen Methode als nicht repräsentativ zu werten sind, zeichneten sie ein sehr düsteres Bild der deutschen Blogosphäre. Deutsche Blogger kämpfen mit der Feindseligkeit der klassischen Medien und juristischen Angriffen. Ob die in der Realität immer noch der Dauerzustand ist, mag ich zu bezweifeln.

Interagitation
Boris Müller und Till Nagel von der FH Potsdam referierten sehr anschaulich zum Thema „Datenvisualisierung“. Zwei Positionen stellten sie gegenüber: Die kommunikative Datenaufbereitung und die explorative Datennutzung durch den Leser. Viele Projektbeispiele und Best Cases-Visualisierungen machten es zu einem sehenswerten Vortrag.

Mein persönliches Highlight des Tages: Augmented Reality von Keiichi Matsuda
Spannendes Thema, toller Vortrag und enthusiastischer Redner. Bestimmt lag es auch daran, dass ein Teil in 3D stattfand. Wer gerade eine 3D-Brille zur Hand hat, sollte sich unbedingt dieses Video anschauen. Wohin Augmented Reality in Zukunft führen kann zeigt dieses Video:

 

Ich persönlich finde das spannend, gehöre aber eher zu den Skeptikern: Wer soll sich in dieser Informationsflut zurechtfinden?

Sascha Lobos Trolltheorie war als Tag 1-Abschluss einfach sehr unterhaltsam.

Und das war er, der erste Tag. Ich hoffe, die Redner werden ein wenig lebendiger und die Vorträge etwas kerniger. Ich bin gespannt auf morgen.

2 Kommentare

  1. OpenIDEO klingt wirklich spannend. Gibt es Charts dazu?

  2. Das re:publica-Team arbeitet gerade daran, die Livestreams als Videos zur Verfügung zu stellen. Dann kannst du dir die Session anschauen. Bis dahin helfen bestimmt erst einmal die FAQs von OpenIDEO: http://openideo.com/faq oder fogende Präsentation: http://slidesha.re/a0GHNM

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


zwanzig − 3 =