K12

Tag 3 der re:publica 2011

| Keine Kommentare

Nicht zuletzt weil die Sonne zum Schluss die re:publica 2011 verabschiedete, war Tag 3 ein runder Abschluss der Berliner Social Media Konferenz. Die Rollkofferquote war deutlich erhöht und so mancher Teilnehmer hing leicht müde in den Stühlen. Dies lag wahrscheinlich eher an den abendlichen Randveranstaltungen, als an den Vortragsinhalten, denn die waren noch einmal sehr interessant:

YouTube als Zukunft des Bloggings
Ein sympatischer Kerl, der YouTuber Sascha Pallenberg. Zwei Faktoren sieht er für die Zukunft von „Video Blogging“: Der stark zunehmende Trend von Mobile Views und dass Videos auch lange Zeit nach dem Upload noch täglich viele Views generieren. Die eigentliche Frage, ob YouTube die Zukunft des Bloggings ist, wurde mir damit zwar nicht beantwortet, dafür bekamen wir allerdings das Pallenbergsche Erfolgsrezept für erfolgreiche Videos: „Was immer zieht sind halbnackte Blondinen, streichelwillige Katzen, das neueste Video von Justin Bieber, und das alles auf dem iPad 2. Damit habt ihr alle Zielgruppen abgedeckt und generiert garantiert über 10 Mio. views.“

Business Unusual
Ein inspirierender, schon fast philosophischer Vortrag von Alexander Baumgardt zur Theorie des „Systems Thinking„. Basierend auf der Annahme, dass Menschen interagieren und Dialog schaffen wollen, werden drei notwendige Komeptenzen für moderne Arbeitsweisen abgeleitet: Emotional agility (Feeling), Intellectual Thinking (Thinking) und Tactical agility (Doing), die sich alle gegenseitig beeinflussen. Sein Ratschlag für Unternehmensentscheidungen:

  • Get comfortable with constant change and uncertainty.
  • Try to think the impossible.
  • Make experimentation and innovation to the core values of your company.

Wie wird man zum Local Hero?
Die Paneldiskussion um Carolin Buchheim, Philipp Schwörbel, Harry Prothmann und Rainer Kurlemann (Chefredakteur RP Online) diskutierten ihre Erfahrungen über Lokalberichterstattung in Onlinemedien. Erhöhte Lesernähe, die Notwendigkeit aktiver Nutzerbeteiligung und die Möglichkeit zur kritischen Berichterstattung wurden als positive Kernwerte herausgestellt. Problemfelder von lokaler Online-Berichterstattung sind natürlich vor allem die Finanzierung. Gelöst werden diese bisher über Fördervereine, Flattr und Paypal. Langfristig werden sich lokale Blogs allerdings nur halten, wenn sie sich untereinander vernetzen und Leser bereit sind, für eine qualitative und nicht von Anzeigenverkäufen beeinflusste Berichterstattung, Geld zu zahlen. So die einhellige Meinung der Sprecher.

Zukunft des Internets, der Welt und des ganzen Rests
Da hatte er sich einiges vorgenommen, der Blogger Felix Schwenzel. Zu Beginn auch gleich entschuldigend, wies er darauf hin, dass Zukunftsthesen immer sehr abstrakt getätigt werden sollten. Denn wer will sich schon auf seine Aussagen festnageln lassen? So umschiffte Schwenzel das Thema herrlich galant und gelangte am Ende zu folgender Erkenntnis: Das Kommunikationsverhalten an sich hat sich nicht geändert, nur die Parameter. (AdR: Geschwindigkeit, Komfort, Reichweite, Vernetzung)

Fazit: Liebe re:publica, wir sehen uns dann 2012!
Ich hatte wohl den Newie-Bonus auf der re:publica 2011. Während meine Twitter-Timeline überquoll vor „Wieder nicht drin“-Tweets, hatte ich meistens Glück. Keine Frage allerdings, dass die Räumlichkeit der Teilnehmerzahl nicht mehr gewachsen sind. Vermisst habe ich Trendanalysen, denn viele Sessions beinhalteten StatusQuo- und Erfahrungsberichte. Nichtdestotrotz haben engagierte #rp11-Helfer, ein abwechslungsreiches Programm und (meist) sympathische Sprecher Lust gemacht, im nächsten Jahr wiederzukommen. Dann also bis 2012 auf der #rp12.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


18 + 19 =