K12

Umwälzung in der PR?

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Autor: Jörg Hoewner

Das PR-Journal verweist auf ein Interview mit David Weinberger, einem der drei Autoren des „Cluetrain-Manifest“. Im Interview, das Handelsblatt-Blogger Mario Sixtus geführt hat, spricht Weinberger unter anderem von den Veränderungen der (Online-)Medienwelt und deren Auswirkungen auf die PR. Die Kernaussagen zur PR:

„Bloggen ist das komplette Gegenteil von dem, was Public Relations einst war.“ „Das Web erzwingt Änderungen von der PR-Branche. Blogs sind nur ein Teil davon. Die Techniken und Prämissen von PR ergaben in einer vernetzten Welt noch nie Sinn. Seit etwa einhundert Jahren gehen Unternehmen — zurecht — davon aus, ihre Märkte kontrollieren zu können, indem sie nur ausgewählte Informationen veröffentlichen. Wenn man etwas über ein Produkt oder eine Dienstleistung erfahren wollte, musste man das entsprechende Unternehmen fragen und dort erhielt man nur gefiltertes Wissen. In dieser Ausgangslage fällt es Unternehmen natürlich leicht, geschliffene Botschaften zu verbreiten und zu versuchen, die Kunden zu beeinflussen. Aber man zahlt einen hohen, gesellschaftlichen Preis für solch ein Verhalten. Es ist eine entfremdende Technik, sie vertreibt Manschen. Sie distanziert Menschen von Unternehmen und ihren Produkten, denn niemand mag es, diese simplifizierten Ideen zu empfangen, von denen jeder weiß, dass sie nicht realistisch sind. Deswegen versuchen Werbeleute uns diese Botschaften überall aufzuzwingen.“

Zwangsläufig drängen sich bei der Lektüre noch unbeantwortete (und eigentlich unbeantwortbare, da spekulative) Fragen auf:

  • Warum sind die meisten PR-Organisationen immer noch relativ erfolgreich (vor allem Agenturen)?
  • Wie lange werden sie das bleiben? Oder gibt es Parallelen zur Entwicklung in der Werbung, wo in der Tat eine Erosion zu verzeichnen ist?
  • Steht nicht der Beweis, dass das Web einem deutschen Unternehmen richtig Schwierigkeiten bereiten kann, immer noch aus (War der Schaden für Jamba wirklich so nachhaltig?)? Hier fehlt einfach noch ein Ereignis, dass wirklich prominent / wachrüttelt und nicht nur vor allem in den USA stattgefunden hätte.
  • Woran erkennt man den richtigen Weg?…

Oje… Bei der letzten Frage wurde ich sehr müde… Und morgen bin ich auf der Musikmesse und kann nicht weiterschreiben… Ich höre Stimmen. Das Bett ruft.
PS: Das komplette Interview als MP3 lässt sich ebenfalls vom Blog downloaden.

Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

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