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Wenn’s ums große Ganze geht: Präsentieren mit Prezi

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K12 entwickelt und gestaltet für seine Kunden professionelle Prezi-Präsentationen. Was es damit auf sich hat, für welche Inhalte sich Prezi am besten eignet und was den Unterschied zwischen Prezi und PowerPoint ausmacht, erklärt Julia Klasen, Beraterin für visuelle Kommunikation bei K12, in folgendem Interview.

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Julia Klasen, Beraterin für visuelle Kommunikation bei K12

Was ist Prezi genau?
J. Klasen: Prezi ist ein Programm, mit dem wir Präsentationen auf einem virtuellen Blatt Papier erstellen können. Anders als zum Beispiel bei PowerPoint-Folien gibt uns Prezi unbegrenzten Platz, um komplexe Geschichten zu erzählen – und auch die Möglichkeit, in Details abzutauchen. So lassen sich, ähnlich wie bei einer Mindmap, zahlreiche Verästelungen einbauen und Gedanken weiterverfolgen. Aus technischer Sicht ist Prezi eine flashbasierte, plattformunabhängige Software, die man flexibel nutzen kann: als Web-Anwendung oder offline, auf einem Windows-PC oder Mac. Es gibt sogar eine kostenlose App für das iPad.

Welche Möglichkeiten bietet eine Prezi-Präsentation?
J. Klasen: In Prezi gibt es eine Präsentationsfläche, ein interaktives Whiteboard, auf der sich unterschiedlichste Inhalte einbinden lassen, zum Beispiel Textfelder, Bilder sowie Grafiken und Filme. Der Präsentator kann die Objekte frei bewegen: vergrößern oder verkleinern, drehen oder verschieben – das ist alles kein Problem. Für eindrucksvolle Effekte und variable Ansichten sorgt die Zoom-Funktion, denn durch das Zoomen kann man dargestellte Inhalte vertiefen und Detailinformationen näher beleuchten. Noch dynamischer wirkt die Präsentation, wenn die verschiedenen Objekte durch einen Pfad verbunden sind. Wie bei Google Earth kann man einzelne Inhalte aus unterschiedlichen Perspektiven – aus der Luft oder vom Boden aus – und in 3-D betrachten.

Ist Prezi das bessere PowerPoint?
J. Klasen: Das kann man so nicht sagen, denn jede Präsentation, jeder Vortragende, jedes Publikum und jede Vortragssituation ist anders. Bevor sich ein Kunde für ein Programm entscheidet, sollte er sich bewusstmachen, welches Ziel er mit der Präsentation erreichen möchte. So eignet sich PowerPoint sehr gut, um lineare Argumentationen darzustellen. Da die Folien eine feste Reihenfolge haben, ist PowerPoint eher unflexibel und statisch, die Dynamik liegt ganz beim Präsentator. In Prezi hingegen kann der Präsentierende statt Fakten aneinanderzureihen, seine Geschichte flexibel erzählen und je nach Situation verschiedene Schwerpunkte setzen. Da auf der Präsentationsfläche beliebig viele Inhalte stehen können, lassen sich mit Prezi komplexe Sachverhalte und Strukturen sehr gut visualisieren.

Und welches Programm ist praktikabler?
J. Klasen: PowerPoint ist ein sehr verbreitetes Präsentationsprogramm, das lokal auf der Festplatte gespeichert wird. Um Prezi nutzen zu können, braucht man eine gute Internetverbindung. Es sei denn, man lädt sich die Präsentation als „portable Prezi“ herunter. Diese kann der Nutzer dann offline präsentieren, aber nicht weiter bearbeiten – außer er zahlt. Ein weiteres Manko der freien Version ist der begrenzte Speicherplatz und das präsente Prezi-Logo. Außerdem lässt sich die Präsentation nicht als Handout ausdrucken.

Wie gelingt es, in der Prezi-Präsentation Orientierung zu geben?
J. Klasen: Prezi-Präsentationen wirken schnell unruhig. Man kann von einer Stelle zur anderen springen und ins Bild hinein- oder herauszoomen. Damit die Präsentation nicht den Eindruck vermittelt, es gehe hier um reine Effekthascherei, ist es wichtig, dem Zuschauer einen roten Faden zu bieten, an dem er sich orientieren kann. Gerade weil Prezi keinen linearen Ablauf hat, müssen die Inhalte verständlich und strukturiert sein. Das „Big Picture“ sollte gut erzählt werden und sich logisch aufbauen.

Für welche Anlässe nimmt man besser Prezi, für welche besser PowerPoint?
J. Klasen: Will ein Kunde Inhalte mitreißend und emotional aufbereiten, würde ich ihm zu Prezi raten. Es eignet sich gut für kreative Themen und kann auch komplexe Zusammenhänge visualisieren. Bei klassisch-seriösen Themen, die eine einfache lineare Struktur und Argumentation haben, empfehle ich PowerPoint. Es lässt sich vielseitig für Präsentationen einsetzen.

Prezi und PowerPoint im Vergleich – wie beurteilst du den Aufwand?
J. Klasen: Das kommt ganz darauf an. Man kann auch in PowerPoint sehr viel Aufwand betreiben und umfangreiche Animationen erstellen, die dann fast wie eine Filmanimation wirken. Dabei dürfen Kunden nicht unterschätzen, wie viel Zeit es kostet, um eine professionelle und dynamische Präsentation mit Prezi zu erstellen – obwohl das Programm einfach zu bedienen ist. Wenn nur wenig Zeit bis zum Präsentationstermin bleibt, halte ich PowerPoint für die bessere Lösung.

Was ist das Geheimnis einer professionell gestalteten Präsentation?
J. Klasen: Eine Präsentation sollte trockene Inhalte anschaulich verpacken und verständlich vermitteln. Damit das Publikum sich nicht langweilt, sollten die Informationen kurz gehalten und einprägsam sein. Außerdem ist es wichtig, einen Spannungsbogen zu entwickeln, der sich durchzieht. Eine schlichte Gestaltung gibt den passenden Rahmen.

Autor: Diana Diroll-Biergans

Diana Diroll-Biergans, Jg. 1980, ist Redakteurin bei K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Redaktionelle Erfahrung hat die Diplom-Germanistin bei verschiedenen Medien wie der Tageszeitung Fränkischer Tag, dem Magazin Shape, der Pressestelle der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und in der Kommunikationsbranche gesammelt.

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