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Zukunftstrend Mobile Recruiting?

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Mobile Recruiting ist derzeit einer der gehypten Schlüsselbegriffe, wenn es um Personalmarketing im Social Web geht. Die Experimentierfreudigkeit von Unternehmen ist zwar bisher gering, dennoch werden dem Mobile Recruiting  gute Zukunftsaussichten zugesprochen. Laut einer Studie des Verbands der deutschen Internetwirtschaft e.V. sind 89 Prozent der befragten Unternehmensvertreter der Meinung, dass die Bewerberansprache über mobile Endgeräte in der Zukunft an Bedeutung gewinnt (interessant sind in dieser Studie übrigens auch die Fallbeispiele). Ein wesentlicher Faktor zu dieser Veranlassung ist die starke Entwicklung des Smartphone-Marktes. Aus meiner Sicht experimentieren Unternehmen derzeit zwei Anwendungsmöglichkeiten:

  1. Informationsvermittlung via „Mobile Tagging
  2. Stellenangebote mittels Location Based Services

Die häufigere Strategie scheint momentan die des Mobile Tagging zu sein. Dabei werden Informationen zu Stellenangeboten o.ä. mittels QR-Codes oder Cell-Codes bereitgestellt. Findet man diese Form häufig im Printbereich, erregte die Agentur Scholz & Friends diese Woche mit einer überaus kreativen Guerilla-Aktion Aufmerksamkeit:

Personalmarketing via Mobile Tagging

Quelle: docnews.fr

  • Die Idee: In Zusammenarbeit mit einem Hamburger Pizza-Lieferservice bekam jeder Kunde zu einer Bestellung eine „Pizza Digitale“ geliefert. Diese Pizza wurde mit einem QR-Code aus Tomatensauce „belegt“, der nach Abscannen mit dem Handy auf eine mobile Landingpage mit Stellenangeboten führte. Ausgeliefert wurde dieses „Recruiting-Paket“ vier Wochen lang an ausgewählte Hamburger Werbeagenturen. Macht Sinn, wenn man überlegt, was der überstundengeplagte Werber wohl bestellt…
  • Das Ergebnis: Ethisch vielleicht bedenklich funktionierte die Undercover-Aktion laut Scholz & Friends: Es ergaben sich 12 Bewerbungsgespräche und zwei Neueinstellungen.

Personalmarketing via Location Based Services

Doch auch die beliebten Geodienste Foursquare & Co. sollen zukünftig verstärkt für die Personalsuche 2.0 eingesetzt werden. Macht ebenfalls Sinn: Statt eines Kaffeegutscheins gibt es eben ein Stellenangebot. Neben der vielbeachteten Guerilla-Kampagne der Werbeagentur Jung von Matt versucht sich auch die Deutsche Bahn, vielmehr ihre Tochtergesellschaft DB Services, an einem Pilotprojekt:

  • Die Idee: Viele Menschen checken sich täglich via Foursquare an Bahnhöfen ein. Dieses Potential sollte für eine Personalmarketingkampagne genutzt werden. Als Anlass nutzte man den Azubi-Lehrpfad im Berliner Hauptbahnhof. Beim Check-In bekam der Users Informationen und eine Einladung zu diesem Lehrpfad auf sein Handy. Zusätzlich wurden Informationen zu Stellenvakanzen in der Tippliste hinterlassen.
  • Das Ergebnis: Im Interview mit der HTW Berlin erzählt der Projektverantwortliche Robindro Ullah, dass das Angebot nur sehr gering genutzt wurde. Allerdings zeigte sich eine hohes journalistisches Interesse an diesem  Projekt.

Fazit:
Welchen Einfluss Mobile Recruiting auf das zukünftige Personalmarketing hat und ob es tatsächlich zur erfolgreichen Personalsuche beiträgt, lässt sich momentan schwer prognostizieren. Aber eines steht mit Sicherheit schon fest: Die Unternehmen, die den Versuch wagen und mit Mobile Recruiting experimentieren, haben die Chance sich als Vorreiter zu etablieren. Die mediale Aufmerksamkeit, die solche Recruiting-Aktionen mit sich bringen, bleibt auch potentiellen Arbeitnehmern nicht verborgen. So beeinflusst kreatives und innovatives Mobile Recruiting sicherlich die Wahrnehmung eines Unternehmens und zahlt mindestens auf´s Employer Branding ein.

2 Kommentare

  1. Die von Ihnen oben zitierte Studie wird gerade zum zweiten Mal durchgeführt. Unter http://www.djm.de/mobile/index.htm gelangt man auf den Fragebogen. Zielsetzung ist zum einen herauszufinden, was sich seit Ende 2009 im Bereich Mobile Recruiting getan hat, zum anderen stehen die Nutzenpotenziale und Erfolgsfaktoren von Mobile Recruiting aus Sicht der Unternehmen im Fokus. Die Teilnehmer erhalten auf Wunsch die Studienergebnisse kostenlos.

  2. Hallo C.Meser,
    vielen Dank für den Hinweis. Dann sind wir in jedem Fall auf die Ergebnisse gespannt!

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