Kindheitserinnerungen werden wach: Krisenvorbereitung

11. Oktober 2006 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Heute hatte ich einen Brief von unserem OB Erwin (das ist der Nachname) im Briefkasten, bestehend aus einem kleinen Flyer:

Katastrophe, 2. TeilKatastrophe, 1. Teil
(Draufklicken => Vergrössern)
Im Prinzip eine richtige Sache.

Bilder tauchen auf:

  • Wie bei Henkel – ein paar Kilometer weg – gefährliche Stoffe entweichen, weil jemand beim Weiterentwickeln der Alessi-Klosteine die falschen Zutaten genommen hat
  • Wie Osama-Bin-Laden höchstpersönlich mit einer A380 das Finanzamt Düsseldorf-Süd platt macht
  • Wie Kim mit Raketen rumschiesst – die nordkoreanischen Raketen sollen ja nicht so genau sein – und statt Dallas Düsseldorf trifft

Dann werde ich schnell heim gehen und Antenne Düsseldorf hören.

Dabei wurde mir klar, dass es kaum noch diese Sirenenübungen gibt, die ich aus dem Kalten Krieg kannte. Was heisst, „ein Warnsystem wird aufgebaut“? Was ist mit den alten Systemen passiert – wurden die verschrottet? Und wo sind die Bunker?

—-Gedankenschnitt—-

Wie bei jedem Unternehmen auch, sollte es auf kommunaler Ebene auch Vorbereitungen für kritische Situationen geben. Das ist vielleicht ein erster Schritt. Ich glaube, in Deutschland darf man in dieser Hinsicht gar nicht konkreter werden. Also, wie verhält man sich bei einem Anschlag in der U-Bahn? Soll man auf alleinstehende Koffer achten? Wo kann man sich über Angehörige informieren, wenn was passiert ist? Etc.. All das scheint mir hier sehr ein Tabuthema zu sein, um die Leute „nicht zu beunruhigen“. Zu Recht?

Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner ist Geschäftsführender Partner bei K12 Agentur für Kommunikation und Innovation. Seit fast 30 Jahren berät er Kunden im Bereich Digitale Kommunikation und der Einführung von digitalen Werkzeugen in Kommunikation und Marketing. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte, datengetriebenen Kommunikation und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com).

2 Kommentare

  1. Christof sagt:

    Nicht zu Recht! Ich habe zwei Tage nach den gescheiterten Anschlägen am Hauptbahnhof in Berlin eine alleinstehende Tasche gesehen und Mitwartende darauf aufmerksam gemacht. Da rückt die verdrängte Angst sehr schnell ins Bewußtsein und wird konkret.

    Die Verdrängungsmechanismen stammen allerdings noch aus dem kalten Krieg. Wir wurden bewußt nicht konfrontiert mit Schadensszenarien. Warum auch? Im Falle einer atomaren Konfrontation wäre das ja angeblich überflüssig gewesen. Schon der Giftgasunfall in Bophal brachte seinerzeit die Diskussion zutage, dass in Deutschalnd mit wesentlich häufigeren Gifttransporten die medizinische Versorgung nicht annähernd so gut gewesen wäre wie in Indien damals.

    Das hat sich sicherlich nicht geändert.

  2. Patrick sagt:

    Bei uns in der Schweiz pflegen wir unser Sirenensystem mit schöner Regelmässigkeit. Etwa so einmal im Jahr, ertönen alle Sirenen des Landes. Immer an einem Mittwochnachmittag um halb zwei. Wenn also jemand mal an einem MIttwochnachmittag um halb zwei die Schweiz angreift, so wird ganz sicher keiner reagieren. Denn Sirenen zu dieser Zeit beachtet niemand 😉

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