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Die Zukunft des Content: Unterwegs auf dem Medienforum NRW 2015

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Future of Journalism PodiumDie Medienlandschaft ist im Umbruch und Schuld daran sind die Entwicklungen im Web. Vom 9. bis zum 11. Juni diskutierten Teilnehmer des Medienforum NRW 2015 über Trends im Journalismus, bei digitalen Angeboten und in der Werbung.  

Print ist tot. Es lebe das Web? Auch wenn Produzenten und Leser weiterhin an traditionellen Print-Formaten festhalten, befinden sich etablierte Medien auf dem Weg zu mehr Digitalisierung.

 

Mobile Content – Inhalte für das Smartphone

Insbesondere deutsche Traditionshäuser kämpfen damit, wie man neue Medienformate einbindet und finanziellen Profit generiert – oder wie man Content für die wachsende Zahl der Smartphone-Nutzer auf mobilen Geräten attraktiv gestaltet. Zwar können diese bereits heute von bildschirmoptimierten Nachrichtenportalen und Apps profitieren. Inhalte werden allerdings nur selten für mobile Endgeräte und das Nutzerverhalten angepasst. Mit der Kompakt-App ist die WELT-Gruppe zurzeit das einzige Nachrichtenportal, welches für Smartphone-Leser Meldungen neu aufbereitet. Wie sich der Dienst entwickelt ist abzusehen; zurzeit ist er noch kostenlos und werbefrei.

Content-Kooperationen – noch mehr Traffic für Apple, Google und Facebook

Bei einer Podiumsdiskussion im Verlauf des Medienforums schilderten die Verantwortlichen mehrerer führender Nachrichtenportale ihre Herausforderungen. Als die „radikalste Attacke“ auf die Medien beschrieb Matthias Müller von Blumencron, Verantwortlicher für „Digitale Medien“ der FAZ, das aktuelle Unterfangen der drei großen IT-Konzerne Apple, Google und Facebook: Um die Aufenthaltsdauer in ihren Online-Angeboten zu erhöhen, suchen alle drei die Nähe der Verlagsbranche. Kooperationen sollen es möglich machen, dass Nutzer beispielsweise Nachrichtenbeiträge großer Zeitungen direkt innerhalb der Facebook-App lesen können, ohne zusätzlich einen Browser öffnen zu müssen. Auch Google beantwortet bereits Suchanfragen der Nutzer direkt auf der Seite der Suchergebnisse. Die informationsgebenden Medien oder Webseiten werden in diesem Szenario ausgeschaltet, der Content-Anbieter durch den Vermittler ersetzt.

Mobile Werbung – Adblocker bedroht Geschäftsfeld

Spannend bleibt in Hinblick auf Smartphone-Nutzer auch der Markt für Werbeanzeigen. Viele Unternehmen befinden sich noch im Lernprozess, wie sie Werbung auf mobilen Geräten richtig integrieren. Die neuesten Entwicklungen aus Übersee könnten ihnen die Sache jetzt noch schwerer machen: Etwa zeitgleich zum Medienforum fand in Los Angeles die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC statt, auf der iOS Version 9 vorgestellt wurde. Enthalten ist der erste standardmäßige Adblocker in einem mobilen Browser. Ob damit mobile Online-Werbung überhaupt noch eine Zukunft hat, bleibt abzuwarten.

Medien in Deutschland – Wie geht es weiter?

Fest stand für die Teilnehmer des Medienforums: Neue Ideen müssen her. Deutsche Verlage haben nun die Aufgabe, ihre digital sehr versierten Nutzer einzuholen, um mit neuen Angeboten für die Zukunft gewappnet zu sein.

Autor: Alexander Smolianitski

Alexander Smolianitski ist Teil der "Digitalen Kommunikation" bei K12.

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