K12

Web 2.0: Soziales Engagement und Entwicklungspolitik

17. April 2008 · von Joerg Hoewner · 7 Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Neben den Geschäftsmodellen, die vor allem auf Gewinnerzielung aus sind, entstehen auf Basis der Vernetzung von Nutzern über Web2.0-Plattformen und dem Crowdsourcing eine ganze Reihe alternativer Modelle, die soziale und ökologische Ziele verfolgen.

Eines der Vorzeigeplattformen ist hier kiva.org, bei der Nutzer aus der Ersten in Geschäftsideen in der Dritten Welt investieren können. Dabei geht es um Investitionen für kleine Geschäfte oder Handwerksbetriebe, die im Schnitt unter 1.000 US$ liegen. Anleger können dabei kleinere (z.B. 25 US$) oder auch größere Summen für 6-12 Monate anlegen und bekommen dafür vom Vermittler kiva regelmäßige Statusreports über das Vorhaben. Über die Website Globalgiving.com oder Justgiving.com besteht die Möglichkeit, direkt auch an nicht-kommerzielle Projekte zu spenden.

Kiva.org - Startseite

Über die Website idealist.org wiederum finden Menschen zueinander, die sich persönlich als Entwicklungshelfer, Praktikant bei einer wohltätigen Organisation oder punktuell an der Organisation einer Veranstaltung helfen wollen.

Die Non-Profit-Expertin Brigitte Reise sieht aus Richtung dieser neuen Akteure Herausforderungen auf Non-Profit-Organisationen (NPOs) zukommen, da Spendenwilligen nun unter Umgehung der bekannten Organisationen direkt an Projekte vor Ort geben können, dadurch die nicht projektgebundenen Mittel dieser Organisationen zurückgehen. Gleichzeitig werde der „Markt“ unübersichtlicher werden, da die Anzahl der Akteure stark zunehme. Und schließlich würden die NPOs so wie ihre Profit-Gegenüber die Informationshoheit über ihren Markt verlieren, weil sich der Informationsaustausch immer mehr in Richtung der interessierten Individuen untereinander verlagere.

Andererseits erhofft man sich auf Basis der Vernetzung der Menschen innerhalb der Dritten Welt so positive Effekte, dass die „Food and Agriculture Organization“ der Vereinten Nationen 2007 einen Kongress veranstaltet hat, der sich mit den Möglichkeiten beschäftigt, die das Web2.0 dem Wissensaustausch und der Zusammenarbeit in der Entwicklung bietet. Als Beispiel wird das BROSDI-project in Uganda genannt:

„where a group of farmers started experimenting with modern Information and Communication Technology (ICT) to improve farming. Using a wide variety of communication tools such as websites, SMS, blogs, RSS feeds, Google Maps, Flickr, Picasa and Skype has helped them to strengthen organisation, planning and information sharing within the community which improved their livelihoods considerably.“

Eigentlich viel spannender, was hier passiert, als in MySpace & Co. finde ich…

Autor: Joerg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. Jörg Hoewner hat in diesem Zeitraum zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

7 Kommentare

  1. Pingback: Zukunft des Marketing – Marketing der Zukunft | Moderne-Unternehmenskommunikation.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


18 − acht =