K12

Zwischen Puff, Filz und Aufklärung: Volkswagen-Führung zeigt gutes Krisenmanagement – wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten

25. Juli 2005 · von Frederik Bernard · Keine Kommentare

Autor: Frederik Bernard | FBKB

Wenn es drauf ankommt, dann geht es doch: Die Führung des Wolfsburger Volkswagen-Konzerns bewies nicht zuletzt durch restlosen Aufklärungswillen, wie Krisenkommunikation funktionieren kann. Schade nur, dass sich das Unternehmen die ersten Tage eher passiv verhalten hat und die aktive Steuerung zunächst den Medien sowie der Politik unter der Führung von Ministerpräsident Wulff überlassen hat.

Dennoch: Auch der designierte Vorstand Wolfgang Bernhard machte bei diesem Theaterstück der ganz besonderen Sorte eine gute Figur – er liess sich nicht treiben und griff zusammen mit Bernd Pischetsrieder aktiv zum Steuer. Was soll er auch anderes tun? Er muss in den nächsten Monaten das stark angeschlagene Schiff Volkswagen wieder auf Kurs bringen.

Diese Krise, die in dieser Form eine neue Qualität bei Deutschen Markenunternehmen darstellt, macht die Notwendigkeit einer präventiven Krisenkommunikation und eines durchgehenden Issues Managements deutlich. Und…. wie wär es denn mit einem Krisenportal auf der Volkswagen-Website? Mit regelmäßigen Infos und tagesaktuellen News, Diskussionforen für Journalisten etc.? Das wäre dann ganz weit vorne …

Schauen wir einmal, ob andere Unternehmen hiervon lernen konnten. Denn die nächste Krise kommt bestimmt.

“Das E-Mailing ist noch lange nicht am Ende”?

22. Juli 2005 · von Jörg Hoewner · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Heute beim PR-Blogger (http://klauseck.typepad.com/prblogger, kann ich nur empfehlen, very thoughtful) gelesen: “Das E-Mailing ist noch lange nicht am Ende”. So würde ich den Satz auch unterschreiben.
Aber beim Unterstellen eines Brandingeffektes werde ich etwas unsicher und frage mich: Warum lese ich solche Studien zur E-mail-Wirksamkeit nur von solchen Unternehmen (in diesem Falle eCircle und Ferrero), die auch entsprechende Dienstleistungen anbieten und verkaufen wollen? Oder an den Leser: Lasst es mich wissen, wenn Ihr über entsprechende unabhängige Studien stolpert. Ich würde es einfach gerne mal von jemand anderem lesen…

Ergebnisse des Corporate Blogging Survey: Customer involvement oder nicht?

21. Juli 2005 · von Jörg Hoewner · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Die Agentur BackBoneMedia hat per Online-Umfrage und individuellen Interviews Blogger (u.a. von IBM, Macromedia nach ihren Erfahrungen gefragt, hinsichtlich Veränderungen durch Customer Feedback, der internen Kultur, etc.. Interessant ist, dass die Unternehmen teilweise enttäuscht waren, weil zu wenig Feedback kam, andere wiederum berichten sehr positiv über ihre Erfahrungen. Auf jeden Fall kann man daraus lernen. Die Studienergebnisse gibt es unter http://www.backbonemedia.com/blogsurvey/blogsurvey2005.pdf

Gefunden habe ich den Hinweis im Blog CorporateBlogging.info. Empfehlenswert. Jetzt herrscht dort allerdings Sommerpause.

Buchtipp: Peter Metzinger: Business Campaigning

20. Juli 2005 · von Jörg Hoewner · 1 Kommentar

Was Unternehmen von Greenpeace und amerikanischen Wahlkämpfern lernen können.

Autor: Jörg Hoewner

Kurzverdikt: Sehr lesenswert.

Immer, wenn ich meinen Kollegen vom Metzinger erzähle, scheinen sie ihn schon zu kennen und schauen mich an, nach dem Motto “Is doch nix Neues mehr”. Aha. Hmm. Äh, und warum handelt dann keiner so?
Metzingers These: Kommunikation ist in der Wirkung nicht effizient. Nur, wenn alle Medien vernetzt sind und wenn begleitend zur Kommunikation real “interventiert” wird (das können die berühmten Fabriktorketten-Aktionen sein, aber auch konkrete Prozessveränderungen in einem Unternehmen), kann die optimiale Wirkung bei überschaubarem Mitteleinsatz entfalten. Und alles funktioniert nur, wenn man die relevanten Stakeholder involviert (nicht nur informiert). Womit mir bei meinem Lieblingsthema wären: Stakeholder Involvement.
Metzinger liefert dazu allerlei Checklisten und Anleitungen, die ich ganz gelungen finde, weil sie wirklich helfen können, eine 360Grad-Analyse zu fahren und einen entsprechenden Prozess aufzusetzen.
An manchen Stellen finde ich seine Beispiele allzu wiederholend, im letzten Drittel des Buches fehlte mir der Sinn und die Struktur ein bisschen, vieles schien, als sei es dort hingeschrieben worden, weil es woanders nicht mehr inhaltlich hinpasste. Wie auch immer: Lesenswert.
Peter Metzinger arbeitet jetzt für die anderen, mit seiner Beratung “4C Business Campaigning”.

Ergänzung: Und an einem neuen Buch hat er mitgewirkt: “Handbuch Nachhaltigkeitskommunikation.” Mehr dazu, siehe Link unten (hab ich noch nicht gelesen).

Web-zentrische Kommunikationsstrukturen

18. Juli 2005 · von Jörg Hoewner · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Ich habe in den wenigen Beiträgen bisher davon geschrieben, wie Kunden und andere Stakeholder von Unternehmen besser in den jetzigen Kommunikationsprozess eingebunden und aktiviert werden (z.B. “Apple goes Intel: Kundenkommunikation goes wild” am 9. Juni). Weshalb es nicht so ist, liegt zum grossen Teil daran, dass Kommunikation immer noch als Einbahnstrasse (massenmedial) missverstanden wird. Aber auch daran, dass Unternehmen in der Regel organisatorisch gar nicht zu in der Lage sind. Je grösser, desto schwieriger.

Warum das (theoretisch) so ist und wie man das organisatorisch lösen könnte habe ich via hier im Blog “PR-Studies” gefunden: Ein Artikel von James L. Horton zu “Web-centric Communications Structure”, die man sich hier als PDF-Datei herunterladen kann: Download. Ganz lesenswert wie ich finde. Der organisatorische Ansatz geht meiner Meinung nicht weit genug und betrachtet das Problem nur aus der Websicht.

Mehr “customer-centric” statt “web-centric” wäre nämlich der nächste logische Schritt. Und das funktioniert nur medienübergreifend. Weil “Customer” eben nicht nur im Web sind…