K12

Wahrnehmungen im Ukraine-Krieg

17. März 2022 · von Jörg Hoewner · 1 Kommentar

Wir haben lange überlegt, ob wir die schon vor dem Ukraine-Krieg geplanten #K12Leaks einfach so rausschicken. Oder ob wir stattdessen Ukraine-Fahnen oder Peace-Parolen posten. Wir finden beides nicht passend. Das eine ist ignorant, das andere wohlfeil. Stattdessen will ich mit euch meine Gedanken dazu teilen, was in der Vorgeschichte und auch jetzt kommunikativ zu beobachten ist – und welche Folgen sich daraus ergeben.

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Die Macht der Kommunikation: 9 Learnings für erfolgreiche Veränderungsprozesse

17. März 2022 · von Verena Waldbröl · Keine Kommentare

Wie wirkungsvoll Kommunikation sein kann, zeigt das Beispiel unseres Kunden gkv informatik. Doch wie fasst man ein Veränderungsprojekt zusammen, das man über fünf Jahre lang intensiv begleitet hat? In dem kein Stein auf dem anderen blieb. In dem man mit- und aneinander gewachsen ist. Für das man täglich im Austausch war und Mitarbeiter:innen auf Kundenseite fast schon Kolleg:innen waren. Und das trotz zahlreicher (un)vorhersehbarer Stolpersteine erfolgreich abgeschlossen wurde?

Sich nicht im Kleinklein zu verlieren, weil bei diesem Mammutprojekt viel Wirkung im Detail steckte, ist eine Herausforderung. Doch mit etwas Abstand zeigt sich, warum dieses Projekt so erfolgreich war.

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Mitarbeitende als Gesichtgeber:innen – wie Corporate Influencer die Unternehmenskommunikation erweitern

11. März 2022 · von Julia Küter · Keine Kommentare

Die Zeiten, in denen Influencer nichts weiter tun mussten, als ein Produkt in die Handykamera zu halten, um damit den Verkauf ins Unermessliche zu steigern, sind schon lange vorbei. Die Nutzer:innen vertrauen dem Internet nicht mehr blind, sondern hinterfragen Dinge so gut es geht. Menschen, die andere beeinflussen wollen, müssen mehr können. Wer selbst ein Produkt nutzt und authentisch rüberbringt, dass er oder sie das Selfie mit dem neuen Shampoo nicht nur für Geld macht, hat gute Chancen, am Ball zu bleiben.

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Die Zukunft der Realität

21. Februar 2022 · von Joerg Hoewner · Keine Kommentare

In der US-Ausgabe des Magazins Wired gibt es ein großes Themenspecial zum Thema „Was ist die Zukunft der Realität?“. Spannender Titel, aber ein bisschen irreführend. Denn im Grunde geht es um die Frage, durch welche Technologien in Zukunft vermutlich unsere Realitätskonstruktionen (mediatisiert) beeinflusst werden.

Anlass für die Redaktion war die Veröffentlichung des jüngsten Sprosses der Matrix-Film-Familie, The Matrix Resurrections. Das Hauptnarrativ der Matrix-Reihe: Wir leben in einer Simulation, die Realität, wie wir sie kennen, ist nur ein Schein. Und um dahinter zu blicken, müssen wir die Pille der Erkenntnis nehmen und nur dann haben wir vielleicht eine Chance, diese Scheinrealität auch zu verändern – zu hacken.

Simulation als Realität

In seiner Story und durch seine Ästhetik hat der erste Film der Reihe damals (1999) Furore gemacht, auch, wenn die Story an sich nicht völlig neu war. Die Grundidee lehnte sich stark an die Cyberpunk-Literatur der 1980er an, an wegweisenden Romanen wie „Neuromancer“ von William Gibson oder „Snow Crash“ von Neal Stephenson.

Diese Romane haben nicht nur Filme wie Matrix oder Blade Runner beeinflusst, sondern waren auch Stichwortgeber für Medientechnologien, die erst später serienreif wurden, wie Virtual Reality oder für den Begriff Cyberspace als „konsensuelle Halluzination eines von Computern erzeugten grafischen Raums“.

Fast zeitgleich entwickelten die französischen Medienphilosophen Jean Baudrillard und Paul Virilio – unabhängig voneinander – Konzepte wie dem vom „Simulacrum“ (Baudrillard) oder der mediatisierten Beschleunigung von allem (Virilio) und beschreiben damit frühzeitig noch vor der Massennutzung des Internets die Herausforderungen, mit denen sich die Menschheit konfrontiert sieht, wenn Realitätskonstruktionen von Referenzpunkten entkoppelt werden.

Das Special von Wired setzt also beim Film und seiner Vorgeschichte an und reißt die Entwicklungen an, die für die Zukunft der Realität schon sichtbar sind. Ich fasse im Folgenden die

Technologien für die Zukunft der Realität

zusammen:

  1. Fake News: Eigentlich konstruieren alle Medieninhalte Realität, nur einige konstruieren mehr als andere. Wenn Referenzen willkürlich werden, kann man von „Fake News“ sprechen. Ein Thema, mit dem wir uns in Zeiten von Content Bots zunehmend auseinanderzusetzen haben. Wired berichtet von Jonas Bendiksen, einem Dokumentarphotografen, der die berühmt-berüchtigte Fake News-Fabrik in Veles, Nord-Mazedonien, besucht haben will. In Veles wurden viele der Falschnachrichten produziert, die im ersten Trump-Wahlkampf die Stimmung aufgezeigt haben. Der Twist bei Bendiksen: Er benutzt die Sprach-KI GPT-2 (nein, nicht GPT-3), um verschiedene Versionen seiner Reportage, insbesondere des dargestellten Bildmaterials, zu generieren. Meta-Fake News sozusagen. Schönes Experiment.
  2. Neuro Implantate: Die Idee von William Gibson (Neuromancer) war, dass über neuronale Implantate Schnittstellen zwischen Computer und ZNS hergestellt werden und so realistische Simulationen des Cyberspace direkt in unser Nervensystem induziert werden können. Eine Idee, die viele Gamer wahrscheinlich begeistern würde, Spiele „real“ zu erleben. Nur sind wir noch nicht soweit, momentan können wir zwar visuelle oder andere z.B. olfaktorische Reize erzeugen. Aber die Mittel dazu – die Reize werden über Elektroden erzeugt – sind noch recht grob. Es ist so, als ob man mit einem Vorschlaghammer filigrane Michelangelo-Statuen aus Marmor heraushauen wollte. Das Hirn ist einfach zu komplex, um es durch Elektroden abzubilden. Anders sieht es bei Sinnesnerven aus: bei Implantaten für das Hören und für das Sehen, sind wir schon ein bisschen weiter. Bis wir also hier von Realitätskonstruktion sprechen können, ist es noch was hin.
  3. Metaverse: Der Begriff „Metaverse“ ist literarisch quasi das Pendant zu „Cyberspace“ und wurde erstmals in „Snow Crash“ (s.o.) erwähnt. Heute wird der Begriff stark gehyped alc Chiffre für die Idee, einen virtuellen, dreidimensionalen Raum zu kreieren, in dem wir alle als User / Konsumenten via Avataren repräsentiert und aktiv werden. Für Facebooks Mutterfirma „Meta“ (Abk. v. „Metaverse“) ist die Idee so zentral, dass sie ihren Firmennamen entsprechend geändert haben und das Geschäftsmodell in diese Richtung ausrichten. Dabei geht es nicht nur darum, 3D-VR-Brillen (der Marktführer Oculus ist eine Meta-Tochter) zu verkaufen, sondern hier entsteht ein Markt für Unternehmen, als Transaktionsplattform für reale Güte, vor allem für virtuelle Güter, z.B. auch für virtualisierte Kunst (Stichwort NFTs).
    Für John Hanke von Niantic ist die Meta-Idee von Zuckerberg eine Dystopie, weil sich Menschen zunehmend aus der physischen Realität verabschieden würden, die ja eigentlich unser Leben bereichern würde. Er plädiert für einen alternativen Ansatz, einer Art Augmented Reality-Social Network, an dem natürlich seine Firma arbeitet. Auf dieser Plattform wird die physische Realität mit der digitalen vermischt. Beispiel: Man läuft durch eine Stadt und kann in der physischen Umgebung die 1920er wiedererleben etc..

    Ob der Zuckerberg oder Hanke am Ende Recht haben wird sich zeigen. Sind die Nutzer soweit? Vielleicht wird es am Ende dann doch ein chinesisches Meta?
  4. Hyperobjekte: Die Literaturwissenschaftler Timothy Morton hat den Begriff der „Hyperobjects“ geprägt, um Objekte zu bezeichnen, die so massiv in Raum und Zeit verteilt sind, dass sie sich einer Verortung entziehen. Wir nehmen nur ihre Symptome oder Auswirkungen war, nicht das Objekt an sich. Als prominentes Beispiel nennen sie den Klimawandel oder radioaktives Plutonium. Das Konzept „Hyperobjekt“ bringt somit Themen auf den Begriff, die ansonsten qua Komplexität nicht mehr „begreifbar“ sind. Das Thema kommt auf meine Leseliste, weil so ganz erschließt sich mir das noch nicht.
  5. Crypto-Everything: Kryptowährungen, Kryptokunst, Kryptopunks… Eine weitere Ebene der Realitätskonstruktion, über die viel geschrieben wurde…

Soweit ein Überblick über die in Wired angesprochenen Themen zur „Zukunft der Realität“. Es ist auf jeden Fall ein spannender Einblick, vermutlich nicht vollständig, aber mit Themen, mit denen wir, die in der Medienwelt professionell unterwegs sind, uns früher oder später auseinandersetzen müssen.

Buchtipp: „Unternehmenskommunikation und PR konzipieren“ von Nanette Aimée Besson

18. Februar 2022 · von Joerg Hoewner · Keine Kommentare

Kurzverdikt: Gutes Nachschlagewerk

Nanette Besson hat sich einen Namen gemacht als Expertin für PR-Evaluation und Kommunikations-Controlling, einem Thema, mit dem sie sich sowohl aus wissenschaftlicher Perspektive als auch als Beraterin beschäftigt hat. An dieser Stelle haben wir vor Jahren auch schon mal eine Rezension vom „BUCHTIPP: „PR-EVALUATION UND KOMMUNIKATIONS-CONTROLLING“ veröffentlicht und eine Empfehlung ausgesprochen.

Nun gibt es eine neue Veröffentlichung mit dem Titel „Unternehmenskommunikation und PR konzipieren“ – Grund also, sich das Werk anzuschauen.

Die Gliederung des Buches orientiert sich an den Phasen der Konzeption, von Briefing, Recherche, Evaluation, Analyse, Strategie, Taktik, Kommunikationsdesign und Reporting, Pitch und Konzeptionsmanagement – insofern der komplette Prozess. Wie man an der Nomenklatur („Briefing“, „Pitch“) schon sehen kann, beschreibt Besson den Prozess etwas stärker aus der Agenturperspektive, was aber nicht schlimm ist, weil die Arbeitsschritte im Prinzip auch aus einer vermeintlichen Auftraggebersicht gleich sind.

Einen besonderen Schwerpunkt legt Besson auf das Thema Kommunikationscontrolling bzw. -evaluation und auf den Einsatz von empirischen Daten. Das unterscheidet es stark von vergleichbaren Büchern; hier zahlt sich also das enorme Hintergrundwissen von Besson positiv aus.

Unternehmenskommunikation und PR konzipieren

Nun ist Kommunikationskonzeption ein Thema, mit dem man sich lange beschäftigen kann und da stellt sich die Frage, ob man das Thema umfassend auf 260 Seiten bearbeitet bekommt. Ich würde sagen, „schwierig“, denn in der Tat sind manche Kapitel dann doch sehr knapp, einige wichtige Themen werden nur angerissen. Auf der anderen Seite finden sich wieder sehr viele Methoden- und Werkzeugtipps, die bei der Arbeit nützlich sind.

Für wen eignet sich das Buch? Eigentlich für alle, die sich mit der Konzeption von Kommunikation auseinandersetzen: Studierende, Einsteiger in den Job, aber auch Professionals, die was nachschlagen wollen oder ihr Methodenwissen festigen, vertiefen und erneuern wollen. Ein guter Reiseführer und ein geeignetes Kompendium.

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