K12

PR-im-Web-Trends 2006 zusammengetragen

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Autor: Jörg Hoewner

In einigen PR- bzw. Kommunikations-Blogs im angelsächsischen Raum wird mächtig das Jahr 2006 resumiert. Hier ist ein Überblick, jeweils mit Quellenangabe und einer Einschätzung dazu.

Kami Huise zählt auf “Communications Overtones” auf:  

  1. The User-Generated Rise of Viral Video
    Wenn man allerlei “lustige” Filmchen bei YouTube mal rausnehmen würde, was bleibt dann? Beiträge dokumentarischen Charakters (“Citizen journalism”), einige Tutorials mit Online- oder Technologiebezug und viel Content zu Musik- und Filmthemen.  Gewiss spannend, lebendig und sogar mächtig genutzt. Als Medium innerhalb von PR- oder Marketing-Maßnahmen kann man mit dem überlegten und gezielten und für den Nutzer sinnstiftenden Ansatz sicherlich was reißen. Aber momentan übersteigt der Buzz um YouTube und co deren Relevanz (imho).
  2. The Birthpains of the 3D Internet
    SecondLife. Spannende, coole Sache, beschäftigen wir uns auch mit (im Kundenauftrag und aus eigenem Antrieb). Aber so richtig viel los ist da an den meisten Stellen noch nicht, oder? Kennenlernen, ausprobieren, nix überstürzen.
  3. The Misuse and Abuse of Social Media Channels
    Schon heute ein Thema und ein Problem. Und es wird zunehmen, je relevanter Social Media wird. Aber ich denke, das wird sich selbstregulieren (siehe Trend 4). Mich persönlich nervt z.B. ganz konkret Kommentarspam, ich habe täglich 50-150 Angriffe auf meine Kommentarfunktion von irgendwelchen Drug- und Porn-Sites.
  4. The Rejection of PR by Several Social Media Communities
    Verständliche Reaktion. Es gibt einfach Lebensbereiche, in denen man Unternehmenskommunikation nicht braucht und nicht will. Das müssen wir respektieren.
  5. The Rise of a Real Discussion about the Future of the Press Release, Finally
    Jupp. Meine Einschätzung steht u.a. hier. Todd Defren auf PR Squared schreibt dazu… “we are going to re-format a 100-year old document for an emerging era in which consumers wield unprecedented control.  By re-architecting the news release, we will place the power to disseminate data and effect reputation directly into the hands of the consumer.  By providing all of the relevant, legitimate multimedia assets of the brand — to anyone who wants them, to do with them whatever they please” und “the Social Media News Release is not the only way in which this will happen…”

Eric Kintz von HP fokussiert sich in “The Marketing Excellence Blog” auf den Bedeutungszuwachs von Company Generated Media, also Unternehmens-Blogs, -Podcasts und -Videocasts.

Dazu passt, dass Dan Greenfield auf Bernaisource einen öffentlichen Diskurs zwischen General Motors und der New York Times in Person des Vorzeige-Kommentators Thomas L. Friedman bemerkenswert findet. Das war geschehen:

“Mr. Friedman wrote a piece rebuking General Motors for its SUV marketing strategy — likening the auto giant to a drug dealer.  General Motors called the characterization “rubbish,” but the Times wouldn’t print GM’s rebuttal unless it cleaned up its language.  GM refused and used its corporate blog – FastLane Blog  to state its case and post their back and forth emails with the New York Times as the two parties hashed out a compromise.  In the media circus that engulfed this event, The Times felt compelled to respond to GM’s blog (which may have been a first).  In fact, it was GM’s unilateral decision to “publish” the behind the scenes correspondences with the NY Times that helped drive the public’s and the media’s interest in this incident.

What makes this significant is threefold.

  1. It elevates the importance of corporate blogs as a communications platform for PR departments.
  2. It demonstrates that corporations are no longer beholden to mainstream media to convey their message.
  3. Subsequently, it redefines the power relationship between the media and corporate communications departments.”

In der Tat ergeben sich hier Chancen, in dem Kontexte wiederhergestellt werden können, die der Medienöffentlichkeit ansonsten leicht verloren gehen. Aber diese Möglichkeit gibt es nicht erst seit Blogs. Schade, dass solche Fälle (oder online-getriebene Kommunikationskrisen, die relevant sind) immer nur in den USA auftauchen. In Deutschland glaubt einen das keiner. ;-)

Meiner Meinung nach bringt das  John Wagner von Wagner Communications auf zusammenfassend auf den Punkt:  

“I believe the biggest trend is the move toward a more human voice in corporate communications.

The tools — blogs, podcasts, easily uploadable video — make it possible, but in the end they are just tools. What they are changing, however, is the way in which companies communicate. The tone they use. The language. The style. The approach.”

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Aber was waren jetzt die PR-nicht-im-Web-Trends 2006? Bitte um Lesetipps…

Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

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