K12

Viva la Worthülse

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Shel Holtz hat sich die Mühe gemacht, über Twitter eine Liste der meist gehassten Baffling-Phrasen aus Unternehmen zu suchen und zusammen zu stellen. “Baffling” ist dabei eine Mischung aus “Business” und “Waffling”, also in etwa “Business-Geschwafel”, und wie zu erwarten sind PR und Marketing ganz weit vorne dabei.

Auch, wenn die Liste auf Englisch ist: Ich sehe da einige Gelegenheiten, sich an die eigene Nase zu fassen, ich sage nur: Mehrwert, Synergien, “am Ende des Tages”, was es m.E. von einer idiomatischen englischen Redensart 1:1 ins Deutsche geschafft hat … Wenn wir über Sprache unsere Realität konstruieren, sind diese spaßigen Listen ein guter Anlass, sich über die selbt auferlegten Beschränkungen und manche Sinnlosigkeit bewusst zu werden.

Auch immer wieder gern genommen ist das “Bullshit Bingo”, hier in verschiedenen Kategorien. “Sinnloses Deutsch” ist ganz herrlich, wobei der natürlich blödsinnige Ausdruck “zwischen den Jahren” doch wunderbar ein Gefühl und einen Zustand beschreibt, den man einfach intuitiv versteht. Gut, dass “Sense-Making” nicht nach rein rationalen gesichtspunkten funktioniert …

Autor: Carina Waldhoff

Carina Waldhoff, Jg. 75, ist Kommunikationsberaterin bei der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Sie studierte Anglistik, Psychologie und Pädagogik in Bochum und Barcelona sowie Kultur- und Medienmanagement in Hamburg. In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit dem Nutzen von Corporate Citizenship für die Unternehmenskommunikation. Nach dem Studium arbeitete sie als Referatsleiterin Interne Kommunikation bei der Vereinigten IKK in Dortmund, anschließend als Junior Consultant bei CP/COMPARTNER in Essen und reiste dann ein Jahr durch Australien, wo sie auch zum ersten Mal bloggte.

4 Kommentare

  1. Sehr schön in diesem Zusammehang ist immernoch der Werbeclip für das Bundesland Baden-Württemberg http://www.youtube.com/watch?v=uqHd_Y3LOc0

  2. stimmt – danke für den Tipp!

  3. Da stimme ich Ihnen absolut zu – zumindest sehe ich auch die Ursache für diese Codes darin, eine “Pseudo-Verständigung” zu erleichtern. Klare Sprache macht immer auch haftbar und angreifbar, kann man am besten von Juristen lernen …

  4. Aus meiner Perspektive ist das Baffling weniger ein linguistisches Problem. Hab’ heute morgen noch ein paar Zeilen dazu geschrieben, die kurz gefasst bedeuten: Kommunikationsentscheidungen sind zunehmend Gremien- und Konsensentscheidungen und werden deshalb immer stromlinienförmiger. Das Ergebnis: Jeder schreibt, was der andere schreibt und zusehends das, was am wenigsten kritikwürdig sein könnte.

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