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Widerstände bei der Software-Einführung: Es geht um den Einzelnen

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In den letzten Tagen habe ich eine Reihe von Interviews geführt mit Mitarbeitern in einem größeren Industrieunternehmen, die von der Einführung eines neuen SAP-Systems betroffen sind. Das System wird an mehreren Standorten in mehreren Ländern eingeführt. Für manche Standorte bedeutet das einen Rückschritt, für manche einen Fortschritt. Die vergangenen Tage verbrachte ich bei denen, die das Projekt als Rückschritt wahrnehmen.

Und hier besonders zeigt sich das Problem darin, das Projekt als sinnvoll zu vermitteln:

  • Die positiven Aspekte, die für die Einführung sprechen, sind erst einmal abstrakt und für den Einzelnen schwer nachvollziehbar: Es geht um die Zusammenarbeit mit anderen Standorten, einen höheren Kundennutzen, höherer Effizienz bei der gemeinsamen Arbeit von Projekten.
  • Aber: Nur ein Bruchteil der Mitarbeiter wird Vorteile bemerken, nur die, die direkt mit anderen Standorten zusammenarbeiten. 

Im Vorfeld wurde viel gemacht, es gab schon einmal Interviews, es gab und gibt Dialogformate (Teammeetings, Workshops, Projektmessen), alle Standorte und Abteilungen wurden eingebunden, usw..

Der grundlegende Informationsstand über das inzwischen zwei Jahre andauernde Projekte ist daher ziemlich gut und trotzdem bleiben die Unsicherheiten. Im Grunde kann man die Unsicherheit so zusammenfassen: Die Mitarbeiter wollen konkret und für sich (oder für die eigene Abteilung) wissen, was sich in den Arbeitsabläufen, Handgriffen, Prozessen ändert und was gleich bleibt. Die persönliche Betroffenheit ist entscheidend: “Was bedeutet das für meine Arbeit?”.

Und hier kommt das Dilemma, dass genau das für 13.000 User (mit vielen unterschiedlichen Rollen in unterschiedlichen Prozessen) nicht darstell- bzw visualisierbar ist. Nicht, bevor es einen Prototypen bzw. eine Testversion gibt. Und das ist ziemlich am Ende des Prozesses.

Fazit: There is no perfect world. Mit einem gewissen Niveau an Unsicherheit muss man an dieser Stelle wohl leben. Trotzdem sollte man versuchen (und versuchen wir) möglichst viele Ängste zu nehmen und den Nutzen beispielhaft so klar wie möglich darzustellen.

Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

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