K12

Teilen nicht erwünscht! Zur komplizierten Nachrichtenlage

22. März 2022 · von Joerg Hoewner · 1 Kommentar

Wer Social Media einigermaßen regelmäßig nutzt, kennt das: Lustige, spannende, interessante, empörende Stories oder Posts werden schnell weiterempfohlen, an Freund:innen, Verwandte, Arbeitskolleg:innen. Dadurch entsteht ein Schneeballeffekt, Nachrichten werden verstärkt in ihrer Sichtbarkeit und somit in ihrer Wirkung: Irreführung, Verunsicherung, die Bereitschaft, Verbrechen zu unterstützten etc..

Der Effekt ist nicht neu, aber gerade während des Krieges in der Ukraine gibt es geradezu eine Explosion unterschiedlichster Inhalte, deren Wahrheitsgehalt sich nur schwer überprüfen lässt. Das gilt für die Darstellungen beider Seiten, insbesondere auch deswegen, weil sich nur schwer nachverfolgen lässt, wer Urheber:in ist.

Nachzuverfolgen, was Fakt ist oder Fake, gehört klassischerweise zum Aufgabenspektrum von Journalist:innen. Seriöse Medien investieren umfassende Ressourcen in das Fact Checking. Aber in Zeiten der Hyperbeschleunigung passieren leider auch hier Fehler und Fake News oder möglicherweise nur teilweise richtige Informationen, schleichen sich auch hier ein.

Um so wichtiger, dass es Organisationen gibt, die sich dem Fact Checking und Debunking verschrieben haben und notwendige Sicherheit liefern. Hier einige wertvolle Quellen:

  • Eine in Spanien initiierte Plattform #Ukrainefacts sammelt laufend Falschmeldungen und belegt die Quellen bzw. die Gegenbeweise – erstaunlich wie viele davon mir als Leser schon untergekommen sind.
  • EU vs. Disinformation ist die sehr gut gemachte Seite einer Task Force im Europäischen Auswärtigen Dienst – auch vor dem Krieg eine Quelle über russische und chinesische Desinformationskampagnen.
  • Politifact ist ein Projekt des Poynter Institute, einer Non-Profit-Journalistenschule aus den USA. Eigentlich fokussiert sich die Plattform auf US-Politik, nimmt nun aber auch den Krieg in der Ukraine unter die Lupe.
  • Leadstories hat eine eigene Rubrik eingerichtet, wobei auch hier normalerweise die US-Politik und die Corona-Krise im Vordergrund stehen. Finanziert und betrieben wird das Ganze über eine Trendmonitoring-Software und durch Facebook.

Der Blick auf die Portale zeigt, wie vielfältig und wahnsinnig gefährlich viele Inhalte sind. Wenn zum Beispiel vermeintlich und fälschlicherweise NATO-Truppen beim Fallschirmabsprung in der Ukraine gezeigt werden, dann scheinen sich die Urheber:innen eine Eskalation herbeireden zu wollen.

Was kann man selber tun?

Nicht viel, aber man kann vermeiden, es schlimmer zu machen!

Grundregel: Vertrauenswürdige Quellen nutzen, d.h. Medien mit einer Marke, die für seriösen Journalismus steht.

Weil das nicht immer geht, hier unsere Empfehlung:

  1. Nicht! Sofort! Teilen!
  2. Fragen: Woher kommt die Nachricht (u.a. Quelle) und wer hat ein Interesse daran, dass Inhalte aufgenommen werden?
  3. Fact Checking-Site nutzen.
  4. Im Zweifel: Nicht teilen!

In so einer irren Zeit kann man nicht davon ausgehen, dass Nachrichten plausibel sind oder dass man den Wahrheitsgehalt aus einer Plausibilität herleiten kann. Insofern muss man sich bewusst machen, dass man sich durch das Teilen betreffender Inhalte zum Instrument derjenigen macht, die Böses im Schilde führen.

MediaCheck

Mit dem MediaCheck unterstützen wir selber gemeinsam mit pressrelations, Newsguard und Fraunhofer eine Lösung, die dazu beitragen kann und soll, dass Medienkompetenz gefördert wird und dass dazu entsprechendes Nachrichtenmaterial bereitgestellt wird. Hier gibt es einen Beitrag dazu:

MEDIA-CHECK – WIE EINE SUCHMASCHINE VOR FAKE NEWS SCHÜTZT

More to come.

Nähe auf der (Ton-) Spur

17. März 2022 · von Verena Waldbröl · 1 Kommentar

Zwei Jahre der Distanz haben mit uns Menschen etwas gemacht. Auf persönlicher Ebene, genauso auf mentaler und gesellschaftlicher. Persönliche und physische Nähe zu jenen, die wir schätzen? Möglich war’s nur im engsten Kreis, leider. Wir begegnen uns distanzierter und Nähe lässt sich nicht mehr so leicht herstellen, wie es oft vor der Pandemie gelang. Doch wir haben dabei unterschiedliche, individuelle Wege gefunden, damit umzugehen und Nähe zu spüren. Genau darum geht es in unserem Podcast „nahbar – der Nähe auf der (Ton-) Spur“. Warum wir uns für einen Podcast entschieden haben? Julia Küter, Beraterin für Interne Kommunikation und Change, hat die interne Projektleitung übernommen und auch selbst eine Folge eingesprochen.

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Retros für Kommunikationsprojekte

17. März 2022 · von Jonas Wilmesmeier · Keine Kommentare

Die Retrospektive, kurz Retro, ist ein beliebtes Werkzeug agiler Teams, um Teamarbeit und Projektleistung regelmäßig zu reflektieren und aus der Vergangenheit Lehren für die Zukunft abzuleiten. Wir bei K12 arbeiten zwar nicht immer agil, doch warum sollten wir dieses wirkungsvolle Tool nicht trotzdem auch für unsere Kommunikationsprojekte anwenden? Gesagt, getan. Herausgekommen ist unsere ganz eigene K12-Retromechanik. Hier unsere wichtigsten Erkenntnisse, Tipps und der Ablauf im Überblick.

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GutesMorgen! So stellt sich K12 dem Thema Nachhaltigkeit

17. März 2022 · von Babette Schneckener · Keine Kommentare

Sustainability, Nachhaltigkeit, CSR, Klimaneutralität – mit diesen Begriffen umkreisen Unternehmen einen Bereich, in dem es darum geht, in einem gesellschaftlich-moralischen Sinne „besser“ zu werden: Weniger oder kein CO2 in die Atmosphäre zu pumpen, Menschen fair zu bezahlen, Ressourcen zu schonen und Diversität zu fördern. Dass diese Ziele in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden sind, haben wir als Agentur begrüßt und kommunikativ begleitet. Wie komplex und herausfordernd das Thema tatsächlich ist, merken wir jetzt: Seit einigen Wochen fühlen wir unserer eigenen Nachhaltigkeit auf den Zahn. Das sind unsere ersten Erfahrungen und Learnings:

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Hörerlebnisse schaffen: Soundeffekte im Podcast

17. März 2022 · von Verena Waldbröl · Keine Kommentare

Immer mehr Menschen in Deutschland hören Podcasts. Von 2016 bis 2021 hat sich die Zahl derjenigen, die hin und wieder reinschalten, fast verdreifacht und lag im September vergangenen Jahres bei 38 Prozent. Das heißt aber auch: Da ist noch Luft nach oben. Wie also könnte man Podcasts attraktiver gestalten, um mehr Hörerinnen und Hörer zu erreichen?

„Klassischerweise unterhalten sich in einem Podcast zwei Menschen in einem Studio miteinander. Hier kann man viel spielerischer rangehen und mit Sounds oder Musik eine erweiterte Atmosphäre schaffen, die das Thema subtil verstärkt“, sagt Yannik Schulz, Art Director Bewegtbild bei K12. Ein Beispiel: Zwei Personen unterhalten sich über den Stahlmarkt der Zukunft. Mit atmosphärischen Sounds hinterlegt – die Personen laufen zur neuen Anlage, öffnen eine Tür, die Stimmen hallen mehr, im Hintergrund wummern Maschinen – wird die Geschichte emotionaler, nahbarer. Die Zuhörer:innen erleben die Situation mit, statt sich nur davon berichten zu lassen. Dabei sollte das Voiceover immer im Vordergrund bleiben, die Sounds werden eher unbewusst wahrgenommen.

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