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Kultur gewinnt: Vier Trends für das Employer Branding 2024

16. Januar 2024 · von Arne Müller · Keine Kommentare

Employer Branding gewinnt als Werkzeug der strategischen Unternehmensentwicklung weiter an Bedeutung. Und: Arbeitgeberattraktivität ist vor allem ein Kulturthema. Das verdeutlichen auch unsere Trends für 2024, die eng miteinander verbunden sind.

Trend #1: Wechselbereitschaft

Veränderung ist gut. Außer sie schwächt eingespielte Teams und die allgemeine Leistungsfähigkeit des Unternehmens durch die Abwanderung von Talenten! Sicher, die Zeiten, in denen sich Arbeitnehmer:innen ein Leben lang an ein Unternehmen binden, sind endgültig vorbei. Aber die hohe Wechselbereitschaft setzt Personalverantwortliche zunehmend unter Druck – und wird für viele Unternehmen zum erfolgskritischen Faktor.

Laut Ernst & Young sind bis zu 63 Prozent der Befragten offen für einen Jobwechsel oder planen diesen sogar konkret1. pressrelations, ein führender Anbieter von crossmedialen Monitoring- und Analyse-Services, hat die Buzzwords im Netz analysiert, die mit dieser Haltung einhergehen: „Job Ghosting“, „Quiet Quitting“ oder „Big Quit“ sind nur einige Begriffe, die pressrelations als Trendindikatoren identifiziert hat2.

Fazit: Die Wechselbereitschaft bleibt 2024 ein echtes Top-Thema für viele Unternehmen und ihr Employer Branding. Richtig angegangen, kann aus diesem Risikofaktor jedoch eine echte Chance für Unternehmen werden.

Trend #2: Bindung ist das neue Recruiting

Der Mix aus Fachkräftemangel, latenter Wechselbereitschaft und steigendem Qualifizierungsaufwand führt bei vielen Unternehmen zu einer strategischen Neuausrichtung ihres Employer Brandings. Stand früher vor allem die Gewinnung neuer Talente im Fokus, rückt heute die dauerhafte Bindung der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt ihres Engagements. Ein klarer Trend, den wir auch ganz deutlich bei den Kundenanfragen bemerken!

Wer Mitarbeitende erfolgreich binden will, muss die Gründe und Motive für deren Arbeitsplatzwechsel verstehen und hier ansetzen. Neben der beruflichen oder finanziellen Verbesserung im neuen Job geben auch Negativsignale im alten Job den Ausschlag. Vor allem das Führungsverhalten, eine schlechte Unternehmenskultur oder das Miteinander unter den Kolleg:innen können entscheidend sein. Kultur spielt also eine immer wichtigere Rolle: beim Entschluss zu kündigen – aber auch bei der Wahl des neuen Arbeitgebers!

Trend #3: Gute Unternehmenskultur bindet und zieht an

Im Kern sind es überwiegend Kulturthemen, die eine Arbeitgebermarke attraktiv und einzigartig machen. Deshalb sollte Employer Branding nicht nur auf Personalgewinnung ausgerichtet sein, sondern ganzheitlich gedacht und umgesetzt werden, im engen Schulterschluss mit Strategiekommunikation und Interner Kommunikation. Eine glaubwürdige Kommunikation, die transparent informiert, involviert und aktiviert, trägt aktiv zur Kulturentwicklung bei. Und sichert damit langfristig Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

Trend #4: Führungskultur entscheidet

Umfragen, aber auch Arbeitgeberbewertungsportale wie kununu zeigen, dass schlechtes Führungsverhalten eine Unternehmenskultur gefährdet und die Fluktuation steigert. Manchmal handelt es sich beim Fehlverhalten direkter Vorgesetzter nur um Einzelfälle. Oft steckt dahinter aber ein strukturelles Problem. Gefragt ist deshalb mehr denn je ein neues Führungsverständnis, das Verantwortung an die Mitarbeitenden abgibt, das inspiriert und persönliche Entwicklungsräume eröffnet.

Gute Führung im Unternehmen zu etablieren, ist jedoch ein tiefgreifender Veränderungsprozess, der nicht von heute auf morgen zu meistern ist. Hierfür gilt es, das Engagement aller Beteiligten – von der Strategie, der Führungskräfte- und Organisationsentwicklung bis hin zum Employer Branding – zu synchronisieren.

2024: Connecting the dots!

Wer Employer Branding als Kulturthema begreift und smart verbindet, was zusammengehört, darf mehr erwarten als die Summe aller Einzelteile. Denn auch über 2024 hinaus gilt: Nur ganzheitliche Ansätze führen zu nachhaltigem Erfolg. Und das nicht nur bei der Bindung von Mitarbeitenden.

  1. EY Jobstudie 2023: Karriere und Wechselbereitschaft, August 2023 ↩︎
  2. pressrelations und Zukunftsinstitut Workshop: Arbeitsreport 2024 – Vier Zukunftstrends für eine bessere Arbeitswelt ↩︎

Autor: Arne Müller

Arne Müller ist Senior Berater für Corporate Communications bei K12 Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Mit seiner kreativen Textpower und internationalen Marketing-Erfahrung verantwortet er heute die konzeptionelle Entwicklung sowie markengerechte Umsetzung smarter Kommunikationsmittel und Kampagnen.

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