K12

Mobile 2.0 in Indien

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Autor: Jörg Hoewner

Auf Spiegel Online wurde in einem interessanten Beitrag illustriert (“Das Handy macht den Sardinenpreis”), welchen mikroökonomischen Einfluss die Handynutzung in Schwellen- und Entwicklungsländern ausüben können. Am Beispiel von Fischern in Kerala (Indien) wird erläutert, wie deren Marktchancen durch die bessere Verfügbarkeit von Preisinformationen wesentlich verbessert wurden.

Dabei fielen mir weitere Ansätze ein, auf die ich in einem Research-Projekt für einen Mobilfunkanbieter gestoßen bin und die den Kerngedanken von Web2.0 (Nutzung von Sozialem Kapital) auf Mobilkommunikation übertragen. Oder anders ausgedrückt: Social Networking verbindet sich mit Mobilkommunikation.

Beispiel: Das “Inter-city marketing network”, in dem weibliche “Mikro-Unternehmer” über Handies miteinander vernetzt werden:

“The goals of the network are to link women micro-entrepreneurs from different urban areas in order to exchange goods and develop new markets for their products. The groups trade in over 100 basic products, including soap, cooking oil, washing powder. Communication between the groups is maintained through mobile phones which are used to receive and place orders for goods with other groups in the network, and to compare prices across the region.” (Loyola Joseph, http://www.i4donline.net/feb05/intercity.asp)

Und:

“Marketing in the network is based on the concept of social capital. Individual women are encouraged to foster good relationships with the family and friends to build a strong network of customers. The producer groups distribute their products to marketing groups via small and large trading meetings along with mobile communication. This has resulted in enabling the women to increase the profit margins, increase their volume of sales, and extend their marketing reach into new urban areas. Active network members started earning a profit of between US $ 10- 40 per month from their part time job. This income represents 10-15 percent of total family income and enables many members to pay school fees. More than 300 groups are now involved in the network.”

Weitere Projektinformationen gibt es hier.

Was ich an diesem Beispiel faszinierend finde ist, dass gezeigt werden kann, dass es durch technologiegestütztes Social Networking (kann man so nennen) eine Verbesserung der Lebensumstände von Menschen erreicht werden kann. Und zwar so real und existentiell, dass MySpace und Co. daneben wie Spielereien “verwöhnter Wohlstandsblagen” wirken.

Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

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