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Mobile Content: So wird er attraktiv für Leser und Suchmaschinen

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Immer mehr Nutzer rufen Online-Angebote mit Tablets und Smartphones ab. Das heißt im Umkehrschluss: Anbieter sollten ihre Inhalte mobil-freundlich aufbereiten. Das schätzen auch Suchmaschinen wie Google, das mit der jüngsten Version noch größeren Wert auf mobile Usability legt.

Etwa 70 Prozent aller regelmäßigen Online-Nutzer sind mobil im Internet unterwegs, wie eine Studie der Initiative D21 ergab. Zu den beliebtesten Mobil-Inhalten gehören E-Mails, Nachrichten und Soziale Netzwerke sowie – wenig überraschend – Dienste mit lokalem Bezug wie beispielsweise Fahrpläne. Der Überblick zeigt allerdings auch: Immer noch bevorzugen Nutzer in jeder einzelnen Kategorie größere Geräte mit stationärer Internet-Verbindung.

Müssen wir uns also gar nicht unbedingt Gedanken machen, wie wir Inhalte mobil präsentieren? Die Steigerungsraten sprechen dagegen: Der Anteil der mobilen Surfer unter den Onlinern hat sich innerhalb von zwei Jahren von 35 auf 70 Prozent verdoppelt. Der Anteil der Smartphone-Besitzer in der Gesamtbevölkerung stieg im gleichen Zeitraum von 24 auf 58 Prozent.

Fazit: Online-Inhalte müssen sowohl auf dem Desktop als auch auf Tablet und Smartphone funktionieren. Da Anbieter ihre Websites bislang eher für die Desktop-Nutzung optimiert haben, besteht bei der mobilen Präsentation Aufholbedarf.

SEO – darauf achten Suchmaschinen

Wie Google und Co. bewerten, verraten sie nicht im Detail. Fest steht jedoch, dass SEO-Ranking-Faktoren für mobile Content von den Kriterien für Desktop-Content abweichen. Hier sind einige:

  • Verdichteter Inhalt: In Vergleichen sind die Texte der besten mobilen Seiten kürzer als die der ersten Plätze bei den „normalen“ Suchergebnissen. Sie bringen ihr Anliegen in wenigen Worten auf den Punkt.
  • Kürzere Ladezeiten: Gut zu gebrauchen sind Seiten, die sich auf die wichtigsten Funktionen beschränken und daher schnell laden. Hintergrundmusik und Animationen sind überflüssig. Manche Nutzer blocken für ein geringeres Datenvolumen auch Bilder und Videos.
  • Flash vermeiden: Apple-Geräte wie das iPhone blockieren Flash-Plug-ins. Im Umkehrschluss heißt das: Wer Flash verwendet, schließt Nutzer aus.
  • Responsive Design: Zeile zu breit für das Smartphone? Schrift übertrieben groß auf dem Desktop-Bildschirm? Nicht mit Responsive Design – es passt den Content dem Gerät des Nutzers an. Das gilt übrigens auch für die Bildgröße.
  • Effekt-Diät: Einige Features wie beispielsweise der Mouse-over-Effekt funktionieren auf Touchscreen-Handys oder Tablets nicht. Ein guter Grund, sie wegzulassen.
  • Abstand zwischen Links: Touchscreen-Nutzer sollten eine Chance haben, wirklich nur den Link zu erwischen, den sie meinen. Zu nahe beieinander liegende Links sind daher unerwünscht.

Wer es seinen Lesern besonders leicht macht, sich zurechtzufinden, sammelt ebenfalls Pluspunkte. Die Übersichtlichkeit lässt sich erhöhen durch:

  • Übersichtliche Menüs: Verschachtelungen behindern die Orientierung im Online-Angebot. Wer klar strukturiert, kommt seinem mobilen Nutzer entgegen.
  • Einspaltiges Layout: Auf Smartphones ist in der Regel mit einem einspaltigen Layout die Grenze erreicht. Hier gilt ganz klar: Weniger ist mehr.
  • Schwarz auf weiß: Hervorragender Kontrast und die Macht der Gewohnheit sprechen für schwarze Schrift auf weißem Grund.

Textgestaltung – auf einen Blick

Da Nutzer immer häufiger mit dem Smartphone oder Tablet surfen, steht der mobile Content gleichberechtigt neben dem „normalen“. Deswegen ist es clever, bei der Content-Strategie vom kleinsten Format auszugehen, die wichtigsten Elemente und Inhalte zu definieren und für die Desktop-Version eventuell zu erweitern.

Welche Variante ich wähle – gleiche Inhalte für alle Formate oder unterschiedliche Versionen – hängt vom Projekt ab. Grundsätzlich macht es das Responsive Design möglich, den gleichen Inhalt auf allen Geräten auszuspielen. Im Einzelfall, etwa wenn Mobil-Nutzern nur ganz bestimmte Features zur Verfügung gestellt werden sollen, sind Unterschiede zwischen Mobil- und Desktop-Version aber sinnvoll. Auch mobile Parallelseiten oder Apps, die bestimmte Funktionen bündeln, können ihre Berechtigung haben. Etabliert sind hier beispielsweise mobile Apps für das Online-Banking.
Vorteil: Der Inhalt lässt sich bei einer eigenen Mobil-Version für die Nutzergruppe maßschneidern.
Nachteile: Der Aufwand ist höher und das Online-Angebot nicht konsistent.

Ob „einer für alles“ oder parallele Angebote – mobiler Text-Content braucht in jedem Fall
Reduktion und Übersichtlichkeit:

  • Noch kürzer: Raus mit Füllwörtern, Nebensätzen und ausführlichen Einleitungen! Mobile Texte kommen gleich zur Sache. Wer vor allem auf kurze Ladezeiten Wert legt, verlinkt einen Teaser oder Hinweis-Link mit dem Volltext.
  • Noch packender: Überraschende Fakten, Zahlen oder Versprechen machen die Überschrift attraktiv. Gerade für Mobilgeräte sollte sie möglichst kurz sein. Themendetails und eine kurze Inhaltsangabe wandern in Untertitel/Dachzeile oder den Teaser.
  • Noch besser strukturiert: Gliederungspunkte, Fettmarkierung für Schlüsselwörter, Zwischenüberschriften und Aufzählungen sind bereits bei Desktop-Texten das A und O der Übersichtlichkeit.
    Beim Mobile Content gilt: Übertreiben gibt es nicht! Manche Anbieter stellen die Faustregel auf: Eine Zwischenüberschrift pro Smartphone-„Seite“; das entspricht etwa 800-900 Zeichen.
  • Social Media integrieren: Teilen, kommentieren, liken – wer es Nutzern leicht macht, wird mit einer höheren Reichweite belohnt.

Für die steigende Zahl der mobilen Nutzer ist man mit der neuen Einfachheit sicherlich am besten gerüstet.

Autor: Babette Schneckener

Babette Schneckener ist Redakteurin bei K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf.

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