K12

Der Medienkonsument, das mündige Wesen?

17. März 2010 · von Carina Waldhoff · 3 Kommentare

Momentan gibt’s einige hochinteressante und absolut lesenswerte Beiträge, die das Verhältnis von Nachrichten-Schaffenden, -Vermarktern und -Konsumenten unter die Lupe nehmen, hinterfragen und vor allem die Rolle von Social Media für den Priorisierung und Bewertung dieser Nachrichten beleuchten.
Der Medien-Monitor bringt zum Beipiel ein sehr interessantes Interview mit Michael Kessler (bekannt u. a. aus Switch-Reloaded), der sich als Niggemeier-Fan outet und die Funktion seiner massenkompatiblen Medien-Comedy und journalistischer Formate wir “Zapp” gegenüber stellt:

“…es gibt ja hervorragende Seiten. Wenn ich bei Niggemeier etwas Gutes entdecke, poste ich das auch im Internet und versuche so, Leute darauf hinzuweisen: Guckt Euch das auch mal an! Denn oft steckt ja letztlich viel mehr dahinter: “switch” kann nur eine Oberfläche abdecken. Aber die Mechanismen, die dahinterstecken – das Grauen, das dahintersteckt – können natürlich nur Journalisten zum Beispiel bei “Zapp” wirklich eingehend beleuchten und analysieren. Für die breite Masse funktioniert die Medienkritik aber natürlich – wie vieles andere auch – besser, wenn sie unterhaltsam aufgearbeitet wird.”

Thomas Knüwer reibt sich auf Indiskretion Ehrensache verwundert die Augen angesichts der behaupteten Deutungshoheit der Verlage (in diesem Fall: Christoph Keese /Axel Springer Verlag) und demonstriert ad-hoc, was grad so die Aufmacher der großen Tageszeitungen sind: PR-generierte Events, politische Befindlichkeiten, Bits & Pieces für die Rubrik “Unnützes Wissen”. Zu Recht verweist er darauf, dass im angelsächsischen Bereich Facebook mehr Menschen auf Nachrichten stößt als Google. Und die Medien dort – zumindest ist das mein Eindruck – gehen offener, smarter und kompetenter mit der Herausforderung um und definieren ihre Rolle neu, statt das tote Pferd zu peitschen. Alan Rusbridger, Guardian-Chef, sieht die Zukunft des Journalismus im Interview mit dem Standard so:

“Man muss ein Teil dieser Welt sein und sollte sie nicht ablehnen, indem man Barrieren und Mauern rund um sich aufbaut. […] Wenn man, um eine Theateraufführung zu besprechen, einzig und allein eine Kritik für die Zeitung schreibt, dann ist das eine Einbahnstraße. Diese Form des Publizierens investiert viel in die Autorität des Journalisten und verlangt von einem zu glauben, dass die Meinung des Journalisten von sich aus viel Gewicht hat. Das war die Position vieler Zeitungen bis vor fünf Jahren und bei manchen auch noch bis heute. Um es auf eine andere Weise zu sagen: Sicher haben auch viele Leser interessante Sachen zu dem Theaterstück zu sagen. Wenn wir ihnen nicht den Raum geben, das zu sagen, dann wird es jemand anderes tun. Am Ende wäre das dann der attraktivere Ort, um sich über das Theaterstück zu informieren als eine Zeitung.”

Ach ja, Auslöser für diesen Beitrag war eigentlich folgende brisante Analyse, gefunden bei den Ruhrbaronen:



Autor: Carina Waldhoff

Carina Waldhoff, Jg. 75, ist Kommunikationsberaterin bei der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Sie studierte Anglistik, Psychologie und Pädagogik in Bochum und Barcelona sowie Kultur- und Medienmanagement in Hamburg. In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit dem Nutzen von Corporate Citizenship für die Unternehmenskommunikation. Nach dem Studium arbeitete sie als Referatsleiterin Interne Kommunikation bei der Vereinigten IKK in Dortmund, anschließend als Junior Consultant bei CP/COMPARTNER in Essen und reiste dann ein Jahr durch Australien, wo sie auch zum ersten Mal bloggte.

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