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Intranet-Implementierung ist Change Management

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Autor: Jörg Hoewner

Bianca Wong von der Interactive Agentur Prescient Digital Media hat zwei schöne Artikel darüber geschrieben, dass zu jeder Intranet-Implementierung (dasselbe gilt auch für Enterprise 2.0 oder SAP oder irgendein anderes, komplexes System) oder zu einem Relaunch ein Change Management Prozess aufgesetzt werden sollte. System-Implmentierungen größeren Stils sind Veränderungsprozesse.

In einem Artikel (“They won’t go changin’ just to please you: change management strategies to support intranet adoption”) bezieht sie sich auf eine Umfrage von ProSci unter 327 Unternehmen, nachdem “Resistance to change” am weitaus häufigsten als Hindernis zu einem erfolgreichen Projekt genannt wird. Akzeptanz – also das Gegenteil davon – ist aber Voraussetzung, um überhaupt von einem erfolgreichen Projekt zu sprechen: “After all, if the solution is brilliant and no one uses it – what’s the benefit?” und so bringt sie es in der Formel auf den Punkt:

Effectiveness = Quality (of the solution) X Acceptance

In einem weiteren Beitrag (“Managing positive intranet change: Watch out for the J Curve”) spricht Sie in diesem Zusammenhang von einem zusätzlichen Problem, der sogenannten “J-Kurve”. Gesetzt den Fall, man setzt einen soliden Change Prozess auf, um einen internen IT-System-Wechsel zu unterstützen, dann wird man in der Roll out-Phase vor ein zusätzliches Problem gestellt: “This is the dreaded but inevitable “J Curve” effect – which means whenever you introduce change into an established system, things will usually get worse before they get better.”

Bei einem roll-out eines neuen Systems sind Erwartungen naturgemäß hoch, aber unweigerlich tauchen Probleme auf, Bugs und kleinere Usability Flaws, Dinge sind nicht mehr dort zu finden, wo sie vorher waren, Bedienungen ändern sich, Bookmarks funktionieren nicht mehr, etc.. Genug, um Frustration aufzubauen und Akzeptanz zu ersticken.
Und hier kommt es auf eine Kommunikation an, die die Nutzer darauf vorbereitet bzw. gerade diese Phase konstruktiv unterstützt. Leider geht Bianca Wong nicht mehr auf das “Wie” ein. Trotzdem lesenswert.
Bei PrescientDigital wird übrigens auch ein nettes, kostenloses Whitepaperchen “Finding ROI: Measuring Intranet Investments” angeboten.

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Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

2 Kommentare

  1. Interessanter Artikel, danke!
    Organisationaler Wandel trifft eigentlich immer auf Widerstand: aus der Person, aus der Gruppe und aus der Organisation. Allein schon des strukturellen Beharrungsvermögens wegen. Vertrauensbildende Awareness-Maßnahmen im Vorfeld sind unverzichtbar. Schon Lewin hat das mit seinem Wandelgesetz (unfreezing – change – refreezing) grundlegend formuliert.
    Bei IT-Implementationen gibt es nach Tyre/Orlikowski begrenzte Zeitfenster (‘window of oppurtunity’), in denen Wandel erfolgt. Diese kommen in Wellen und schliessen sich wieder, da die Leute irgendwann auch wieder das Alltagsgeschäft bewältigen müssen auf die entlastende Routine zurückfallen.

  2. Vielen Dank für den Beitrag. Den Artikel von Tyre/Orlikowski sollte ich mir mal besorgen, es scheinen sich ja einige Leute darauf zu beziehen, jedenfalls wird er häufig zitiert.

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