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Wikicity: Zwei Versionen, eine düster, eine strahlend

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Autor: Jörg Hoewner

In der Zeitschrift Monocle (Issue 15-S.64f) bin ich auf einen interessanten Beitrag über Roope Mokka, dem Gründer von Demos Helsinki gestoßen zur “City 2.0” bzw. zu “Wikicities”.

Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden Stadtplaner aufgerufen, eine Vision für Helsinki 2050 zu entwickeln, wie kann sich die Stadt weiterentwickeln, wenn es dort bis dahin voraussichtlich 700.000 Einwohner gibt?

Den zweiten Platz machte Demos Helsinki mit City 2.0. Die Idee dahinter ist, Konzepte aus Open Innovation und Social Software auf die Stadtentwicklung zu übertragen – im Kern also geht es um die EInbindung der Bewohner in die Entwicklung, d.h. wie Mokka sagt um “Wikicities” oder “citizen-built cities”.

Eine (absolut faszinierende) Dokumentation auf Englisch lässt sich hier herunterladen.

Unter einem gleichen Label (WikiCity) firmiert ein Projekt des MIT. Hier geht es darum, über spezielle Technologien alle Funksignale der Bewohner einer Stadt zu visualisieren. D.h. alle Handysignale, WLAN-Zugriffe, Busbewegungen – die insgesamt die Dynamik einer Stadt wiedergeben.

Auch hierzu gibt es eine Dokumentation und einen Focus-Beitrag.

Beide Ideen (die ja direkt nicht viel miteinander zu tun haben) sind natürlich höchst interessant. Bei dem MIT-Projekt ist die Idee, die urbane Dynamik ansprechend zu visualisieren natürlich reizvoll, aber doch eher von beschränktem Nutzen – wobei mir bei der Idee doch eher mulmig wird, private Bewegungen öffentlich zu visualisieren.

Dagegen steht die Vision von Demos Helsinki für eine demokratische, partizipative Entwicklung, die eine Menge kreativer und sozialer Energien freisetzen könnte. Aber bei partizipativ-politischen Ansätzen schlägt auch gerne mal die Stunde der Populisten und der irrationalen Entscheidungen – auf der anderen Seite wäre so was ein Motivator für argumentative Auseinandersetzungen, die in unserer politischen Kultur inzwischen aufs Symbolische verkürzt zu sein scheinen. (Ok, ich drifte ab).

Ein schönes (fiktives) Beispiel für irrationale Entscheidungen, vor denen ich mich fürchten würde, bringen die Demos-Leute selbst:

Autor: Jörg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32 bzw. +49 (177) 4594974

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