Buchtipp: Social Media für Unternehmen. Das Praxisbuch für KMU. Von Stefanie Aßmann und Stephan Röbbeln
3. Dezember 2013 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
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Weitere InformationenBest practice für Multiperspektivisches Storytelling: „Killing Kennedy“
27. November 2013 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Seit einigen Tagen begeistert das National Geographic-Special kennedyandoswald.com bzw. „Killing Kennedy“ meine Kollegen von K12 (mich inbegriffen).
In der Website wird der Kennedy-Mord 1963 und die historisch-biographischen Hintergründe von Lee Harvey Oswald und John Fitzgerald Kennedy beleuchtet. Und das in einer inhaltlichen, visuellen und technischen Umsetzungsqualität, vor der man nur neidisch-anerkennend den Hut ziehen muss. Inwiefern?
- Weil sie ein sehr gutes Beispiel dafür ist, wie man eine Story aus mehreren Perspektiven aufbereiten, Verflechtungen aufzeigen und nicht-linear präsentieren kann.
- Weil sie zeigt, dass moderne Webtechnologien – und hier wird alles aus HTML5 und CSS herausgeholt (Parallax Scrolling und One pager inklusve) – eben nicht nur chique sind, sondern wirklich einen Quantensprung bei der Onlinevermittlung von Inhalten darstellen.
- Weil sie dabei auch noch Emotionen transportiert.
Anschauen, staunen, weinen.
Leseliste: 30teiliger Werkzeugkasten und zehn Fälle
14. Oktober 2013 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Tools, Tools, Werkzeuge:
- TaDaWeb: A Simple Way to Create RSS Feeds for Twitter
- Wibbitz: An Amazing New Visual Take on News
- 16 Tools that help marketers get done more
- 5 Pinterest Analytics Tools To Maximize Your Pinterest Marketing Campaign
- 14 Social Media Tools Used by Marketing Pros
- Website Flowcharts and Site Maps AI
- Agiles Projektmanagement: Scrum, Kanban und Scrumbuts im Einsatz
Beispiele:
Leseliste vom Wochenende: Für Geschichtenerzähler und Erbsenzähler
5. August 2013 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Für die Inhaltsstrategen und Produzenten unter uns, zwei Empfehlungen aus dem PR-Blogger:
Tipps in Form von Anleitungen liefern verschiedene Kollegen, zu folgenden Themen:
- Landing Pages (der Ultimate Guide)
- Social Media Mastery für Small Businesses (Guide Nr. 2)
- Twitter for Business, Beginners Guide (Guide Nr. 3)
- Eine kleine Hilfestellung zu Google+ gibts es in der Karrierebibel
Wird das eigentlich alles von Entscheidungsträgern in B2B-Kontexten gelesen, dem widmet sich Forrester.
Zum Thema Erbsenzählen – Web Analytics & Social Media Monitoring – waren die letzten Wochen die Zeit der umfassenden Übersichten:
- Top 30 Web Analytics Tools: Umfassend und bewertet
- Social Media Monitoring Tool Report 2013 von Goldbach Interactive
- Demographics Pro Offers the Equivalent of Nielsen Ratings for Twitter
Flat Design nimmt Naldz Graphics unter die Lupe.
So weit, so schön. Aber nicht wirklich mehr aufregend. Wer sich positiv aufregen möchte, dem möchte ich ans Herz legen: „How mobile technology is transforming Africa„
Lektüre: „Das wilde Netzwerk. Ein ethnologischer Blick auf Facebook.“ Von Daniel Miller
10. Juni 2013 · von Jörg Hoewner · 5 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Daniel Miller lehrt Ethnologie am University College in London und hat sich mit ethnologischen Werken zur Internetnutzung und neuerdings Social Media-Nutzung schon seit längerem einen Namen gemacht. Als Ethnologe untersucht man üblicherweise kulturelle Muster in Gemeinschaften – folglich ist es naheliegend, dieses auf Facebook auszudehnen.
Dazu hat Miller für die vorliegende Studie eine zeitlang auf Trinidad zugebracht (2010/2011), um die Facebook-Nutzung dortiger Menschen über Interviews und durch Beobachtung zu untersuchen. Warum Trinidad? Weil Miller schon vorher mehrfach dort gearbeitet hatte und insofern Verbindungen und einen leichteren Zugang zu Nutzern bekommen konnte. Daneben war es für ihn interessant, Nutzer aus der vermeintlichen Peripherie zu untersuchen und nicht aus London, Berlin oder New York, wo Facebook-Nutzung schon Gegenstand von etlichen Studien (wenn auch nicht unbedingt ethnologisch) ist.
Darüber hinaus gehört Facebook (oder „Fasbook“, wie die „Trinis“ sagen) auf Trinidad & Tobago bei vielen Menschen zum Alltag, mit einer Reichweite von 36% der Gesamtbevölkerung (Sept. 2012) – mit ganz eigenen Nutzungsmustern, die so eben nicht in Deutschland oder Großbritannien beobachtbar wären. Miller geht so weit zu behaupten, Facebook-Nutzung sei in Trinidad gleichbedeutend mit Internet-Nutzung – andere Dienste spielten dort wohl kaum eine Rolle.
Miller leitet sein Buch ein, in dem er sieben Nutzer vorstellt und der Rolle, die Facebook in den Leben dieser sieben Menschen spielt. Da ist zum Beispiel der sozial scheinbar verarmte Arvind, der sich über das Farmville-Spielen soziale Anerkennung und Kontakte auch für „rl“ (das reale Leben) erarbeitet hat (am Ende sogar deswegen eine Ausbildung beginnt). Oder Marvin, dessen Ehe daran zerbricht, dass Facebook lokale Muster der zwischengeschlechtlichen Beziehungen verstärkt (in diesem Fall, einer latente Eifersucht, die durch das Sichtbarwerden von Beziehungen dauerhaft genährt wird). Oder Alana, die in einer Dorfgemeinschaft lebt und es via Facebook schafft, jede Nacht mit einer Gruppe von Kommilitonen gemeinsam zu lernen.
Das klingt erst einmal nicht exotisch oder ungewöhnlich. Ungewöhnlich sind allerdings die lokalen Spezifika und vor allem die manifesten Konsequenzen der Nutzung, indem Facebook nicht nur massiv in die Lebensgestaltung eingreift, sondern teilweise Biografien komplett verändert. Lehrreich ist dabei, dass es offensichtlich „den“ oder „die“ Facebook-Nutzer nicht gibt. Bei jedem der Fallstudien ist Facebook in unterschiedlicher Weise in den Tagesablauf integriert und bei allen ist sichtbar, dass sich kulturelle Eigenheiten der „Trinis“ auf Kommunikationsgewohnheiten in Facebook in unvorhersehbarer Art und Weise auswirken. Folglich wird Facebook in jedem Land anders genutzt, so dass man eigentlich nicht mehr von einem globalen „Sozialen Netzwerk“ Facebook sprechen kann, sondern einem Diensteanbieter Facebook, der das Feld für viele lokale oder themen- oder interessengeleitete Netzwerke bereitet.
Im theoretischen Teil des Buches leitet Miller Thesen aus der Studie ab, die teilweise wenig neu oder überraschend sind (These 1: „Facebook erleichtert das Führen von Beziehungen“), teilweise aber sehr nachdenkenswert. Zum Beispiel, dass Facebook den Trend der Anonymisierung von Beziehungen (Stichwort Nicknames) oder der Selbstrepräsentation im Internet wieder zurückfährt, in dem die nicht-anonyme Person stärker in den Vordergrund gestellt wird. Mit Konsequenzen für die Selbstdarstellung, für die Öffentlichkeit auch von politischen Positionen usw..
Thesen 6 und 7 gehen wie folgt: „Mit Facebook enden zwei Jahrhunderte der Flucht aus Gemeinschaften“ und „Facebook erinnert uns auch an die Kehrseite von Gemeinschaft“. Was steckt dahinter? Es ist unbestreitbar, dass Facebook eine soziale Gemeinschaft konstituiert. Belegen kann man, dass Nutzer, die Facebook intensiv nutzen, in der Regel ein aktiveres außer-netzliches Sozialleben pflegen. Facebook ist Katalysator für virtuelle und nicht-virtuelle Gemeinschaften. Und hier sieht Miller eine Trendumkehr der Individualisierung hin zu einer Re-Sozialisierung. Da Facebook ein recht junges Phänomen ist, wäre ich mit einer solchen Einschätzung vorsichtig, aber es ist ein Punkt. Stichwort Kehrseite: Über Facebook werden Schattenseiten von Gemeinschaften (also real-life Gemeinschaften) stärker sichtbar bzw. verstärkt, von Klatsch und Tratsch bis hin zum Dissen von Nutzern bis hin dazu, dass Krankheiten, Unglücke, Missbrauch, Gewalt für jedermann sichtbar werden.
Ich werde mich in den nächsten Tagen noch mal mit der Methode von Miller und der Anwendung auf andere Fragestellungen widmen. Kurz vor Mitternacht daher noch eine eindeutige Leseempfehlung für das Buch. Es ist kurzweilig geschrieben, lehrreich und gehört mit zum Besten, was ich über Facebook gelesen habe. Perfekte Wochenendlektüre.
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