Veränderungskommunikation

Neue Koop-Studie online: „Kooperative Technologien – Forschungsprojekt zu internetbasierten Formen der Zusammenarbeit“

18. August 2009 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Ein nahezu monumentales Werk (335 Seiten), die Christiane Schulzki-Haddouti da zum Thema vorgestellt hat und zum Download anbietet. 😉 Für das Werk wurde ich – neben vielen anderen – zum Thema Wissensmanagement interviewt. Umgekehrt habe ich Christiane an dieser Stelle zum Projekt befragt, in diesem Interview geht es um Ausgangslage und Aufgabe der Studie. Ich hoffe jedenfalls, dass das oben zitierte Kooptech-Blog trotz Projektabschluss weitergeführt wird. Es ist auf jeden Fall ein Schatz unter den vielen Social-Media-thematischen Blogs in Deutschland.

Anspruch: Anarchie aushalten

30. Juni 2009 · von Carina Waldhoff · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Viel Aufgeregtheit dieser Tage über Sinn, Unsinn, Grenzen, Verläufe etc. in Social Media. Angefangen von der – wichtigen und gebotenen – Aufregung über „Zensursula“ über Frau Kraft’s „Basta!“ gegenüber den Ruhrbaronen bis hin zur Online-Petition für eine kritsche Auseinandersetzung mit der GEMA. Anstrengend, zwischen Polemik und „Ich auch“-Äußerungen die Argumentation und Gedanken dingfest zu machen; zumindest bei mir selbst beobachte ich gerade eine gewisse innere Blog-Bockade. Kann natürlich auch die Hitze sein, die das Hirn ein wenig sämig macht.

Einen guten Ansatz zur Ordnung findet Mirko Lange, der das BGH-Urteil zu SpickMich! als Anlass nimmt, um sich Gedanken über die Folgen unserer erneut in ihrem Wert bestätigten Meinungsfreiheit zu machen.

„Anarchie aushalten“ ist das, was in meinem Appell-Ohr aus diesem Beitrag hängenblieb. Und „sauber bleiben“: Wenn Verbandsmitgliedern (also Bürger, nicht Funktionäre – wer ist schließlich nicht in irgendeinem Verband organisiert?) auf neue Plattformen zur Meinungsäußerung geholfen wird, hat das nichts zu tun mit Tarnkappen-PR á la Deutsche Bahn, bei der zeitweise wohl lieber glückliche Kunden erfunden wurden anstatt daran zu arbeiten, deren Schar zu mehren und echte Fürsprecher zu gewinnen.

Wir erleben gerade zum ersten Mal die Möglichkeit, wirklich „Public Relations“ zu machen, nämlich in Beziehung zu treten mit verschiedensten Öffentlichkeiten. Das ist anstrengend und ähnelt häufig ungeordneten Kneipendiskussionen nach 22.00 Uhr (im Gegensatz zum Lokalfunk-Beitrag, in dem Wirt und drei Stammgäste einen vorbereiteten O-Ton abliefern). Aber ein Set an Regeln, ob geschrieben oder ungeschrieben, existiert, der Wirt kann Pöbler des Hauses verweisen, wer handgreiflich wird, trifft auf die Herren in Grün und im Eifer des Gefechts traut sich eben auch mal jemand ein Statement zu, das in exponierterer Atmosphäre unter den Tisch gefallen wäre (und vielleicht die Diskussion jetzt bereichert). Eine wichtige Funktion von PRlern muss es im Moment sein, ihren Kunden die Scheu vor diesen  nicht-exklusiven Orten zu nehmen, sich erst einmal mit ihnen ohne Krawatte an den Tresen zu setzen und sie dann feststellen zu lassen, dass man mit vielen Gästen gute Gespräche führen kann anstatt sie nur über sich reden zu lassen. Das ist für viele Unternehmenslenker und -kommunikatoren ein echter Kulturschock, und den zu überwinden und die passenden Konsequenzen zu ziehen, ist ein echter Coaching-Job für professionelle Berater.

NGO 2.0: „Wie NGOs kommunizieren, koordinieren und mobilisieren“

26. März 2009 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Christiane Schulzki-Haddouti hat erste Ergebnisse einer Studie „“Kooperative Technologien für Arbeit, Ausbildung und Zivilgesellschaft” in einem Post (der Text wird im Magazin Contraste erscheinen) zusammengefasst „Wie NGOs kommunizieren, koordinieren und mobilisieren“. Da ich vor einigen Tagen hier eine kurze Zusammenfassung der McKinsey-Studie zu Erfolgsfaktoren bei der Einführung von Web2.0 in Unternehmen geschrieben habe, ist insbesondere der Vergleich zu den Erfolgsfaktoren bei NGOs interessant. Diese beschreibt Christiane kurz im letzten Absatz:

  • Richtige Tool-Auswahl, die sich an den jeweiligen Barrieren richten. (Hier würden mich die Barrieren genauer interessieren)
  • Kompetenz-Träger, die den anderen als Vorbild dienen und beratend zur Seite stehen.
  • Geringer Anpassungsaufwand.
  • Entscheidung Hosting mit Selber-verwalten vs. SaaS-Lösung
  • Gruppen-Konsens schaffen: Gemeinsam beschliessen, kooperative Technologien einzusetzen.

In einigen Punkten (Tool-Auswahl, interne Botschafter) gibt es eine Übereinstimmung zu dem, was man aus Unternehmen kennt. Aufgrund ihrer Organisation spielt bei den NGOs der Gruppen-Konsens eine größere Rolle und Fragen, die mit der IT-Infrastruktur zusammenhängen. Für viele Unternehmen kommen SaaS-/ ASP-Modelle schon rein aus datenschutzrechtlichen oder Sicherheitsbedenken nicht in Frage.

Bin gespannt auf mehr Informationen zum Thema.

Anschauungsobjekt Innovationskultur: Tim Berners-Lee

25. März 2009 · von Carina Waldhoff · 1 Minute Lesedauer · 2 Kommentare

Immer wieder heißt es ja, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern auch zeitlichen Freiraum geben müssen, um innovativ zu werden. Google z.B. verpflichtet seine Mitarbeiter dazu, 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Weiterentwicklung ihres Geschäftsbereiches und gönnt ihnen 10 Prozent, um auf privaten Interessensgebieten zu „forschen“.

Tim Berners-Lee erzählt in diesem Video, wie er durch Frust motiviert und in seiner persönlichen „Daddel-Zeit“ am Arbeitsplatz eine kleine technologische Revolution ersann: das Internet.

Ganz nebenbei bemerkt, halte ich dieses Stück auch für ein Paradebeispiel amerikanisch geprägter Präsentationskultur, jenseits aller Powerpoint-Meisterwerke: Meiner Meinung nach steht da vorne weder ein Charismatiker noch ein gewiefter Rhetoriker, sondern einfach ein authentischer Mensch, der eine Geschichte entwickeln und komplizierte Sachverhalte laienverständlich erklären kann („these http-things“…).
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