Veränderungskommunikation

Verändert Web2.0 im Unternehmen die Unternehmenskultur?

23. Mai 2007 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 1 Kommentar

Autor: Jörg Hoewner Bei den Enterprise 2.0-Experten wird zur Zeit heftig darüber diskutiert, inwieweit Web2.0 im Unternehmen wirklich die Kultur eines Unternehmens verändern mag. Ausgangspunkt war ein Beitrag von Tom Davenport (Bekannt durch „The Attention Economy“), dessen zentrale Passage so geht:

 „The absence of participative technologies in the past is not the only reason that organizations and expertise are hierarchical. Enterprise 2.0 software and the Internet won’t make organizational hierarchy and politics go away. They won’t make the ideas of the front-line worker in corporations as influential as those of the CEO. Most of the barriers that prevent knowledge from flowing freely in organizations – power differentials, lack of trust, missing incentives, unsupportive cultures, and the general busyness of employees today – won’t be addressed or substantially changed by technology alone. For a set of technologies to bring about such changes, they would have to be truly magical, and Enterprise 2.0 tools fall short of magic.“

Natürlich ändert sich durch neue Tools die Kultur nicht mit einem Wisch grundsätzlich, aber es ändern sich Wissensverhältnisse und damit – langsam – Machtverhältnisse. Und in der Tat sehe ich in kleinen, agilen Unternehmen größere Möglichkeiten. Oder umgekehrt: Eine Offenheit und Durchlässigkeit ist Voraussetzung für die Einführung von Enterprise 2.0, ohne diese Voraussetzung keinen Erfolg, ohne Erfolg verkümmern E2.0-Ansätze und dann wird es auch nix mit der Veränderung. Q.E.D.: Davenport hat (irgendwie) Recht. Trotzdem gefällt mir die Replik auf Davenport von Hinchcliff hier. Bin ja (noch) Optimist.

Neue Definition von Produktivität: Burst

13. Mai 2007 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Ein Beitrag, der mir aus dem Herzen spricht: „Burst! New Definitions of ‘Productivity’ in the Age of Enterprise 2.0“ von Jon McKendrick.  Dabei geht es darum, wie die traditionelle Wahrnehmung von Arbeitsproduktivität im Zeitalter des „Always on“ sich wandelt, oder besser: sich wandeln sollte.

Ich erlebe durchaus noch, wie Arbeitszeit in der Wahrnehmung anderer mit der Zeit verwechselt wird, die man im Büro sitzt (ich verbringe z.B. ca. 20% meiner Arbeitszeit zu Hause). Und aus dieser Erwartungswahrnehmung heraus ertappe ich mich, wie ich aus schlechtem Gewissen meine Bürozeit ausdehne, obwohl ich gut und gerne besser eine Stunde Pause machen könnte, um mich dann später noch mal an den Rechner zu setzen. Schwachsinn, sowas. Aber wahrscheinlich ziemlich Deutsch.

Lesen.

Qualitätsprobleme durch Multinationalität?

7. Mai 2007 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 1 Kommentar

Autor: Jörg Hoewner

Wir unterstützen gerade einen großen Geschäftsbereich (ca. 13.000 Mitarbeiter) eines internationalen Unternehmens bei der Einführung eines neuen SAP-Systems. Natürlich nicht bei der SAP-Einführung selbst (das können wir nicht), sondern bei der begleitenden Kommunikation und beim Change Management.

Offizielle Geschäftssprache im Unternehmen ist Englisch und somit wird auch die kommende SAP-Generation – so wie die jetzt genutzten SAP-Anwendungen – englischsprachig laufen, egal, ob der Anwender in Deutschland, Schweden oder Tschechien sitzt. So weit, so gut.

In einem Termin mit einzelnen Standortkoordinatoren aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Schweden sagte einer, dass sie festgestellt haben, dass ein Grossteil der Bedienfehler (daraus resultierend natürlich auch Prozessfehler) einen einfachen Grund haben: Selbst Mitarbeiter in Ländern wie Holland oder Schweden, deren Bevölkerungen überdurchschnittlich gute Englischkenntnisse haben, wissen einfach viele englischsprachige Fach- oder Softwarevokabeln nicht und handeln häufig auf Basis von Mutmaßungen darüber, was welches Wort bedeutet. Und das führt natürlich hin und wieder zu Fehlern.

Diese Fragen sind mir sofort in den Sinn gekommen: Wie viel Reibungs- und Qualitätsverluste entstehen eigentlich in multinationalen Unternehmen (im Vergleich zu einem nur einem Land basierten Unternehmen?) einfach durch simple Sprachprobleme (von den anderen Unterschieden ganz zu schweigen)? Sind rein „nationale“ Unternehmen dadurch effizienter? Welche Mechanismen können helfen, um dem entgegenzuwirken?

White papers zu Social Interaction Design und Enterprise 2.0 (Stichwort: SuiteTwo)

24. April 2007 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

  • Schon was älter:  Die „Social Interaction Design White Papers“ von Gravity. 76 Seiten Inspiration für alle, die Online Communities oder Web2.0-Anwendungen auf ihrer To-do-Liste stehen haben.
  • Für SuiteTwo-Interessenten, der Enterprise2.0-Anwendung von Intel, gibt es für eine Registrierung schicke Downloads:
    • Ergebnisse einer Forrester-Umfrage unter CIOs zu Web2.0
    • Auszug aus dem Buch „Wikinomics“
    • Whitepaper zu Enterprise 2.0
    • Interview mitDon Tapscott
    • und natürlich das SuiteTwo-Starter-Kit

    Wenn man Lust hat, kann man für 9.995 EUR auch das ganze Paket inkl. Server-Hard- und Software ordern.

Web2.0-Adoption in Unternehmen

10. April 2007 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Zwei Studien zur Web2.0-Adoption in Unternehmen machen derweil die Runde:

Wer einen Überblick dazu will, bei Nicolas Carr gibt es eine gute Zusammenfassung („Two views of Web 2.0 in business“) der beiden Publikationen. Dion Hinchliffe bringt derweil die Ergebnisse in einen größeren Zusammenhang („More results on use of Web 2.0 in business emerge„.

Ich mag diese beiden Beiträge gar nicht wiederholen, vielmehr möchte ich die Aufmerksamkeit auf eine besonders interessante Aussage von Nicolas Carr (die Forrester-Studie liegt mir leider nicht im Original vor) lenken:

„Forrester survey found a clear preference among CIOs for buying a full suite of Web 2.0 tools from a large, established vendor. 74% of CIOs said they’d be more interested in investing in Web 2.0 if all the tools were offered as a suite, and 71% said they’d prefer the tools to be „offered by a major incumbent vendor like Microsoft or IBM [rather than] smaller specialist firms like Socialtext, NewsGator, MindTouch, and others.“ Web 2.0 startups hoping to make inroads in the enterprise market, even among mid-sized firms, will continue to face big challenges, particularly as the larger vendors release their own suites of tools or incorporate them into existing products. You can bypass the CIO on a small scale, but it’s difficult to bypass the CIO when it comes time for a company to standardize on a particular product and vendor.“

Mit anderen Worten: Hier wird es noch richtig spannend werden. Die Aspekte „Geringe Kosten“, „Open source“, „Verfügbarkeit“ oder „Offenheit“, die häufig als Web2.0-Technologietreiber angeführt werden, sind zumindest bei CIOs nicht unbedingt angekommen.  MS Wiki for Office 2009?