K12

Hörerlebnisse schaffen: Soundeffekte im Podcast

17. März 2022 · von Verena Waldbröl · Keine Kommentare

Immer mehr Menschen in Deutschland hören Podcasts. Von 2016 bis 2021 hat sich die Zahl derjenigen, die hin und wieder reinschalten, fast verdreifacht und lag im September vergangenen Jahres bei 38 Prozent. Das heißt aber auch: Da ist noch Luft nach oben. Wie also könnte man Podcasts attraktiver gestalten, um mehr Hörerinnen und Hörer zu erreichen?

„Klassischerweise unterhalten sich in einem Podcast zwei Menschen in einem Studio miteinander. Hier kann man viel spielerischer rangehen und mit Sounds oder Musik eine erweiterte Atmosphäre schaffen, die das Thema subtil verstärkt“, sagt Yannik Schulz, Art Director Bewegtbild bei K12. Ein Beispiel: Zwei Personen unterhalten sich über den Stahlmarkt der Zukunft. Mit atmosphärischen Sounds hinterlegt – die Personen laufen zur neuen Anlage, öffnen eine Tür, die Stimmen hallen mehr, im Hintergrund wummern Maschinen – wird die Geschichte emotionaler, nahbarer. Die Zuhörer:innen erleben die Situation mit, statt sich nur davon berichten zu lassen. Dabei sollte das Voiceover immer im Vordergrund bleiben, die Sounds werden eher unbewusst wahrgenommen.

Abwägung zwischen Lockerheit und Störgeräuschen

Die Situation selbst kann inszeniert oder echt sein. Ob es besser ist, die Stimmen zuerst im Studio aufzunehmen und später Sounds zu hinterlegen, oder die Sprecher:innen wirklich loszuschicken, entscheidet Yannik Schulz nach Abwägung der Gesamtlage: „Es kommt darauf an, wie sicher und eingespielt die Sprecher:innen sind, welche Technik zur Verfügung steht und wie der Aufnahmeort beschaffen ist. Bei festen Skripts, die jemand ablesen muss, ist eine Aufnahme im Studio besser. Hier kann ich das Risiko von angestrengtem Keuchen oder Rascheln beim Gehen ausschließen. Die Sounds können aber im Skript festgehalten werden, sodass sich der oder die Sprecher:in besser hineinversetzen kann. Soll es ein lockeres Gespräch werden, fühlen sich Menschen in Bewegung oft gelöster. Hier sollte man ein Team mitnehmen und mehr Zeit einplanen, um Aufnahmen mehrfach zu wiederholen.“

Mutig sein und ausprobieren

Wer keine Möglichkeit oder Zeit hat, selbst Atmosphäre aufzunehmen, kann auf Datenbanken zurückgreifen. Achtung: Geübte Ohren erkennen hier sofort, dass die Sounds künstlich klingen. Professioneller, aber auch aufwendiger, sind Aufnahmen sogenannter Geräuschmacher (foley artists). „Wenn immer möglich empfehle ich aber, sich einfach mal die Kopfhörer aufzusetzen, mit dem Mikro loszugehen und zu erleben, wie sich Sounds anhören“, betont Yannik Schulz. Er selbst liebt Geräusche, die sich in Zwischenräumen abspielen: in Zügen, Fahrstühlen, Transportmitteln jeglicher Art. Das „Klackern“ der Türen in der alten Schwebebahn hat er als ehemaliger Wuppertaler selbstverständlich auf seiner Festplatte gespeichert.

Einfach mal mutig sein und im eigenen Podcast ausprobieren, wie Sounds wirken – das empfiehlt Yannik Schulz allen, die sich mit dem Thema beschäftigen. Auch mal Mut zur Pause haben. „Dann wird die Podcast-Folge vielleicht ein paar Minuten länger, aber das macht sie spezieller, individueller und erlebbarer.“

Autor: Verena Waldbröl

Verena Waldbröl ist Redakteurin bei K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Ob Interne oder Externe Kommunikation, Change Kommunikation oder Social Media – schöne Worte findet sie für alles. Am liebsten aber weckt sie bei den KollegInnen die Lust am kreativen Schreiben.

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