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Moderne Arbeitswelten: Flexibel bei Vodafone

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Vodafone Campus

Der Vodafone Campus war 2010-2012 die größte Baustelle Europas.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie verabreden ein Meeting mit Kollegen. Dann steigen Sie in ein Shuttle und fahren durch die halbe Stadt. Klingt kompliziert und unkommunikativ? Ist es auch.

Vodafone war bis 2012 mit sieben Standorten über ganz Düsseldorf verteilt. Natürlich gewachsen, aber nicht gerade ideal für das Telekommunikationsunternehmen. Deshalb eröffnete Vodafone die seinerzeit größte Baustelle Europas und schuf den Vodafone Campus – ein Areal mit drei Gebäudekomplexen, riesiger Kantine, zwei Kitas, Café und Fitnessstudio. Rein rechnerisch verkleinerte sich die Bürofläche damit um rund 40.000 Quadratmeter. Durch effiziente Raumnutzung kein Problem: Heute teilen sich rund 5.000 Mitarbeiter 4.600 feste und 3.200 flexible Arbeitsplätze.

Flexibles Arbeiten bei Vodafone

Flexibles Arbeiten: Laptop schnappen und los.

Flexibel arbeiten – überall mit allen

Flexibel heißt: Überall auf dem Campus. Ob im Sessel der Cafeteria, in schallgedämpften Besprechungsnischen, einem der zahlreichen Meetingräume, den kleinen Think Tanks oder in der Kantine. Ein zentrales System verrät den Kollegen, wer anwesend ist, im Homeoffice arbeitet, im Termin steckt oder gerade telefoniert. „Alle Mitarbeiter sind mit Laptops ausgestattet, an jeder Ecke gibt es entsprechende Anschlüsse, beste Netzversorgung und somit Zugriff aufs Laufwerk. Man kann überall mit allen zusammenarbeiten“, so Pressesprecherin Tanja Jeannette Vogt.

Clean desk policy fördert den Austausch

Vodafone Schreibtisch

Clean desk policy: Die Mitarbeiter hinterlassen ihre Schreibtische aufgeräumt. So können sie jederzeit von anderen Kollegen genutzt werden.

Ein „fester Arbeitsplatz“ bedeutet jedoch längst nicht „fest zugeordnet“. Zwar sind die Fachbereiche auf bestimmten Etagen angesiedelt, die klassischen Schreibtische können die Mitarbeiter hingegen jeden Tag frei wählen. Clean desk policy nennt sich das. Jeder soll den Schreibtisch so hinterlassen, dass danach ein anderer daran arbeiten kann. Unterlagen können die Mitarbeiter im Spind einschließen oder im Rollkoffer mit nach Hause nehmen. „Das fördert die Flexibilität im Kopf und damit die Kreativität – aber vor allem den Austausch. Heute vermischen sich die verschiedenen Bereiche viel mehr, es bilden sich Projektteams und Netzwerke. Allein, weil der Austausch viel unkomplizierter ist“, erklärt Vogt.

Homeoffice erlaubt, Präsenz erwünscht

Das ist auch der Grund, warum Vodafone-Mitarbeiter zwar gern im Homeoffice arbeiten dürfen, jedoch nicht mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit. „Wir möchten, dass sich unsere Mitarbeiter mit Vodafone identifizieren. Wir möchten unsere Kultur aufrechterhalten. Und das geht nur über ein Mindestmaß an Präsenz“, führt Vogt aus.

Überhaupt hat sich die Kultur im Unternehmen verändert: Vodafone ist nicht mehr präsenz-, sondern ergebnisorientiert. Offener und flexibler. Ausgeprägte Hierarchien mit Statussymbolen wie Einzelbüros sind passé, die Geschäftsführung sitzt jetzt auch im open space – und wird geduzt. Wie alle bei Vodafone.

Vodafone Besprechungsnischen

Schallgedämpfte Nischen für Besprechungen

Eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen

Bei Vodafone sollen sich alle wohlfühlen: Teppiche, Hängeelemente und große Pflanzen schlucken im open space den Schall. Das Licht passt sich automatisch dem Außenlicht an, damit es weder zu grell, noch zu dunkel wird. Aus den Hähnen in der Küche kommt bei Bedarf kochendes Wasser – oder Sprudelwasser. Das Fitnessstudio samt Kursen ist gratis, der Betriebsarzt impft u.a. gegen Grippe und gibt Tipps zur Prävention. Muslime beten im Raum der Stille, andere Mitarbeiter meditieren dort. In der Kantine kocht einmal im Monat Sternekoch Nelson Müller. Während des Essens kann man von dort den Kindern aus den zwei nahegelegenen Betriebskitas beim Spielen zusehen. Im Sommer wird die dritte Kita eröffnet. Und bald stellt Vodafone den Mitarbeitern auch Leihfahrräder zur Verfügung. Hinzu kommt ein flexibles Arbeitszeitmodell, das den Druck nimmt, zu bestimmten Zeiten anwesend sein zu müssen.

Regelmäßige Befragungen zeigen: Die Mitarbeiter sind zufriedener

„Der Campus sollte nicht nur effizienter und so modern wie möglich gestaltet sein, sondern vor allem den Wünschen und Bedürfnissen der Mitarbeiter entsprechen“, sagt Vogt. Im alten Hauptsitz Am Seestern wurde deshalb ein Testbereich errichtet, in dem sich die Mitarbeiter vor Ort ein Bild machen und Feedback geben konnten. Der Erfolg gibt den Planern Recht: Über 90 Prozent der Mitarbeiter sind höchst zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz, hat eine Mitarbeiterbefragung ergeben. Auch für Bewerber ist Vodafone höchst attraktiv: „Wir merken immer wieder: Der Generation Y, bald schon Z, sind nicht Statussymbole wichtig, sondern ihre Work-Life-Balance.“

Am Ende muss bei Vodafone das Ergebnis stimmen, den Weg kann jeder selbst wählen. Wertschätzung und Vertrauen sind die Schlüsselwörter.

 

Zu Teil 1:

Moderne Arbeitswelten: Wie sieht das Büro der Zukunft aus?

Zu Teil 3

Best practice: Liebe zum Detail bei trivago
Kaminzimmer, Spinningräder und Academy. Nächste Woche zeigen wir, was modernes Arbeiten für trivago bedeutet.

Autor: Verena Waldbröl

Verena Waldbröl ist Redakteurin bei K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Sie hat schon für deutsche Residenten in Südspanien und eine Lokalzeitung am Niederrhein geschrieben, bevor sie im Volontariat das Corporate Publishing für sich entdeckt hat.

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