McKinsey: 12 Arten von „Zusammenarbeitern“
11. November 2009 · von Jörg Hoewner · 4 Minuten Lesedauer · 4 Kommentare
McKinsey hat auf „What matters“ die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, auf denen sie die Arten der Zusammenarbeit (Types of Collaboration) in Augenschein genommen haben und anhand dessen untersuchen, wie diese Zusammenarbeit durch Tools unterstützt werden können. Interessant: Die „Meckies“ gehen davon aus, dass 30-50% der Arbeitszeit in wissensintensiven Bereichen vertrödelt wird durch überflüssige E-mails, überflüssige Meetings, überflüssige Twitter-Posts, überflüssige…. You name it. Zitat:
„Our research suggests that improvements depend upon getting a better fix on who actually is doing the collaborating within companies, as well as understanding the details of how that interactive work is done. Just as important is deciding how to support interactions with technology—in particular, Web 2.0 tools such as social networks, wikis, and video. There is potential for sizeable gains from even modest improvements. Our survey research shows that at least 20 percent and as much as 50 percent of collaborative activity results in wasted effort. And the sources of this waste—including poorly planned meetings, unproductive travel time, and the rising tide of redundant e-mail communications, just to name a few—are many and growing in knowledge-intense industries.“
Ergo: Die Rettung naht in Form Wikis, Video und Social Networks? Ok, vielleicht lassen sich hier 5% Zeit sparen, aber ich glaube rein gefühlgeleitet nicht, dass das die alleinige Lösung ist. Ich werde spekulativ. Ist aber auch gar nicht das Thema. Interessant finde ich viel mehr die zwölf Arten von „Zusammenarbeitern“ und welche Tools geeignet sein sollen, das Leben effizienter zu machen. Die haben sie in einer schönen interaktiven Grafik aufbereitet, demnach man alle Rollen aufteilen kann in Administrator, Agent, Aide/apprentice, Buyer, Counselor (Troy?), Creator, Instructor, Investigator, Manger, Performer, Salesperson, Scientist. Zum Beispiel ließe sich jeder wissensintensive Job in einem Pharmaunternehmen oder einer PR-Agentur durchaus in dieser Form beschreiben bzw. abstrahieren. Diese Erkenntnis bringt uns nur weiter, wenn wir uns anschauen, was diese Menschen tun, denn auch das hat McK plakativ runtergebrochen. Nehmen wir den „Counselor“ (bin ich eigentlich einer?):
„collects information and provides counsel based on past experience and new insights“
Als solcher sind die Tasks (nützlich für unsere nächste Stellenausschreibung):
- Assess scope of project; gather requirements
- Problem solve
- Research, collect information
- Synthesize inputs
- Create first draft; manage inputs
- Iterative (review, negotiate, changes, edit, manage inputs)
- Publish, present, or report conclusions
Soweit, so chique und erhellend. Das Problem ist nur, dass McK für jeden einzelnen dieser Tasks wiederum unterschiedliche Tools als nützlich erachtet, die aber in der Summe genommen für einen „Counselor“ bedeuten, dass er doch bitte alles nutzen soll, was das Web 1 und 2.0 so hergibt. Zwei Beispiele, die illustrieren, was ich meine:
Wodurch die Studie zwar eine nette Systematik liefert, aber keine Handlungsempfehlung wie suggeriert.
Da war doch noch mehr …
11. November 2009 · von Carina Waldhoff · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Je überschaubarer unser großes globales Dorf angeblich wird, desto stärker verengt sich unser Blick auf die eigene kleine Kohorte – zumindest erscheint mir das oft so. Entsprechend neugierig habe ich eben diesen Beitrag von Tomi Ahonen aufgesogen („The Digital Divide in Numbers: TVs, PCs, Internet Users, Mobile around the world“), der Verbreitung und Nutzung von Medien in der „westlichen Welt“ und der „Developing/Emerging World“ (Entwicklungs- und Schwellenländer) gegenüberstellt: Was dem „Westen“ seine großen Kisten, sind den Entwicklungs- und Schwellenländern ihre kleinen Screens, so die Schlussfolgerung:
„In the Industrialized World we have TVs, PCs, FM radios, fixed landlines and mobile phones to consider and compare and use and more than half of the population has one of each of those. In the Developing World, the only technology that reaches half the population is mobile telecoms, and all others are tiny in comparison. For the Emerging World, mobile is not only the first screen, for over 1.8 billion people that is four Europes or six USAs in size, it is literally the only screen.“
Ahonen wundert sich auch über die Kurzsichtigkeit bzw. den eingeschränkten Fokus der Industrie, wenn er beobachtet, dass z.B. das iPhone keine MMS vorsieht – eine Technologie, die wir hier als Postkartenersatz-Gimmick nutzen, in anderen Teilen der Welt aber wirklich „groß“ ist:
„How is MMS? This is a big number, MMS alone has a billion active users in the Developing World, and is used by one in five people in the Emerging World. Yes, 19% penetration rate by total users. While in the West we can still afford to experiment with MMS in our ad campaigns, in India, China, Indonesia, etc it is totally a must. Like with SMS, there are twice as many users of MMS in the Developing World as there are in the Industrialized World. If I could urge you the reader to do one thing with your company this week, I would urge you to expedite your involvement with MMS. […] And yes, in the Developing World, MMS is the next big thing, happening right now. Not WiFi, not Bluetooth, not 3G… MMS.“
Spannender Stoff. „Communities dominate brands“, das Buch, auf dem der Blog basiert, landet wohl auf meiner Amazon-Wunschliste.
Medienkompetenz 2.0?
30. Oktober 2009 · von Carina Waldhoff · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
… brauchen wir nicht, sagen Lars Gräßer und Johannes Klas in diesem Beitrag, der noch einmal kurz die grundlegenden Begrifflichkeiten klarzurrt.
Neue Koop-Studie online: „Kooperative Technologien – Forschungsprojekt zu internetbasierten Formen der Zusammenarbeit“
18. August 2009 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Ein nahezu monumentales Werk (335 Seiten), die Christiane Schulzki-Haddouti da zum Thema vorgestellt hat und zum Download anbietet. 😉
Für das Werk wurde ich – neben vielen anderen – zum Thema Wissensmanagement interviewt. Umgekehrt habe ich Christiane an dieser Stelle zum Projekt befragt, in diesem Interview geht es um Ausgangslage und Aufgabe der Studie.
Ich hoffe jedenfalls, dass das oben zitierte Kooptech-Blog trotz Projektabschluss weitergeführt wird. Es ist auf jeden Fall ein Schatz unter den vielen Social-Media-thematischen Blogs in Deutschland.
Zum Eintauchen in Social Media Marketing
13. August 2009 · von Carina Waldhoff · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Jeremiah Owyang hat ein wunderbares Storyboard in seinen Web-Strategist-Blog erstellt: Er vergleicht darin das riesige Themenfeld Social Media mit dem Ökosystem „Riff“. Während die Leser hier wohl unterschiedlich schnell Zugang finden (mich hat’s direkt gepackt ;-), verdeutlichen die Kommentare, wie sehr eine solche Story die Leute dazu bewegt, sich mit dem Thema wirklich auseinanderzusetzen. So vermisst der Eine Oktopusse im System (mich wundert, dass Haie keine Rolle spielten), eine Andere erläutert, warum sie Agenturen ausgerechnet mit Seesternen assoziiert hat:
„Starfish are usually hunters able to hunt prey that is much larger than its mouth would seem to allow. Agencies and consultants can usually take on clients who are much larger in size than the agency or a one-person consultant.“
Sehr zu empfehlen!