Tipps

Social Media Marketing ROI kalkulieren (?)

3. April 2009 · von Jörg Hoewner · 4 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare

Eines vorab: Zum Fragezeichen komme ich gegen Schluss des Posts… Meiner Einschätzung nach, war die Diskussion rund um den quantifizierbaren Nutzen von Social Media Marketing und PR vor zwei Jahren noch in einem Anfangsstadium. Damals hat man sich noch eher damit beschäftigt, Authority-Kennzahlen oder Social Media Indizes zu entwickeln – ohne freilich bis heute zu einem wirklich zufrieden stellenden Ergebnis zu kommen. Doch nun werden Social Media viel stärker in Marketing und Kommunikation eingebunden, gleichzeitig erleben wir vor dem Hintergrund knapperer Budgets die Rückkehr der controlling Excel-Zähler. Zeit also, sich dem Social Media Marketing ROI zu widmen. Bei der Recherche dazu bin ich auf einige interssante Posts gestossen… Unter anderem bin ich im FreshNetworks Blog auf eine Präsentation gestoßen, die wiederum von Egg Co. stammt. Demnach ist geht es nicht darum, möglichst beeindruckend aussehende Kennzahlensysteme zu entwickeln, die alle möglichen Aspekte abbilden, sondern die richtigen und wichtigen Kennzahlen zu identifizieren, die einem Geschäftskontext adäquat sind – und entsprechende Ziele zu definieren (siehe Chart 16). Als Beispiele werden „Loyalty & Trust“ (Chart 19), „Kundenzufriedenheit“ (Chart 21), „Authority“ (Chart 23), „Offline Sales“ (Chart 26), „Online Sales“ (Chart 28) in Bezug auf Kennziffern, Ziele und Maßnahmen. Ich finde diesen Ansatz pragmatisch.

Etwas für mehr für Excel-Fans ist diese Tabelle von frogloop – allerdings ist das eine ROI-Analyse speziell für Non-Profit Organisationen. Einzugeben sind Ziele, Ergebnisse, Response Raten für E-mail-Kampagnen und Social Network-Aktivitäten und geplante Fundraising-Ergebnisse. Die Mechanik ist sicherlich interessant und anpassbar auf Non-Non-Profit-Organisationen. Das führt uns zum Fragezeichen (hinter dem ROI): Chris Lake erinnert uns in diesem lesenswerten Post („10 ways to measure social media success“) daran, dass man eben mehr als nur Erbsen zählen muss, um den Nutzen von Social Media Kommunikation für Organisationen zu verstehen – und überhaupt erst einmal zuzuordnen. Effekte wie „Kundenengagement“, „Markenbekanntheit“ haben viele Ursachen, womit sich das Problem der Zuordnung ergibt. Lake empfiehlt daher:

„Maybe we can create a model for scoring the performance of social media, or for splitting up attribution by channel, but the truth is that there needs to be some room for manoeuvre when making sense of things.“
Apropos Non-Profit und Social Media ROI: Dazu gab es wohl einen Poetry Slam.

Sehr lustige Idee, das Thema in Reimen abzufassen! Kostprobe:

„As for complete measurement, we’re still waiting, we’re still waiting And anxiously anticipating metrics that assign value even more; And my hopes have all the seeming of a marketer still dreaming, That my efforts not in vain, will yield intangibles and metrics all the same And that all the hours invested carefully will open future media doors This I hope and so much more.“ (Danielle Brigida)

Buchtipp: „Communicating Design“ von Daniel Brown

30. März 2009 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Untertitel:“Developing Web Site Documentation for Design and Planning“.

Das Buch dürfte für die nächsten Webprojekte so was wie meine Standard-Referenz würden. Über die meisten (nicht alle) wichtigen Punkte in einem Website-Konzept wurde hier noch mal kritisch nachgedacht, so dass selbst Menschen mit viel Berufserfahrung in diesem Bereich noch mal eine Menge lernen können:

  • Personas und Use Cases
  • Usability Test-Pläne und Reports
  • Wettbewerbsanalysen
  • Konzept-Modelle
  • Wireframes
  • Content Inventories
  • Site Maps
  • Flow Charts und
  • Screen Designs

Zu jedem Aspekt werden Zielsetzungen, Zielgruppen im Projektteam, Hintergründe und Fallstricke diskutiert. Unterschiedliche Detaillierungsgrade für die Darstellung vorgeschlagen, Tipps für die Präsentations- und Diskussionssituation gegeben und die Beziehungen der einzelnen Designdokumente zueinander beschrieben.

Das Buch ist mit 324 S. umfangreich, dabei weder aufblähend oder redundant beschrieben, sondern immer auf den Punkt und dabei übersichtlich. Man kann es selektiv zum Nachschlagen genau so nutzen, wie zum lineare Durchlesen. Ich denke, man merkt mir meine Begeisterung an. Kaufen.

Die Website dazu: Communicatingdesign.com.

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Weitere Informationen

NGO 2.0: „Wie NGOs kommunizieren, koordinieren und mobilisieren“

26. März 2009 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Christiane Schulzki-Haddouti hat erste Ergebnisse einer Studie „“Kooperative Technologien für Arbeit, Ausbildung und Zivilgesellschaft” in einem Post (der Text wird im Magazin Contraste erscheinen) zusammengefasst „Wie NGOs kommunizieren, koordinieren und mobilisieren“. Da ich vor einigen Tagen hier eine kurze Zusammenfassung der McKinsey-Studie zu Erfolgsfaktoren bei der Einführung von Web2.0 in Unternehmen geschrieben habe, ist insbesondere der Vergleich zu den Erfolgsfaktoren bei NGOs interessant. Diese beschreibt Christiane kurz im letzten Absatz:

  • Richtige Tool-Auswahl, die sich an den jeweiligen Barrieren richten. (Hier würden mich die Barrieren genauer interessieren)
  • Kompetenz-Träger, die den anderen als Vorbild dienen und beratend zur Seite stehen.
  • Geringer Anpassungsaufwand.
  • Entscheidung Hosting mit Selber-verwalten vs. SaaS-Lösung
  • Gruppen-Konsens schaffen: Gemeinsam beschliessen, kooperative Technologien einzusetzen.

In einigen Punkten (Tool-Auswahl, interne Botschafter) gibt es eine Übereinstimmung zu dem, was man aus Unternehmen kennt. Aufgrund ihrer Organisation spielt bei den NGOs der Gruppen-Konsens eine größere Rolle und Fragen, die mit der IT-Infrastruktur zusammenhängen. Für viele Unternehmen kommen SaaS-/ ASP-Modelle schon rein aus datenschutzrechtlichen oder Sicherheitsbedenken nicht in Frage.

Bin gespannt auf mehr Informationen zum Thema.

Anschauungsobjekt Innovationskultur: Tim Berners-Lee

25. März 2009 · von Carina Waldhoff · 1 Minute Lesedauer · 2 Kommentare

Immer wieder heißt es ja, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern auch zeitlichen Freiraum geben müssen, um innovativ zu werden. Google z.B. verpflichtet seine Mitarbeiter dazu, 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Weiterentwicklung ihres Geschäftsbereiches und gönnt ihnen 10 Prozent, um auf privaten Interessensgebieten zu „forschen“.

Tim Berners-Lee erzählt in diesem Video, wie er durch Frust motiviert und in seiner persönlichen „Daddel-Zeit“ am Arbeitsplatz eine kleine technologische Revolution ersann: das Internet.

Ganz nebenbei bemerkt, halte ich dieses Stück auch für ein Paradebeispiel amerikanisch geprägter Präsentationskultur, jenseits aller Powerpoint-Meisterwerke: Meiner Meinung nach steht da vorne weder ein Charismatiker noch ein gewiefter Rhetoriker, sondern einfach ein authentischer Mensch, der eine Geschichte entwickeln und komplizierte Sachverhalte laienverständlich erklären kann („these http-things“…).
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Funktionieren Tag Clouds nicht?

24. März 2009 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · 4 Kommentare

Soeben bei einem Kunden-Projekt die Ergebnisse einer Usability-Studie und des Klickverhaltens, das über die etracker-Klickmap gemessen wurde, diskutiert.

Ein interessantes Ergebnis: Tag Clouds, zumindest in der Marginalspalte, werden ignoriert: In der Usability-Studie werden sie schlicht nicht wahrgenommen bzw. zur Aufgabenlösung in Erwägung gezogen. Nach dem de-facto Klickverhalten werden sie auch kaum angeklickt.

Mich würde interessieren, unter welchen Umständen Tag Clouds genutzt würden… Feedback?