Tipps

Blog-Beziehungen messen: Ansatz und Umsetzungsbeispiel

11. September 2007 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner Vor vielen Monaten habe ich schon mal auf einen Ansatz (hier “Framework”) von Anjo Anjewierden hingewiesen, wie Blog-Diskussionen (d.h. vor allem jene zwischen den Blogs) analysiert und visualisiert werden können (Siehe Beitrag „A model for weblog research„). In diesem Ansatz spielen demnach fünf Dimensionen eine Rolle, wie Blog-Inhalte analysiert werden können:

  • Document (z.B. Post, Webpage, E-mail)
  • Term (Schlüsselbegriffe)
  • Person
  • Link (Referenzen zwischen Dokumenten)
  • Time

Davon ausgehend zeigen Anjo Anjewierden (Uni Amsterdam) und Lilia Egimova (Telematica Institut, Enschede), wie das Framework mit OpenSource-Tools zur Textanalyse (tOKo) ausgewertet werden kann und wie damit Fragen beantwortet werden können wie:

  • Was ist der thematische Fokus einer Community (unter “Community” wird hier ein Netzwerk von Blogs zu einem bestimmten Thema verstanden)?
  • Wie sind Einzelthemen miteinander verbunden?
  • Wie ändert sich die Relevanz der Themen über die Zeit?
  • Wie unterscheiden sich dabei einzelne Community-Mitglieder?
  • Wie findet der Austausch innerhalb der Community statt?

Untersucht wurden über 6.300 Posts in 23 Blogs rund um Wissensmanagement und Social Media. Zum kompletten Beitrag geht es hier lang.

Ergänzung zum Beitrag „Open Innovation-Plattform: Fellowforce“

6. September 2007 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Vor einigen Tagen habe ich einen Beitrag zu „Open Innovation-Plattform: Fellowforce“ verfasst.

Daraufhin hat mir Simon Bley (DaimlerChrysler AG, Society & Technology Research Group) einige Tipps geschickt, die ich sehr spannend fand und die ich hiermit veröffentlichen darf:

„…zu Fellowforce wird es noch keine wissenschaftlichen Arbeiten geben, da die Firma erst dieses Jahr gegründet wurde. Wo es aber auf jeden Fall welche gibt, ist innocentive.com.

Hierzu empfehle ich Ihnen Karim Lakhani „The Value of Openness in Scientific Problem Solving“. Er hat interessante Ergebnisse im Rahmen seiner Dissertation am MIT veröffentlicht.

Dank Creative Commons Lizenz kann man auch das Buch „Interaktive Wertschöpfung“ von Prof.Dr.Frank Piller herunterladen. Kann ich auch sehr empfehlen. http://www.open-innovation.com/iws/buch.html.“

Danke!

Buchtipp: „The A to Z of Idea Management“ von James A. Schwarz

30. August 2007 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Kurzverdikt: Absolut lesenswert.

Der Untertitel beschreibt sehr gut, worum es geht: „For Organizational Improvement and Innovation“. „A Reference on innovating and transforming our organizations by creating high performance idea and recognition systems“.
Eine schöne Urlaubslektüre.

Auf 228 Seiten voller Beispiele, Checklisten, Arbeitsformularen und Übersichten führt James A. Schwarz durch den Themenkomplex, wie in Organisationen Ideenmanagement-Systeme aufgebaut und eingeführt werden, die über das klassische Vorschlagswesen hinausgehen. Vor Augen hat er vor allem ein online-basiertes System, aber auch Vorschläge für traditionelle Vorschlagswege (Papier, persönliche Kommunikation) sind darin zu finden.

Besonders breiten Raum nimmt ein, welche organisatorischen Hürden es gibt (z.B. Führungskräfte, Motivation der Mitarbeiter) – im Umkehrschluss präsentiert ein er reichhaltiges Angebot an Prozessideen, Ansätzen, Belohnungssystemen (die meisten nicht-pekuniär) – daher auch der Titelteil „Recognition systems“. (Interessant finde ich, dass die Belohnungssysteme in vielem dem gleichen, was im Web2.0 eingesetzt wird, um Nutzer zur Teilnahme zu motivieren.)

Eine Fundgrube für Ideen und eine gute Vorlage, sich systematisch dem Thema Ideenmanagement zu nähern. Gibt es leider noch nicht auf Deutsch. Mehr zum Thema hier.

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Weitere Informationen

Blogger-Relations

24. August 2007 · von Carina Waldhoff · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Autorin: Carina Waldhoff

Einige Blogger stellen aktuell Kodizes auf, wie sie gerne von PR- und Marketingverantwortlichen behandelt werden möchten. Essenz: Wir sind keine Journalisten (heißt: der Anspruch, dass ein Blogger sich mit unangefordert geschicktem Material beschäftigen möge, ist noch geringer, weil eben so gar keine Abhängigkeit von diesem Input herrscht), machen unter Umständen auch mal Fehler (dann bitte freundlich kommentieren statt Gegendarstellungen anzumahnen) und wir verdienen es, respektvoll und individuell behandelt zu werden (eigentlich unglaublich, dass das erstmal so klar gesagt werden muss.)

Mike Schnoor umzingelt das Thema recht großfläßig und interessant, z.B. Robert Basic stellt direkt so etwas wie die „11 Gebote“ zum Umgang von PRlern mit Bloggern auf. Interessant, wichtig – lesen!

Und das persönliche Soundbite dazu: Respekt von den Fanta Vier mit der Jazzkantine.

Medienkompetenz 2.0

24. August 2007 · von Carina Waldhoff · 3 Minuten Lesedauer · 5 Kommentare

Autorin: Carina Waldhoff

Von Anspruch und Wirklichkeit an und im Web 2.0 im PR-Bereich war hier ja schon öfter die Rede. Vielleicht macht es gerade für diejenigen, die sich gerade frisch in die Materie stürzen Sinn, sich mit dem schönen alten Medium „Buch“ auf dem Sofa zu fläzen und das Thema auch mal wissenschaftlich und einführend zu betrachten, anstatt direkt tief in die selbstreferentiellen Beiträge auf Fachblogs einzutauchen.

So fiel mir vor kurzem der Band „Praxis Web 2.0 – Potenziale für die Entwicklung von Medienkompetenz“ aus der Schriftenreihe Medienkompetenz des Landes NRW in die Hände (herausgegeben von den ecmc-Mitarbeitern Lars Gräßer und Monika Pohlschmidt). Gerade weil der Begriff Medienkompetenz üblicherweise eher mit Bildung, Jugendschutz etc. verbunden wird, finde ich die Übertragbarkeit des Konzepts auf die gesamte Kommunikations-Branche interessant, wenn man sich die Arbeitsdefinition der Autoren auf der Zunge zergehen lässt:

„Medienkompetenz ist die Fähigkeit zur Selbstorganisation eines Einzelnen oder eines sozialen Systems im Hinblick auf die sinnvolle, effektive und reflektierte Nutzung technischer Medien, um dadurch die Lebensqualität in der Informationsgesellschaft zu steigern.“

Lebensqualität – gefällt mir in dem Zusammenhang. Auf die Medienkompetenz eines sozialen Systems wie ein Unternehmen, eine Agentur, eine politische Institution übertragen verstehe ich darunter nicht nur (wie die Autoren weiter ausführen) das Verkaufsargument für Konsumenten, sondern die Möglichkeit, eine neue Qualität von Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Kontakttiefe und Einbeziehung herzustellen. Auch sehr lesenswert, um zumindest die Problematik nicht von Anfang an aus den Augen zu verlieren: Der Beitrag zum Thema Datenschutz und -sicherheit, der die Unbedachtheit und Unbedarftheit von Usern im Web 2.0 vorführt (apokalyptisch aber wahr: „nur solange das Bedürfnis nach Privatsphäre in unserer Gesellschaft noch existiert, können wir der totalen Überwachung entgehen“).

Einige Kapitel des Bandes haben einen eindeutig medienpädagogischen Bezug und werden dadurch die wenigsten PR-ler interessieren. Irgendwie rührend wirkt auf mich im Themenumfeld Web 2.0 auch die Sammlung beispielhafter Projekte (zweifellos interessant und auch sinnvollerweise mit einer Kurzbeschreibung versehen), die – Medium Papier!- fein säuberlich mit Postadressen aufgelistet sind. Auch ein bisschen mehr Medienkonvergenz kann ich mir durchaus vorstellen – in welchem Blog kommentiere ich denn die Beiträge? Wär doch hübsch, wenn das Land NRW zum Thema Medienkompetenz da was im Angebot hätte, oder (vielleicht hier? Kenn mich nicht so aus…)? Aber vielleicht schreib ich einen Brief, ist ja auch ein vernachlässigtes Medium.

Irgendwie ein wohltuend archaisches Gefühl, sich dem Web 2.0 mal über Cicero und Brecht statt über Feeds und Technorati zu nähern. Fand ich.