Veränderungskommunikation

Website-Inhalte kostenlos bekannter machen – Eine (kleine) Anleitung

3. September 2014 · von Jörg Hoewner · 4 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Sie wollen Ihre Website bekannter machen (wenn nicht, ein Lesetipp: Website Entwicklung Den Nutzer verstehen Eine kleine Einleitung)? Sie haben interessante Inhalte? Dann geht es darum, für diese Inhalte entsprechend Aufmerksamkeit – zusätzliche Nutzer – zu erzeugen. Damit Ihrer Website Aufmerksamkeit zukommt, macht es Sinn, an anderen Stellen im Web Spuren zu legen, damit man Sie findet.

  1. Für die Vermarktung von Websites sollte man mit den Standards anfangen: Die URL – Ihre Webadresse – gehört in alle Publikationen, Druckwerke, auf das Briefpapier, die Visitenkarte. Sie gehört in die E-mail-Signatur. Je nach Thema passend, ist es sinnvoll, die direkten Adressen von einzelnen Informationen direkt in einzelne Druckwerke zu platzieren: Beispielsweise, wenn Sie eine Checkliste zur richtigen Ernährung anbieten und diese auf der Website zu finden ist, ist es sinnvoll, in der analogen Informationsbroschüre prominent darauf hinzuweisen.
  2. Pressemitteilungen werden in der Regel an einen festen Presseverteiler ausgesendet. Journalistisch relevante Informationen wie z.B. Studien können Sie im Abspann nach der sogenannten Boilerplate unterbringen. Online gibt es viele Möglichkeiten, Pressemitteilungen zu verbreiten, viele davon kostenlos. Eine Übersicht finden Sie hier: https://www.moderne-unternehmenskommunikation.de/tipps/linktipps/linkliste-relevante-presseportale/
  3. Ihre Website sollte Open Directory aufgelistet werden http://www.dmoz.org : Eine Anmeldefunktion finden Sie oben in der Menüzeile. Die Anmeldung wird es etwas dauern, da das Projekt von Freiwilligen bearbeitet wird.
  4. In dieser Art gibt es zu Ihrem Thema oder zu Ihrer Branche mit Sicherheit Verzeichnisse oder Linklisten. Diese können Sie per Suche recherchieren und die jeweiligen Betreiber bezüglich einer Verlinkung zu Ihrer Seite kontaktieren. Unserer Erfahrung nach sind die meisten Betreiber offen, in den meisten Fällen machen die das sogar kostenlos.
  5. Soziale Medien (besonders Facebook und Twitter) sind ein idealer Kanal, um Inhalte zu kommunizieren, in dem Sie dazu posten. Daneben sollten Sie weniger bekannte Plattformen nicht vergessen. Die Plattformen Scribd, Issuu.com und Slideshare.com eignen sich besonders zum Einstellen von Präsentationen, Broschüren, Studien, Checklisten – allem, was sich in Form einer PDF-Datei darstellen lässt. Das Einstellen hier ist wiederum einen Post auf Twitter oder Facebook wert.
  6. Sie sind auf einem Event oder einer Konferenz als Aktiver oder gar als Sponsor? Sorgen Sie dafür, dass Sie dort aufgeführt und ein Link, am besten noch mit Logo, auf Ihre Website gesetzt wird.
  7. Vernetzen (verlinken) Sie sich mit anderen, die ähnliche Interessen verfolgen.
  8. Sharing: Richten Sie auf Ihrer Seite eine Funktion ein, dass Nutzer die jeweilige empfehlen können: Per E-mail, per Facebook, per Twitter  und Google plus
Denken Sie bei allen Vermarktungsaktivitäten daran, dass es am Ende nicht nur darum geht, die Nutzer auf Ihre Seite zu bekommen. Spätestens dort zählen nutzwertige und attraktive Inhalte. Ohne diese kommen Nutzer maximal 1 mal – und dann nie wieder.

Ein Shitstorm-Simulator im Einsatz

24. Juni 2014 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

„Shitstorms“ gehörte vermutlich 2013 zu den meistbemühten Begriffen in der Branche. Dahinter steckt die grundsätzlich berechtigte Befürchtung, dass aus negativen Diskussionen in Foren, auf einer Facebook-Seite oder via Twitter eine heftige Eigendynamik von kritischen Posts entsteht.

Unternehmen stehen hier vor dem Problem, dass sie entweder nicht die Ressourcen und Prozesse haben, um mit der Menge der Posts umzugehen, und dass sie zweitens  nicht in der Lage sind, inhaltlich auf bestimmte Themen und Argumente einzugehen bzw. zu entscheiden, worauf reagiert und worauf nicht reagiert werden soll.

Kurzum: Sich darauf vorzubereiten gehört mit in die Krisenvorbereitungs-Arbeit.

Tool zum Entwickeln, Üben und Erproben

Im Rahmen eines Workshops zur Krisenkommunikationsvorbereitung für ein Pharmaunternehmen sollten mögliche Verteidigungsstrategien, Ansatzpunkte zur Verbesserung vorbereitender Maßnahmen und proaktive und reaktive Botschaften entwickelt werden.

Für diesen Rahmen haben wir ein online-gestütztes Tool entwickelt, mit dem ein Krisenszenario, dem einer heftigen Social Media-basierten Diskussion, simuliert werden kann.

Es ist so konzipiert, dass eine Nutzergruppe das Unternehmen repräsentiert, beliebige andere Nutzer (also auch räumlich getrennt auftretende) die Rolle von Kritikern und „Angreifern“ übernehmen können. Es soll also in beide Richtungen gepostet, agiert, reagiert werden – natürlich nicht zum Selbstzweck, sondern eingebunden in ein fundiertes Workshop-Konzept inkl. Arbeitsaufgaben und in einen didaktischen Rahmen.

Das Werkzeug orientiert sich in Look & Feel an einem vereinfachten Unternehmensprofil bei Facebook und lässt sich unaufwendig einrichten und spezifische Anforderungen anpassen.

Bei Interesse einfach bei mir melden.

Digital Ethnography: Ethnographisches Storytelling // Erlebbarmachen von Kultur

8. Juli 2013 · von Jörg Hoewner · 4 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Trotz des folkloristischen Covers wollte mich mit „Digital Ethnography“ nicht entgehen lassen, ich hatte gehofft, mit dem Buch das Feld „Netnography“ noch etwas weiter beleuchten zu können. Aber in Unterberg / Zorn, zwei Anthropologinnen an der Universität Florida / Orlando, meinen mit „Digital Ethnography“ was ganz anderes.
Die beiden Autoren beleuchte, inwieweit Storytelling mit digitalen Medien bei ethnographischen und kulturwissenschaftlichen Aufgabenstellungen helfen kann.
Dabei verläuft der Einstieg in das Thema etwas verwirrend, weil der Leser direkt auf der ersten Seite mit einem Projekt der Autoren – PeruDigital (http://www.perudigital.org)  – konfrontiert wird, in dem User in einer interaktiven / immersiven Anwendung peruanische Folklore mit Schwerpunkt peruanische Feste durch Fotos, Interviews, Animationen, Feldnotizen usw. nahegebracht wird. So weit, so schön. Aber am Anfang der Darstellung erschloss sich mir nicht, was an PeruDigital – abgesehen vom anthropologischen Thema – so Besonderes ist bzw., warum das Projekt so beispielhaft für „Digitale Ethnographie“ ist.
Dies erschließt sich erst etwas später (S. 28-41). Bei PeruDigital handelt es sich nach Unterberg / Zorn um ein Beispiel für Digital Ethnographic Storytelling (S. 20), in dem über die multimediale Darstellungsformen der kulturelle Kontext reichhaltig beschrieben und somit nacherlebbar gemacht wird. In der Ethnographie gibt es schon immer den Ansatz, Kultur durch das Anfertigen von Beschreibungen darzustellen. Der Klassiker unter den Ethnographen, Clifford Geertz, nannte diese Art der ethnographischen Beschreibung „Dichte Beschreibung“. Mit „Dichter Beschreibung“ soll sichergestellt werden, dass aus der ethnologischen Beobachtung einerseits möglichst viele Beobachtungen erfasst und dokumentiert werden, andererseits soll darüber das Beobachtete einsortiert und die eigene Rolle bei der teilnehmenden Beobachtung reflektiert werden. Insofern ist das Digital Ethnographic Storytelling eine moderne Fortsetzung der klassischen „Dichten Beschreibung“.
Spannender finde ich ein zweites Projekt in dem Buch, das Projekt Folkvine von Nicario Jimenez (die heutigen Inhalte der Website stimmen nicht mit der Beschreibung im Buch überein). Hierbei geht es um einen kollaborativen Ansatz, bei dem Mitglieder aus der zu beschreibenden Kultur am Entstehungsprozess der Anwendung aktiv mitarbeiten. Hierbei wird über den Diskurs über Darstellungsweisen, über Symbole, über Geschichten das Dargestellte im Geertz´schen Sinne verdichtet. Methodisch lässt sich natürlich kritisieren, dass bei diesem „Partizipativen Design“ unerwünschte Aspekte vielleicht eher ausgeblendet werden, da die kritische Distanz in dieser Form der Selbstbeschreibung verloren geht.
Bei der Vorgehensweise gibt es interessante Parallelen zu anderen Workshop-Methoden, wie man sie aus der Kommunikations- oder Change-Beratung her kennt („Male Dein Unternehmen“). Denkt man das noch einen Schritt weiter, könnte man überlegen, inwieweit so ein „Multimedia-Worldbuilding“ dabei helfen kann, auch Unternehmenskulturen erlebbar zu machen oder zu dokumentieren.
Die Frage ist, ob Aufwand und Erkenntnisgewinn in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Und ob man das in dieser Form überhaupt braucht.
Natalie M. Unterberg / Elayne Zorn (2013): Digital Ethnography. Anthropology, narrative, and new media. University of Texas Press, Austin.

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Weitere Informationen

Social Intranet: Teilen als Prinzip verstehen

20. Juni 2013 · von Frederik Bernard · 12 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare

*Aktualisiert am 26.04.2016

Das sehr technisch angehauchte Intranet 1.0 – oftmals verortet in der IT-Abteilung von Unternehmen und Institutionen – hat sich in den vergangenen Jahren zu einer interaktiven Plattform für Mitarbeiter gemausert. Eine Plattform für Information und Dialog im Unternehmen – und zur Abbildung ganzer Unternehmensprozesse. Nun ist die nächste Stufe der Evolution erreicht: Das interne Netz wird sozial, lädt zur aktiven Kommunikation der Mitarbeiter ein und hilft so ganz nebenbei, Wissen zu teilen und gegenseitiges Lernen zu fördern. Kein Wunder also, dass die Implementierung von Web 2.0-basierten Intranets ganz oben auf der Agenda der Entscheider steht.
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