Veränderungskommunikation

Widerstände bei der Software-Einführung: Es geht um den Einzelnen

10. Dezember 2008 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

In den letzten Tagen habe ich eine Reihe von Interviews geführt mit Mitarbeitern in einem größeren Industrieunternehmen, die von der Einführung eines neuen SAP-Systems betroffen sind. Das System wird an mehreren Standorten in mehreren Ländern eingeführt. Für manche Standorte bedeutet das einen Rückschritt, für manche einen Fortschritt. Die vergangenen Tage verbrachte ich bei denen, die das Projekt als Rückschritt wahrnehmen. Und hier besonders zeigt sich das Problem darin, das Projekt als sinnvoll zu vermitteln:

  • Die positiven Aspekte, die für die Einführung sprechen, sind erst einmal abstrakt und für den Einzelnen schwer nachvollziehbar: Es geht um die Zusammenarbeit mit anderen Standorten, einen höheren Kundennutzen, höherer Effizienz bei der gemeinsamen Arbeit von Projekten.
  • Aber: Nur ein Bruchteil der Mitarbeiter wird Vorteile bemerken, nur die, die direkt mit anderen Standorten zusammenarbeiten. 

Im Vorfeld wurde viel gemacht, es gab schon einmal Interviews, es gab und gibt Dialogformate (Teammeetings, Workshops, Projektmessen), alle Standorte und Abteilungen wurden eingebunden, usw.. Der grundlegende Informationsstand über das inzwischen zwei Jahre andauernde Projekte ist daher ziemlich gut und trotzdem bleiben die Unsicherheiten. Im Grunde kann man die Unsicherheit so zusammenfassen: Die Mitarbeiter wollen konkret und für sich (oder für die eigene Abteilung) wissen, was sich in den Arbeitsabläufen, Handgriffen, Prozessen ändert und was gleich bleibt. Die persönliche Betroffenheit ist entscheidend: „Was bedeutet das für meine Arbeit?“. Und hier kommt das Dilemma, dass genau das für 13.000 User (mit vielen unterschiedlichen Rollen in unterschiedlichen Prozessen) nicht darstell- bzw visualisierbar ist. Nicht, bevor es einen Prototypen bzw. eine Testversion gibt. Und das ist ziemlich am Ende des Prozesses. Fazit: There is no perfect world. Mit einem gewissen Niveau an Unsicherheit muss man an dieser Stelle wohl leben. Trotzdem sollte man versuchen (und versuchen wir) möglichst viele Ängste zu nehmen und den Nutzen beispielhaft so klar wie möglich darzustellen.

Flashmob, oder was? Marketing mal anders

20. November 2008 · von Carina Waldhoff · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare

Unsere Studentin Katrin Brauer hat heute ihren ersten Blog-Eintrag verfasst:

Es ist Samstag: Ich schlendere durch die Münsteraner Innenstadt und versuche mir mit zahlreichen Einkaufstüten bepackt den kürzesten Weg durch die Menschenmassen zu bahnen. Plötzlich ein Pfiff und um mich herum fallen sich in Sekundenschnelle hunderte von Passanten gegenseitig in die Arme. Noch ehe ich begreifen kann, was um mich herum geschieht, ertönt ein weiterer Pfiff, die Umarmungen lösen sich und alle gehen weiter als wäre nichts geschehen. Verwirrt laufe ich nach Hause, erzähle meinen Mitbewohnern davon und erfahre, dass ich soeben Zeuge einer FLASHMOB-Aktion geworden bin.

Flashmobs stammen aus den USA und lassen sich als kurze, scheinbar spontane Menschenaufläufe an öffentlichen Plätzen charakterisieren. Die Teilnehmer verabreden sich hauptsächlich über das Internet. Einfrieren, Kissenschlachten, wild lostanzen, applaudieren, auf den Bauch legen, laut schreien oder sich umarmen: Bei Flashmob-Aktionen sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt! Wichtig ist, dass die Aktion nur wenige Minuten andauert und auf ein verabredetes Signal hin abrupt aufhört.

Flashmobs wirken wie Überraschungsparties und garantieren auf jeden Fall eines: Aufmerksamkeit. Also warum sollte man diesen Aufmerksamskeitsgarant nicht auch für Werbe- und Marketingzwecke nutzen? Ein Flashmob kostet nicht viel, kann binnen kürzester Zeit organisiert werden, eine Botschaft transportieren und sorgt für Wirbel. Insbesondere im Bereich des Social Campaigning könnte sich so eine Aktion bezahlt machen. Also warum kompliziert, wenn es auch einfach geht!

Ein paar Beispiele:

Buchtipp: KonsumGuerilla von Birgit Richard und Alexander Ruhl (Hg.)

29. Oktober 2008 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

OK, wir sind auch drin:

Jörg Hoewner, Martina Seefeld (2008): Dialog in der professionellen Kommunikation – Social Media im Unternehmensalltag. In: Birgit Richard/ Alexander Ruhl (Hg.): KonsumGuerilla. Widerstand gegen Massenkultur? campus-Verlag, Frankfurt/ Main. S. 83-96.

Im Vergleich zu den anderen Beiträgen in diesem Band finde ich unseren Beitrag fast schon langweilig. 😉

Ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis (meine Favoriten):

Prosumer, Smart Shopper, Crowdsourcing und Konsumguerilla:
Ein Streifzug zur Einführung
Birgit Richard, Alexander Ruhl, Harry Wolff

Hier Download als Probekapitel!

Konsum und die Ethnographie des Alltags:
Eine fragwürdige Ästhetik der Dinge
Hans Peter Hahn

Konsuminnovationen durch Cultural Hacking:
Das Beispiel Ikea-Hacking
Franz Liebl

Parasitäre Strategien
Sabine Fabo

Happy Prosumer? Do-it-Yourself or Die 2.0
Verena Kuni

Guerilla in Hochkultur: Für eine Typologie des elitären Konsums
Jörg van der Horst, Christoph Jacke

Konsumguerilla im Museum? Die coolhunters:style Studie
Birgit Richard

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Weitere Informationen

Webinare zu Intranet 2.0 bzw. Einführung von Social Computing in Unternehmen

8. Oktober 2008 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Beide Themen hängen eng zusammen: Im einen Seminar (Intranet 2.0) geht es um Fallstudien und Beispiele zur Nutzung von Web2.0 in Intranets, im anderen geht es darum, wie man sie erfolgreich einfügt. Hier sind die Details:

Intranet 2.0: The future of intranets (a sneak preview), versprochen wird: „Learn the real numbers on what is being done (and not done), Case study examples from IBM, Cisco, BT, Sabre and others, Lessons learned and key recommendations for undertaking an  Intranet 2.0 initiative“

Der Veranstalter Prescient ist Anbieter von Beratungsleistungen im E2.0-Bereich.

Mehr dazu und Anmeldung (Termin: 17.10., um 14.30 MESZ)

Key Strategies for Successful Enterprise Social Computing Deployments. Wir lernen: „Key strategies for social computing roll-out, Key features of a social networking solution, Demonstration of social networking & collaboration solution“

Veranstalter ist Newsgator, ein Anbieter von Enterprise-RSS-Lösungen.

Mehr dazu und Anmeldung (Termin: 22.10., um 20.00 MESZ)

Awareness: Internes Social Networking zentrales Thema bei Unternehmen

23. September 2008 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Der Enterprise2.0-Software-Anbieter Awareness hat seine Umfrage zur Enterprise2.0-Adoption wiederholt und bietet die zentralen Ergebnisse (gegen Registrierung) zum kostenlosten Download an.

Neben der erwartbaren Tatsache, dass sich E2.0 in Unternehmen verbreitert, finde ich zwei Dinge in dem 13-seitigen Report erwähnenswert:

1. Die meisten in Unternehmen geplanten Anwendungen in diesem Bereich sind nicht Wikis oder Blogs, sondern (interne) Social Networking Anwendungen. Gelbe Seiten war gestern, Facebook ist heute!

2. Zentraler Treiber, um die Akzeptanz und das Engagement bei den Mitarbeiter zu steigern, ist bei den meisten… Reputation und Enthusiasmus und Neugier schüren:

„The most common practices are leveraging participants’ points of enthusiasm and driving
them to related areas (37 percent) and highlighting members based on their activity within
the community (29 percent). By targeting this enthusiasm, companies can use it to its fullest
extent. Highlighting members allows them to receive recognition for their participation and
expertise. For some, taking the time out of their day to participate in a social networking
community is tedious and time consuming. Highlighting participants who offer constructive
comments and add value to the network also helps to promote positive use of the community,
instead of using it as a purely social mechanism.“

Leider sagt die Studie nichts darüber aus, wie lange die das schon so machen und was sonst an Motivatoren genutzt wird. Auf Dauer werden diese Motivatoren allein nur bei einigen Leuten verfangen…