Buchtipp: „Understanding Organizations“ von Charles Handy
13. Juli 2008 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare
Autor: Jörg Hoewner In der vierten Auflage. Der Autor dieses Buches Charles Handy macht auf gut 440 Seiten einen Ritt durch die unterschiedlichen Ansätze der Organisationstheorie und geht dabei in eigenen Kapiteln ein auf Motivation, Rollen und Interaktionen, Führung, Macht und Einfluß, Organisationskulturen, Personalentwicklung, Organisationsdesign, Politik und Veränderungsprozesse. Jedes Einzelthema wird systematisch aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, wobei Handy jeweils relevante theoretische Ansätze und Modelle in knapper Form darstellt, mit Fallbeispielen und Studienergebnissen unterfüttert und am Ende eines jeden Kapitels die Learnings zusammenfasst. Sehr systematisch das alles. Und so eignet sich das Buch sowohl für das Lesen von Anfang bis Ende als auch zum selektiven Nachschlagen. Was mir weniger gefallen hat war, dass das Buch sprachlich ein bisschen antiquiert wirkt. Teile des Buches stammen aus den 70ern (erste Auflage), wobei viele Bereiche inzwischen aktualisiert wurden, wobei der Sprachstil leider nicht angepasst wurde. Kritikpunkt 2 ist weniger dem Autor anzulasten. Das Buch ist halt schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Zwar ist die 4. Auflage aus dem Jahre 2006, aber man merkt an den meisten Stellen, dass die zitierten Studien und Fallbeispiele doch fast ausschließlich aus den 70ern und 80ern stammen. Trotzdem hat es seinen Wert, weil es sehr konzentriert in grundlegende Aspekte und Konzepte der Organisationstheorie einführt. Kurzverdikt: Lesenswert.
Enterprise 2.0 best practise bei IBM – und noch viel in der Pipeline
2. Juli 2008 · von Jörg Hoewner · 4 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
In der letzten Zeit wurden einige sehr interessante Projekte von IBM präsentiert, die die Firma erst intern testet, bevor sie Teile davon in Produkte einfließen lässt.
Mit am meisten „Buzz“ hat Beehive erzeugt, ein Social Networking-Tool, das nicht nur mich sehr stark an Facebook erinnert und das inzwischen von 30.000 IBMern genutzt wird (im Januar waren es noch 6500). Ein Screenshot befindet sich auf der Website von Prescient. Zweck der Plattform ist es, Mitarbeiter-untereinander „Vertrauen herzustellen“, einfach indem man sich vernetzt und kennenlernt. Denn „You cannot create a culture of innovation without creating a culture of collaboration“ (Liam Cleaver, der Projektleiter von IBM). Auf Beehive können Nutzer Profile erstellen, Bilder hochladen, posten, kommentieren, Veranstaltungen organisieren oder Inhalte verschlagworten. Es bietet – wie Facebook oder Friendfeed – die Möglichkeit, die Aktivitäten von Kollegen zu verfolgen. Eine gute Idee finde ich die sogenannte „Hive five“-Liste, quasi eine Art „Elevator pitch“ für eigene Projekte:
„Users can create top-five lists, called “hive fives,” to share their thoughts on any topic they are passionate about. For example, they can add a “hive five” list that outlines their ideas about their project, and then invite their team members to “reuse” the list and voice their opinions. Hive fives cover a lot of territory, from clearly work-related subjects to the kinds of personal exchanges that might only happen among collocated team members at the water cooler. Hive fives are a light-weight way to share ideas and a great way to keep in touch with remote team members.“ (Quelle: IBM)
Beehive ist gleichzeitig ein Forschungsprojekt, dass z.B. Fragen klären soll, ob
- das System IBMern hilft, Kollegen mit gemeinsamen Interessen und relevanten Fähigkeiten zueinander zu führen
- bestimmte Features überhaupt genutzt werden
- Incentive-Systeme wie Punkte und Status-Anzeigen das Verhalten der Mitarbeiter beeinflussen (wie im Web2.0-Bereich belegt)
- es Unterschiede in der Akzeptanz gibt, abhängig von Kultur, Job-Kategorien, usw.
- die Teams, die diese Möglichkeiten nutzen, ein größeres „Soziales Kapital“ haben.
Und es gibt schon erste Ergebnisse, über die Business Week berichtet:
- Das Tool stärkt die sogenannten „weak ties“ zwischen Leuten, die sich eher flüchtig kennen, in unterschiedlichen Abteilungen arbeiten mit dem Effekt, dass der Wissensaustausch tatsächlich angekurbelt wird.
- Mitarbeiter nutzen das Tool zur Selbsdarstellung – „for self-branding. It’s a way to strut their stuff for colleagues and managers at the company—whether it’s for a promotion or funding for a pet project.“
- Mitarbeiter nutzen das Tool vor allem dann, wenn Führungskräfte es ihnen vormachen, d.h. sich selber engagieren (sag ich doch immer).
Aber IBM hat derzeit noch viele weitere Enterprise 2.0-Technologien zu bieten bzw. in der Pipeline:
- Bluegrass ist eine Virtuelle Welt (a la 2nd life) für Mitarbeiter, um über Ideen (Geschäft und Privat) zu chatten oder Anwendungen miteinander zu teilen.
- Social Discovery: Quasi eine Suchmaschine für Dokumente, Personen und User generated content.
- Eng verwandt damit ist Chat Search (wie der Name schon sagt, eine IM-Suchmaschine).
- Cattail: Eine browser-basierte, firmeninterne Filesharing-Plattform.
Wir dürfen gespannt sein.
…die meisten können weitermachen wie bisher
12. Juni 2008 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · 2 Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
These Michael Frank von Plan.net: „Für 90% der Unternehmen/ Marken ist Consumer Generated Advertising kein Thema, weil sie für den Kunden/ Konsumenten nicht so spannend sind. Diese können ihre Marketings- und Kommunikationsstrategien so weiterfahren, wie bisher.“ Hmm.
Motivation und Kommunikation: Arbeitsklima-Barometer
5. Juni 2008 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 3 Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
„Nur noch 12 Prozent der Beschäftigten fühlen sich ihrem Arbeitgeber gegenüber ver pflichtet und sind mit Motivation und Engagement bei der Arbeit“ heisst es im IFAK Arbeitsklima-Barometer.
Bei uns entwickelt sich schreibtischübergreifend die Diskussion, warum das so ist, weil über die Gründe gibt es keine detaillierten Zahlen. War die Motivation vor 10, 20 Jahren größer? Warum größer? Hatten die Mitarbeiter geringere Ansprüche, weil sie eine „Command and Control“-Kultur für normal hielten? Oder hat sich der ökonomische Druck noch nicht so ausgewirkt?
Die Folgen mangelnder Motivation werden auf der IFAK-Seite anschaulich aufgelistet und mit Zahlen hinterlegt:
- Mehr Fehltage
- Weniger Verbesserungen und Innovationen
- Mehr Fluktuation
- Weniger Weiterempfehlungsbereitschaft
Dass deswegen die Budgets für Mitarbeiterzeitschriften erhöht werden sollten (wie in einem Kommentar hier angedeutet), sehe ich jetzt nicht so. Ich würde das Geld als erstes in Führungskräfteauswahl – und -entwicklungsmaßnahmen stecken, neben einem ganzen Strauß anderer kultureller Hebel. Oder so: Die klassische Interne Kommunikation ist nur ein kleiner Teil der Lösung, deren Status häufig nur ein Indikator für kulturelle und organisatorische Defizite.
Gefunden auf PR-Fundsachen.
Wie eine Firma verdunstet – Virtualisierung von Unternehmen / Artikel in der aktuellen Ausgabe 06/2008 Brand eins
2. Juni 2008 · von Frederik Bernard · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Frederik Bernard | FBKB
Die Idee virtueller Unternehmen ist nicht neu – aber nichtzuletzt gibt es eine ganze Reihe an Beispielen für Projekte dieser Art, die gescheitert sind. In der aktuellen Ausgabe der Brand eins 06/2008 wird über ein kleines Unternehmen berichtet, das vor 5 Jahren beschlossen hat, in den virtuellen Raum zu ziehen und alle Prozesse, Informations- und Kommunikationsschnittstellen zu digitalisieren. Ließt sich sehr spannend, da gerade hier nicht nur die Vorteile, sondern auch die Probleme und Herausforderungen beschrieben werden und sich diese Erfahrungen auch gut auf kleine und mittelständische Unternehmen übertragen lassen (oder gleich auf das Eigene?).
Das beschriebene Unternehmen hat konsequent den Informationsaustausch auf Mail, Groupware und Skype sowie SMS umgestellt und ein umfangreiches Intranet zur Recherche aber auch zu Abbildung der Geschäftsprozesse gelauncht. Dokumente und Belege werden gescannt und digital im PDF-Format bereitgestellt. Diskussionen finden in regelmäßigen Chats statt.
Allerdings, so wird der Chicagoer Soziologe Ronald S. Burton zitiert, gelten ganz andere Herausforderungen für die Führung von Mitarbeitern im virtuellen Raum. So lassen sich gerade die informellen, sehr produktiven „Fotokopierergespräche“ nur bedingt durch Skype, Mail oder Telefon ersetzen (Mehr zu lesen: Social Origins of Good Ideas, Ronald Burt, http://web.mit.edu/sorensen/www/SOGI.pdf).
Und ein gutes Buch zum Thema gibt es auch von Dorothea Herrmann/Knut Hüneke/Andrea Rohberg: Führen auf Distanz – mit virtuellen Teams zum Erfolg, Gabler-Verlag 2006.
Must Read!