Veränderungskommunikation

„Sensemaking“ pragmatisch: Sales und Pre-Sales-Mitarbeiter über Social Software vernetzen

20. Februar 2007 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner In einem Whitepaper (PDF, 5 Seiten) der australischen Change-Beratung „Anecdote“ wird beschrieben, wie über eine einfach aufzusetzende Blog/RSS-Kombination der Informationsaustausch zwischen Vertriebsmitarbeitern und denen im – ich sage mal – organisatorischen Backend verbessert und stimuliert werden kann. Interessant ist der beschriebene Prozess:

  • Blogs als Plattform werden im „Backend“ aufgesetzt, z.B. von den Produktmanagern oder einer Entwicklungsabteilung
  • Der Vertrieb abonniert sich Feeds
  • Feedback kommt über die Kommentarfunktion.

Wenn ich überhaupt so asymmetrisch an so eine Lösung herangegangen wäre, dann hätte ich die Richtung genau umgedreht, denn die, die den meisten Input liefern, sollte der Mann oder die Frau „an der Front“ sein: Hier bei den Salesleuten entsteht das relevante Kundenwissen, werden Trends frühzeitig erkannt und Schwächen treten zu Tage.

Strategic sensemaking und Enterprise 2.0

12. Februar 2007 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Jim McGee geht in „Strategic sensemaking and Enterprise 2.0 technologies“ davon aus, dass „Strategic sensemaking“ einer der treibenden Kräfte bei der Adoption von Enterprise2.0-Anwendungen in Unternehmen sein wird.

Was ist das überhaupt?

Unter „Sensemaking“ versteht man in diesem Zusammenhang die Konstruktion von Sinn in einem Meer aus Daten. Oder anders gesagt: „Sensemaking“ ist die strukturierte Verarbeitung von Daten zu Informationen und darüber hinaus die Bewertung dieser Informationen in Bezug auf den Einfluss von Umwelt- und organisationsinternen Faktoren auf die Organisation selbst.

Je chaotischer, widersprüchlicher, vielfältiger diese Informationen werden, desto wichtiger wird also das „Sensemaking“.
Hier kann nach McGee Social Software helfen, diese Verarbeitungprozesse skalierbar zu organisieren:

„One of the attractions in Enterprise 2.0 technologies is that they make these strategies more feasible and scalable. Blogs, wikis, tagging, etc. allow participation to scale beyond what face-to-face methods can support. They make it possible to generate and organize more extensive raw materials and inputs to planning/sensemaking processes. Wikis with good version tracking and refactoring capabilities make it both safer and easier to generate and work through alternative representations/sensemakings.“

In diesem Zusammenhang möchte ich noch mal auf den OODA-Loop hinweisen (siehe Beitrag „Corporate blogging als strategisches Werkzeug: Der OODA-Loop“). In der darin modellierten „Orient“-Phase findet genau das statt, was McGee unter „Sensemaking“ versteht.

Ein Anwendungsfall?

Man stelle sich ein mittelständisches Unternehmen vor, welches die Ergebnisse von Umweltbeobachtungen, der Innovations- und Trendbeobachtung abteilungsübergreifend (und pragmatisch) über Social Software erfasst und strukturiert. Z.B. ein Wiki für das Erfassen und strukturieren, Social Bookmarks für das Dokumentieren und Blogs für die organisationsinterne Vermittlung.
Bei der Implementierung eines solchen Systems ist die IT-Komponente nur ein Erfolgsfaktor. Wichtiger ist die Kommunikationskultur, ist das Commitment der Führungskräfte, das Engagement von internen Multiplikatoren, sind die Prozesse und die kommunikative Vermittlung, mit anderen Worten ein Change-Prozess.

Gibt es Beispiele aus dem Mittelstand? Oder nur aus grösseren Unternehmen?

Blogs als (Projekt-)Arbeitstool: Eine Anleitung

24. Januar 2007 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · 1 Kommentar

Autor: Jörg Hoewner

Rod Boothby („Innovation Creators“) hat eine ganz hervorragende Beschreibung („How to use Blogs in the Workplace“) zusammengestellt, wie und wofür man Blog-Software in organisations-internen Arbeitsgruppen und Projekten nutzen kann. Nachmachen!

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Beiträge zu Enterprise 2.0

Intranet-Implementierung ist Change Management

18. Januar 2007 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Bianca Wong von der Interactive Agentur Prescient Digital Media hat zwei schöne Artikel darüber geschrieben, dass zu jeder Intranet-Implementierung (dasselbe gilt auch für Enterprise 2.0 oder SAP oder irgendein anderes, komplexes System) oder zu einem Relaunch ein Change Management Prozess aufgesetzt werden sollte. System-Implmentierungen größeren Stils sind Veränderungsprozesse.

In einem Artikel („They won’t go changin’ just to please you: change management strategies to support intranet adoption“) bezieht sie sich auf eine Umfrage von ProSci unter 327 Unternehmen, nachdem „Resistance to change“ am weitaus häufigsten als Hindernis zu einem erfolgreichen Projekt genannt wird. Akzeptanz – also das Gegenteil davon – ist aber Voraussetzung, um überhaupt von einem erfolgreichen Projekt zu sprechen: „After all, if the solution is brilliant and no one uses it – what’s the benefit?“ und so bringt sie es in der Formel auf den Punkt:

Effectiveness = Quality (of the solution) X Acceptance

In einem weiteren Beitrag („Managing positive intranet change: Watch out for the J Curve“) spricht Sie in diesem Zusammenhang von einem zusätzlichen Problem, der sogenannten „J-Kurve“. Gesetzt den Fall, man setzt einen soliden Change Prozess auf, um einen internen IT-System-Wechsel zu unterstützen, dann wird man in der Roll out-Phase vor ein zusätzliches Problem gestellt: „This is the dreaded but inevitable “J Curve” effect – which means whenever you introduce change into an established system, things will usually get worse before they get better.“

Bei einem roll-out eines neuen Systems sind Erwartungen naturgemäß hoch, aber unweigerlich tauchen Probleme auf, Bugs und kleinere Usability Flaws, Dinge sind nicht mehr dort zu finden, wo sie vorher waren, Bedienungen ändern sich, Bookmarks funktionieren nicht mehr, etc.. Genug, um Frustration aufzubauen und Akzeptanz zu ersticken.
Und hier kommt es auf eine Kommunikation an, die die Nutzer darauf vorbereitet bzw. gerade diese Phase konstruktiv unterstützt. Leider geht Bianca Wong nicht mehr auf das „Wie“ ein. Trotzdem lesenswert.
Bei PrescientDigital wird übrigens auch ein nettes, kostenloses Whitepaperchen „Finding ROI: Measuring Intranet Investments“ angeboten.

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Buchtipp: „Outside Innovation“ von Patricia B. Seybold

4. Januar 2007 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Autor: Jörg Hoewner

Kurzverdikt: Sehr empfehlenswert.

Eine sehr inspirierende Lektüre war über die Ferien für mich „Outside innovation. How your customers will co-design your company´s future“ von Patric Seybold (bekannt durch das Buch „customers.com“). Darin geht darum, wie Kunden und andere Stakeholder in Innovationsprozesse von Unternehmen eingebunden werden können. Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Werkzeuge sind erfolgsversprechend? Welche Rollen können Online-Communities und Online-Anwendungen dabei übernehmen? Und wie können Innovationen verbreitet werden?

Die Ansätze werden an sehr vielen Fallbeispielen veranschaulicht und die Kern-Lernpunkte (gibt es was besseres als „Key Learnings“?) zum Teil anhand von use cases visualisiert.

An der einen oder anderen Stelle nervt vielleicht der über-euphorische Stil, den man aus vielen amerikanischen Praktiker-Büchern kennt. Aber im Gegensatz zu diesen ist Seybolds Buch nirgendwo redundant, sondern im Gegenteil gesprickt mit Fakten, Erkenntnisse und interessanten Details.

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Weitere Informationen

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