K12

Design Sprint: Ideen und Produkte testen im Schnelldurchlauf

4. März 2021 · von Verena Waldbröl · Keine Kommentare

Startende Rakete

Von Torben Luckow

Probleme gibt es viele – gute Lösungen dagegen wenig. Das hat unterschiedliche Gründe: Neue Trends und Themen sorgen für Aufbruchsstimmung, aber auch für große Unsicherheit. Geschäftsmodelle und Produkte müssen sich immer schneller an den Markt anpassen. Langfristig zu planen wird schwer.

Wir haben uns gefragt, wie wir dieser Komplexität begegnen wollen und uns dabei intensiv mit dem „Design Sprint“ beschäftigt. Von Jake Knapp bei Google Ventures entwickelt, bietet diese Methode eine gute Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit Lösungen für komplexe Probleme und neue Produktideen zu finden.

Was ist ein Design Sprint?

Ein Design Sprint soll entweder ein Problem lösen, eine neue Produktidee testen oder ein vorhandenes Produkt als „gut geeignet“ bestätigen. Und zwar in nur vier Tagen – denn genau darin liegt der Vorteil eines Design Sprints: Er komprimiert die Arbeit von mehreren Monaten auf kürzeste Zeit und gibt schnelle Antworten auf schwierige Fragen.

Wann hilft ein Design Sprint?

Das neue Jahr hat begonnen und die Planungen laufen auf Hochtouren. Budgets werden verteilt, Mitarbeiter:innen eingestellt und Jahresziele definiert. Unklar ist normalerweise, welche Maßnahmen und Projekte den größten Erfolg bringen werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten, in dieser Situation zu planen:

  1. Ich habe eine Projektidee, die zum gewünschten Ziel führen könnte. Dazu bekomme ich aus der Chef-Etage die nötigen Ressourcen (z.B. Geld oder Personal). Nun starte ich mit einer umfassenden Analyse, konzipiere eine Strategie und mache mich an die Umsetzung. Am Ende zeigt mir die Evaluation, ob meine Idee wirklich gut war und die Ziele erreicht wurden.
  2. Da mir niemand den Erfolg meiner Idee garantieren kann, überspringe ich die Analyse, Konzeption und Umsetzung der Maßnahmen. Stattdessen teste ich in einem Design Sprint mit echten User:innen, ob der Kern meiner Idee den ganzen Aufwand überhaupt wert ist.

Ein Design Sprint kann also dann eingesetzt werden, wenn es an Sicherheiten fehlt oder das Risiko hoch ist, „falsche Lösungen“ zu entwickeln. Denn je länger die Entwicklungszeit, desto höher die Kosten. Je höher die Kosten, desto schmerzhafter für alle Beteiligten, wenn schlussendlich die Lösung doch nicht passt.

Mit dem Design Sprint lässt sich eine Projektidee binnen kürzester Zeit auf ihre Erfolgschancen abklopfen. Das liefert eine gute Basis, um zu entscheiden, welche Ideen und Projekte weiterverfolgt werden. Je aufwändiger oder komplexer das Projekt ist, desto mehr lohnt sich die Methode.

Wie funktioniert ein Design Sprint?

Ein Design Sprint läuft ähnlich wie zum Beispiel ein Hackathon ab: Jeder Tag hat eine bestimmte Funktion.

Tag 1: Problem verstehen
Gemeinsam definieren alle Beteiligten, welches aktuelle Problem sie im Design Sprint lösen möchten, und planen die weiteren drei Tage.

Tag 2: Lösungen skizzieren
Gemeinsam klären alle die Frage: Für welches Problem haben wir eine Lösung und aus welcher Lösungsidee möchten wir einen Prototyp bauen?

Tag 3: Prototyp-Tag

Wir bauen einen Prototyp als „Test-Lösung“ für das ausgewählte Problem. Ziel ist, ein echtes Produkterlebnis zu „faken“. Mehr bedarf es nicht, um zu prüfen, ob die erdachte Lösung funktioniert oder nicht!

Tag 4: Der große Test am Kunden

Der Prototyp wird an realen User:innen getestet.

Welchen Mehrwert liefert ein Design Sprint?

Das Ergebnis eines Design Sprints ist ein Prototyp, der durch reale User:innen getestet wurde und damit über echte Insights verfügt. Dieses Wissen hilft enorm, gute von schlechten Lösungen zu unterscheiden, die nächsten Schritte zu planen und Fehler in der weiteren Projektarbeit zu verhindern. Das spart Ressourcen und vermeidet Enttäuschungen. Die Erfahrungen der User:innen liefern eine realistische, für alle Projektbeteiligten nachvollziehbare Antwort auf die Frage, ob eine Idee oder Lösung etwas taugt.

Was passiert nach einem Sprint?

Mit dem Wissen aus dem getesteten Prototyp können bessere, datenbasierte Entscheidungen getroffen werden: Passen unsere Zielsetzung oder die dazugehörige Strategie noch? Erreichen wir unsere Zielgruppe überhaupt? Bei K12 haben wir festgestellt, dass Diskussionen auf der Grundlage der User:innen-Tests deutlich weniger emotional geführt werden – das schont das Arbeitsklima.

Fazit

Der Design Sprint ist kein Allheilmittel. Wie bei allen Methoden aus der „New Work-Welt“ muss jede Organisation ihre eigene Interpretation und Anwendungspraxis finden. Wir bei K12 haben damit beste Erfahrungen gemacht und werden den Design Sprint sicher öfter nutzen.

Wer Interesse am Thema hat, dem sei das Buch „The Sprint Book“ von Jake Knapp empfohlen: https://www.thesprintbook.com/

Autor: Verena Waldbröl

Verena Waldbröl ist Redakteurin bei K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Ob Interne oder Externe Kommunikation, Change Kommunikation oder Social Media – schöne Worte findet sie für alles. Am liebsten aber weckt sie bei den KollegInnen die Lust am kreativen Schreiben.

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