K12

Nähe auf der (Ton-) Spur

17. März 2022 · von Verena Waldbröl · 1 Kommentar

Zwei Jahre der Distanz haben mit uns Menschen etwas gemacht. Auf persönlicher Ebene, genauso auf mentaler und gesellschaftlicher. Persönliche und physische Nähe zu jenen, die wir schätzen? Möglich war’s nur im engsten Kreis, leider. Wir begegnen uns distanzierter und Nähe lässt sich nicht mehr so leicht herstellen, wie es oft vor der Pandemie gelang. Doch wir haben dabei unterschiedliche, individuelle Wege gefunden, damit umzugehen und Nähe zu spüren. Genau darum geht es in unserem Podcast „nahbar – der Nähe auf der (Ton-) Spur“. Warum wir uns für einen Podcast entschieden haben? Julia Küter, Beraterin für Interne Kommunikation und Change, hat die interne Projektleitung übernommen und auch selbst eine Folge eingesprochen.

Julia Küter

Julia, noch ein Podcast …?!

Ganz genau, noch ein Podcast. Podcasts transportieren Stimmen direkt in unser Ohr. Sprache vermittelt Emotionen und lässt Bilder im Kopf entstehen. Worte können ganze Welten erschaffen und schlussendlich Nähe erzeugen. Außerdem: Aktuelle Podcast-Studien sprechen für sich. Podcasts sind so angesagt wie nie. Laut aktuellen Erhebungen von AdAlliance widmet die/der deutsche Hörer:in im Schnitt 60 Minuten pro Woche einem oder mehreren Podcasts. Und Fakt ist: Wir hören sie überall. Beim Warten an der Supermarktkasse, beim Sport, beim Bügeln oder an einem verregneten Sonntag. Unser Ziel war es bei unserem Podcast, ganz individuelle Perspektiven auf das Thema Nähe zu vermitteln und das in kurzen Episoden mit einer maximalen Länge von 15 Minuten. Ganz einfach zum Wegsnacken und Zwischendurchhören sozusagen.

Ok, gekauft. Warum habt ihr euch für das Thema Nähe entschieden?

Im Team waren wir uns sehr schnell einig: Es sollte um das Thema Nähe gehen. Wir wollten diesem Gefühl eine Bühne geben, denn schließlich mussten wir in den vergangenen zwei Jahren teilweise mächtig kreativ werden, um Nähe zu spüren. Nach kurzen Überlegungen, ob wir ein interaktives Booklet entwerfen oder einen Reiseplan zur Nähe, war uns dann aber schnell klar: Bei diesem Thema geht’s um Menschen. Uns macht seit jeher aus, dass wir in Gemeinschaften leben. Wir erzählen uns Geschichten, teilen Freude, Leid, Gefühle und Gedanken. Mit unseren Freund:innen, mit der Familie, mit den Kolleg:innen, die zu täglichen Wegbegleiter:innen werden, zu Verbündeten und oft auch zu Freund:innen. 

Und weil es um Menschen geht, wollten wir eben auch Menschen zu Wort kommen lassen. Mit ihren ganz persönlichen Perspektiven auf Nähe wollten wir genau dieses Gefühl erzeugen – denn das ist, was wir allen wünschen.

Wie kam es zur Idee?

Nähe ist eine persönliche Angelegenheit. Sie ist so individuell wie der Mensch selbst. Und wie transportiert man Nähe am besten? Durch die eigene Stimme. So kam der Ball ins Rollen und der Podcast hielt Einzug in unser Brainstorming-Board.

Und was erzeugt Nähe? Worüber haben die Kolleg:innen gesprochen? Willst du uns was verraten?

Wir bei K12 haben ganz unterschiedliche Wege gefunden, um Nähe zu spüren oder auch, um Nähe zu zeigen. Wir haben Kolleg:innen unter uns, die auf ca. 240 Kilometer rund um Düsseldorf eine besondere Nähe zur Natur, aber auch zur Familie finden. Andere wiederum beschäftigten sich mit der Sprache an sich. Denn sie besitzt eine ungeheure Macht, mit der Nähe erzeugt werden kann. So beleuchten wir etwa die Wörtchen „Du“ und „Sie“ und gehen ihrer Wirkung auf den Grund. Wir machen aber auch einen Ausflug ins Schwabenland und nach Belgien und entdecken einige gefühlsmäßige Gemeinsamkeiten in unterschiedlichen Dialekten. Auch das kreative Schreiben spielt eine Rolle. Mit den Kolleg:innen aus der Kreation werfen wir aber auch einen Blick in die Designlehre und in die Welt der Musik. Und schließlich richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die aktuelle Arbeitswelt, wo zwischen Homeoffice, virtuellen Konferenzen und abwechselnden Bürozeiten Nähe entsteht. So viel lässt sich bei all den interessanten Beiträgen auf jeden Fall sagen: Es ist schon erstaunlich, wie viel man allein bei der Aufnahme der Podcasts noch dazulernt und auch seine Kolleg:innen nochmal neu und anders kennenlernt. Allein das hat schon Nähe erzeugt. Reinhören lohnt sich also in jedem Fall.

Worum geht’s in deiner Folge?

In meiner Folge lasse ich Hörende an meinem Hobby teilhaben: dem kreativen Schreiben. Ich schreibe in meiner Freizeit Kurzgeschichten und Gedichte und lasse mich dabei von Erlebnissen, Büchern, Beobachtungen oder auch der Natur inspirieren. Besonders in den vergangenen zwei Jahren sind dabei Texte entstanden, die die Aufmerksamkeit auf Dinge lenken, die um uns und ganz besonders sind. Es geht um Erinnerungen an Kindertage und darum, dass Zeit doch dehnbar ist. Und der beginnende Frühling spielt auch eine Rolle. Jeder Text für sich ist ein Beispiel dafür, wie facettenreich das Gefühl von Nähe sein kann.

Ich bin zwar zeichnerisch und musikalisch unbegabt, aber Worte helfen mir, Farben singen zu lassen und Töne zu malen. In meiner Folge versuche ich genau das nun auch mal hörbar zu vermitteln.

Julia Küter – Beraterin für Interne Kommunikation und Change

Das Thema war Programm und Hürde zugleich: Wie gelang die Umsetzung aus der Distanz?

Das stimmt tatsächlich. Einige Folgen haben wir bei uns im Podcast-Studio aufgenommen. Da wir schon vorher wussten, wie viele Folgen wir aufnehmen werden, konnten wir eine Blockproduktion planen. So nennt man Tage, an denen mehr als zwei Podcastfolgen aufgenommen werden. Insgesamt hatten wir zwei Blockproduktionen. Die Termine legten wir dabei so, dass wir die Kontakte so gering wie möglich hielten und natürlich haben wir alle möglichen Hygieneschutzregeln beachtet.

Blockproduktionen eignen sich zudem dafür, den Aufwand so gering wie möglich zu halten: Technik und Equipment müssen an den Tagen dann nur einmal aufgebaut werden und Aufnahmeleiter:innen sowie Sprecher:innen haben ihre Zeiten im Blick, wann was zu tun ist. Das ist für die Ressourcenplanung sehr vorteilhaft gewesen.

Bei denjenigen, für die eine Aufnahme in unserem Büro nicht möglich war, haben wir mit einem Aufnahmegerät gearbeitet. Eines unserer Podcast-Teams bestand zum Beispiel aus drei Kolleg:innen, die jeweils unabhängig voneinander ihre Sprecher:innenanteile aufgenommen haben. Alle drei Sequenzen konnten wir dann im Nachgang zusammenschneiden. Manche hatten selbst Aufnahmegeräte zu Hause oder das eigene Smartphone musste herhalten. Wir mussten also sehr flexibel bleiben und vor allem die Situation im Blick behalten, von wem schon Aufnahmen vorliegen, wo wir noch warten oder aus der Ferne unterstützen können. Ein Projektplan und gemeinsamer Austauschkanal via Microsoft Teams hat uns die Kommunikation erleichtert und dafür gesorgt, dass jeder auf dem aktuellen Stand war.

Unsere Sprecher:innen haben außerdem sehr gut mitgearbeitet. Zusätzlich zu ihren Stimmen haben sie uns ihre Redetexte auch in Form von Skripten zur Verfügung gestellt. So konnten wir im Nachgang weitere Recherchen auf Basis der Texte starten, zum Beispiel für die Anreicherung von atmosphärischen Geräuschen, um noch mehr Nähe zu erzeugen.

Was hast du oder habt ihr als Team aus dem Projekt mitgenommen?

Teamarbeit ist in diesem Projekt das Erfolgsrezept. Klingt jetzt banal, aber ich kann es nur so sagen, im Alleingang wäre dieses Projekt nicht zu stemmen gewesen. Die Expertise jedes/jeder Einzelnen war ein wichtiger Baustein auf dem Weg hin zum fertigen Podcast. Ich habe immer gesagt: Ich kann zwar die Idee in Worte und in ein Konzept gießen, aber ohne meine Teamkolleg:innen gäbe es nicht eine Minute zu hören, kein Logo, keinen Claim und keine Vermarktung in sozialen Netzwerken. Genau auf diese Teamleistung bin ich extrem stolz. Aufeinander vertrauen, voneinander lernen, sich motivieren und vor allem regelmäßig im Austausch sein mit einem Ziel vor Augen – darauf kommt es an.  

Was würdest du mit deiner jetzigen Erfahrung Kund:innen raten, die Lust auf einen Podcast haben, denen die Hürde aber (noch) zu groß ist?

Da kann ich nur sagen: Traut euch! Am Anfang klingt ein Podcast nach einer Menge Arbeit, bei der Vorerfahrungen nicht schlecht wären. Da mag was dran sein, doch Erfahrungen sammelt man bekanntlich dadurch, dass man es einfach mal macht. „Einfach mal machen“ heißt natürlich nicht „auf Los geht’s los“, denn selbst ein noch so spontaner Roadtrip folgt einer Route. Ich empfehle deshalb immer, noch vor dem Start eines Podcasts ein Konzept als Grundlage zu legen: Welches Ziel wird verfolgt? Wer soll damit erreicht werden? Welchen Mehrwert haben Hörende? Und welches Format (z.B. Interviews) transportiert Ziel und Mehrwert am besten? Fragen wie diese sollten geklärt sein. Das nötige Equipment zu besorgen, ist dann die kleinste Hürde.

Autor: Verena Waldbröl

Verena Waldbröl ist Redakteurin bei K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Ob Interne oder Externe Kommunikation, Change Kommunikation oder Social Media – schöne Worte findet sie für alles. Am liebsten aber weckt sie bei den KollegInnen die Lust am kreativen Schreiben.

Ein Kommentar

  1. Hallo Verena,

    ein toller Beitrag! Mit diesem Artikel kann man sich wirklich hervorragend unterstützen! Super zusammengestellt! Das hatte ich gebraucht! Danke dafür!

    Viele Grüße,
    Simon Brocher Köln

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