Social Media Monitoring: Erfahrungsberichte
11. August 2008 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare
Autor: Jörg Hoewner Im Rahmen unseres Beratungsproduktes Social Media Audit suchen wir ständig nach Möglichkeiten zur Verbesserung bzw. zu Arbeitserleichterung. Arbeitserleichterung in dem Sinne, dass wir ein Tool suchen, dass die Datensammlung und das Mining erleichtert, so dass wir uns auf die eigentliche inhaltliche Auswertung fokussieren können. Letztendlich arbeiten wir mit einem Mashup unterschiedlicher Datenquellen, die zu sehr brauchbaren Ergebnissen führen, allerdings eine Menge Recherchevorarbeit vorraussetzen. Aber immerhin nutzen eine Reihe von Kunden diesen Service, am intensivsten wir selbst, weil es für uns ein Tool für die inhaltliche Beratung ist (Themen finden, Einstellungen und Argumente aufdecken). In diesem Zusammenhang haben wir uns sehr viele Dienstleister in dem Bereich Datensammlung/Mining angeschaut, z.T. teuer bezahlt und müssen sagen, dass wir bisher nirgends irgendwo richtig glücklich geworden sind – weder bei deutschen noch bei nordamerikanischen Services. Bei den amerikanischen Anbietern wie SocialRadar, Techrigy und Radian6 wirken die Oberflächen vielversprechend, Radian6 macht sogar richtig Spaß. Schwächen finden sich bei der Auswahl deutschsprachiger Quellen, Erfassung von Foren (bei SocialRadar und Techrigy) und ganz einfach bei der prohibitiven Preisgestaltung, die für den deutschsprachigen Markt unrealistisch ist: 1.000 US $/ Monat für 20 Such-Queries (SocialRadar) – und dann nur Suche in RSS-Feeds von Quellen, die von der Datenqualität denen von Technorati entsprechen… Sorry… In Deutschland scheint die Datenauswahl ebenfalls ein Schwachpunkt: Entweder werden Blogs erfasst oder Foren. Und wenn, dann nur eine Blogauswahl. Und bei Forenergebnissen erhält man zwar (wie kürzlich für einen Kunden von uns) 10.512 Treffer, aber davon sind ca. 40% Spam und Ausschuss. Fazit: We are still examining. Und schauen uns mal die Customized Search von Yahoo an. Die ist kostenlos und kann das genau so gut.
Von Journalisten und Bloggern
22. Juli 2008 · von Carina Waldhoff · 4 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autorin: Carina Waldhoff
Weil ich gestern abend meine Gedanken über den Spiegel-Artikel über „Beta-Blogger“ noch ordnen wollte, musste ich heute morgen feststellen, wie schnell (und gerade angesichts der Goliath-gegen-David-Attacke erstaunlich reflektiert) Andere reagiert haben – das meiste ist gesagt, zusammengestellt bei Klaus Eck oder, auch interessant, eine Einordnung seiner eigenen Zitate von Jan Schmidt.
Abgesehen von den schiefen Maßstäben, die der Artikel anlegt (wenige Blogger haben journalistische Ansprüche an ihre „Arbeit“, so sie ihre Foren überhaupt als solche ansehen, noch weniger ein journalistisches Selbstbild, und die wenigsten – auf die hat sich SPON kapriziert – müssen sich an journalistischen Maßstäben messen lassen, weil sie z.B. dezidiert die Arbeit eindeutig redaktioneller Medien, siehe Bildblog, aufs Korn nehmen), hinterlassen der hämische Ton und polemische Stil einen schalen Beigeschmack: Ja, die Lust am Diskurs verkommt in deutschen Blogs häufig zu pinscherhaften, korinthenkackerischen Bissreflexen – aber das hat die „Szene“ selbstkritisch erkannt. Mangelnde Souveränität scheint eben auch ein urdeutsches Phänomen zu sein, dem sich der Spiegel mit diesem Artikel leider nicht entzieht. Nebenbei gefragt: Haben die in Hamburg die Nebensätze abgeschafft? („Nur etwa jeder fünfte Deutsche liest sie überhaupt jemals. In den USA und Japan ist es jeder Dritte. In Südkorea und den Niederlanden tun es 40 Prozent der Bevölkerung. Doch ganz genaue Zahlen gibt es aus den wenigsten Ländern.“ – So geht das über Seiten.)
Maßstab Leserschaft: „Nur etwa jeder fünfte Deutsche liest sie überhaupt jemals“ – gar nicht so schlecht für ein sich langsam, aber immer noch entwickelndes Medium über die Gesamtbevölkerung, möchte man meinen – gerade mit Blick auf die Mediennutzungs-Gewohnheiten der jungen und ganz jungen Nutzer, bei denen Online generell TV fast und Radio und Print um Längen abgehängt hat (siehe z.B. ARD/ZDF-Onlinestudie 2007, die aktuelle müsste in den nächsten Wochen veröffentlicht werden).
Maßstab Professionalität: Ist es nicht so: Ein Journalist, der schlecht recherchiert und nicht objektiv berichtet, zeugt von mangelndem Handwerk und Professionalität. Ein bloggender Kaninchenzüchter verdient schon Respekt, wenn er seine „Kundschaft“ unterhaltsam und informativ bei der Stange halten kann; eine fundierte Recherche dagegen verdient genausoviel Hochachtung wie der prämierte deutsche Riese im Stall eines Alpha-Reporters.
Eine aktuelle Studie, kurz zusammengefasst im PR-Journal, belegt die mittlerweile beachtliche Bedeutung von Web 2.0-Angeboten insgesamt für die tägliche journalistische Arbeit, und zwar hauptsächlich für Recherchen, Themenfindung etc. Dass auch dort nachrecherchiert werden muss, weil die Glaubwürdigkeit der Quelle nicht als gottgegeben angesehen werden kann – ist das nicht Standard, egal, welche Quelle man über welches Medium erreicht? Ein bisschen mehr Demut tut wohl allen Seiten gut in diesem etwas würdelosen Gezänk.
Verstehen könnte ich übrigens gut, wenn viele Journalisten die populären Blogs um ihre Möglichkeiten zur Emotionalisierung, Provokation etc. beneiden, immerhin ist das sicherlich, gut gemacht, einer der reizvollsten Gründe, sich nebem dem häufig aus Agenturmeldungen gekochten Einheitsbrei durch die Blogs zu lesen. Für alle, die eine informative Mischung aus guter Schreibe und interessanten Stories mögen, deswegen etwas Off-Topic meine Urlaubs-Leseempfehlung: Helge Timmerberg („Tiger fressen keine Yogis“ oder, noch ungetestet, „In 80 Tagen um die Welt“).
Mac-Tools für den Kommunikationsberater
9. Juli 2008 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Meine persönliche (subjektive) Favoritenliste. Manche Tools kosten Geld, aber jeder Euro lohnt sich:
- Grafiken, Mock-ups: OmniGraffle Professional (199 US$). Das Pendant zu Visio auf dem PC. Nur viel intuitiver zu bedienen und es gibt haufenweise Vorlagen für Web-Diagramme, Website-Konzeptskribbles, Problemlösungs- oder Netzwerkgrafiken. Visio-kompatibel. Macht Spaß.
- Mindmapping-Tool: Mindnode (Freeware). Kann alles, was wichtig ist. Kostet nix.
- Projektmanagement: Merlin (145 EUR). Ebenfalls sehr intuitiv, kann fast so viel wie MS Project und bietet seit kurzem ein Web-Plugin, so dass auch Leute projektbezogen das Tool nutzen können, die die Software nicht installiert haben. Versteht/ exportiert MS Project-Dateien.
- Sammelordner/ Notizbuch: Journler (Donationware). Ein virtuelles Notizbuch für alles. Projektnotizen, mein Stundenlog, meine To do´s. Alles damit.
- Devon Agent (59 US$): Der persönliche Rechercheur im Web. Wirklich leistungsfähig und für kleinere Monitoringaufgaben gut zu gebrauchen. Agentensoftware.
- RSS-Reader: Vienna (Freeware).
- Art Directors Toolkit: War bei meinem Mac mit dabei. Wenn es um Farbskalen geht, oder man einfach mal Pixel nachmessen muss.
- Snapn Drag (Share-/Freeware): Super-schlank und einfach zu bedienen. Ein Screenshot-Tool. Drag-n-Drop.
- Safari und Firefox nicht zu vergessen. Und Skype und Adium, eine Art IM-Aggregator.
- Ohne komme ich nicht mehr aus: Mac OS X-Funktionen Exposé, Spotlight und die Möglichkeit, alles problemlos als PDF abzuspeichern.
- Launch2Net (89 EUR): Damit bekommt man jeden Mobilgerät mit dem Mac verbunden und on line. Bisschen teuer vielleicht.
- Textwrangler: Ein leistungsfähiger Texteditor.
- Transtype Pro (179 US$): Hiermit lassen sich True Type, Type1 und OpenType-Schriften zwischen Mac/ PC konvertieren. Wer viel mit Schriften arbeiten muss, wird das Tool sehr schnell schätzen – und dann macht es sich auch schnell bezahlt.
- Obligatorisch natürlich MS Office 2008 für den Mac. Wobei mich Geschwindigkeit und Stabilität regelmässig nerven. Wenn ich mal richtig angenervt bin, bearbeite ich ein Dokument auch gerne in Apples iWork und exportiere es dann später in DOC/ PPT zurück. Das funktioniert gut.
- Wenn doch mal was fehlen sollte: Parallels Desktop. Damit läuft alles auf dem Mac, was auf Windows auch läuft. Nur 50 US $.
Buchtipp: „Systemisches Design“ von Cyrus Dominik Khazaeli
5. Juli 2008 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Untertitel: „Intelligente Oberflächen für Information und Interaktion“.
Ok, das Buch ist von 2005, also warum komme ich jetzt erst dazu, eine Rezension zu schreiben? Antwort: Weil es lange bei mir herumgelegen hat. Und das war ein Fehler.
Khazaeli beschreibt in seinem Buch, wie Wahrnehmung, Denken und Handeln die Gestaltung von Benutzeroberflächen in Web, Software und Mobilkommunikation beeinflussen. Dabei beschreibt er die biologischen und psychologischen Grundlagen und leitet daraus Ansätze für das Interaktionsdesign und das Graphic Design von Benutzeroberflächen ab. Das Buch ist dabei ein Augenöffner für die Grundlagen vieler Gestaltungsprinzipien, die man – so wie ich – als Nicht-Designer (also als Projektmanager/ Berater im Online-Bereich) mehr implizit oder erfahrungsbasiert angewendet hat.
Darüber hinaus bietet das Buch eine Unmenge von wirklich herausragenden, zum Teil sehr innovativen Beispielen. Ein Ideengeber. Noch nie habe ich mir an ein Buch so viele Post-its geklebt an Themenseiten oder Beispielen, auf die ich noch zurückgreifen werde…
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Linktipp: Alles, was der (Online-)Forscher braucht…
3. Juli 2008 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
…hat dankenswerterweise Lisa Spiro (Rice University) gesammelt. Mächtig, mächtig…