Lesetipp: Marketing im Zeitalter der Digitalisierung
24. April 2006 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner Business Campaigner Peter Metzinger weist in seinem Blog pro:campaigning auf einen Fachbeitrag hin, den er und Roger Hausmann für die Orbit-iEX 2006 geschrieben haben. Darin fassen die beiden in sieben Thesen, wie die Digitalisierung sich auf bestehende Business Modelle auswirkt. Lesen:
- Der Blogbeitrag
- Die PDF-Datei mit dem Artikel
Linktipp: Krise: Monitoring
21. April 2006 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare
Djure Meinen von pressrelations hat in seinem Blog 50Hz einen sehr guten Beitrag („Wege aus der Krise: Entspannt Euch!“) über das Thema Krisen-PR und Blogmonitoring geschrieben. Anlass für den Beitrag scheint eine „Konversation“ zwischen Don Aphonso („Rebellmarkt“). Mitarbeitern der Agentur Johanssen + Kretschmer, Björn Hasse von Edelman („Formsache“, gutes Fach-Blog übrigens), sowie anderen Aktiven aus der Blogosphere. Zu lernen gibt es eben einiges zum Thema: Wann entstehen Krisen (überhaupt)? Kann/muss man alles monitoren? Welche Schwierigkeiten ergeben sich dabei? Ganz nah an der Praxis.
Hört sich trocken an, dabei geht es hier heiss zu. 😉
Vielleicht lässt sich dieser Diskussionsstrang mit dem Beitrag von Peter Jordan auf „PR Blogger“ („Die Kommunikation in der Krise ist wichtig – und nun?“) vernetzen? Sozusagen Theorie und Praxis verquicken?
Ich persönlich warte ja seit zehn Jahren auf den Online-Krisen-Case in Deutschland (a la Flamingford oder TWA800). Die Audi TT-Sache wurde nicht als solche wahrgenommen. Und der Jamba-Case ermüdet inzwischen. Hat eigentlich mal jemand überprüft, wie und ob die Krise dem Unternehmen geschadet hat? Der Imageverlust bei den Hauptzielgruppen? Absatzeinbrüche?
Gesetzliche Regelungen zum Jugendschutz diesbezüglich lassen ja noch auf sich warten. Und MTV hat die Jamba-Werbung meines Wissens deswegen eingeschränkt, weil das Umfeld für andere Werbetreibende uninteressant wurde.
Unternehmensinternes Web 2.0?
18. April 2006 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · 1 Kommentar
Autor: Jörg Hoewner
Bei Dion Hinchcliffe bin ich auf einen interessanten Beitrag zur Frage gestossen, ob die Akzeptanz und damit der Einsatz von Social Software innnerhalb eines Unternehmens realistisch ist. Er bezieht sich dabei auf eine Blog-Konversation von Nicholas Carr und Andrew McAfee zum selben Thema.
Die Thesen (stark verkürzt, ausserdem von drei unterschiedlichen Beitragenden):
- Web2.0 findet momentan vor allem im öffentlichen Web-Raum statt, weil dort sich die Vorteile (Offenheit, niedrige Barrieren, etc.) voll entfalten können
- Hindernisse im Unternehmen könnten sein:
- Die Leute in Unternehmen haben einfach zu viel zu tun, vor allem die, die am meisten zu (mitzu)teilen hätten
- Es fehlt zum Teil noch die Aufmerksamkeit für die Möglichkeiten solcher Tools
- Es fehlt vielen Mitarbeitern an Incentives, um sich „teilend“ zu engagieren
- Die Rolle des Managements kann hemmend sein. Selbst dann, wenn das Management hinter Social Software stehen sollte, heisst das noch nicht, dass sie intern adaptiert wird.
An all dem ist was dran, meiner Meinung nach fehlt der eigentliche Ausgangspunkt, nämlich die Frage: Was soll mit Social Software im Unternehmen erreicht werden? Der Zweck. Der Sinn. Veränderung? Kommunikation? Wissensmanagement?
Wenn es diesen Sinn gibt und wenn Social Software hier sinnvoll einsetzbar ist, wird es intern auch Unterstützung bekommen. Aber das ist noch nicht alles. Nehmen wir das Beispiel Wissensmanagement, eines der prominenten Beispiele, die gerne als Einsatzbeispiele von Web2.0 innerhalb von Unternehmen genannt werden. Wenn man sich anschaut, warum Wissensmanagement häufig nicht funktioniert (z.B. Studie „Anreizsysteme im Wissensmanagement“ von Fraunhofer), dann tauchen solche Faktoren auf:
- Zeitbedarf (d.h. Einbindung in die bestehenden Abläufe)
- Kulturelle Faktoren (z.B. fehlendes Bewusstsein, Einstellung „Wissen ist Macht“)
- Fehlende Anreize (z.B. finanziell)
- Usability-Probleme
- Fehlende Prozesse
Ich glaube, wenn man diese Faktoren „knacken“ kann, dann wird man es auch schaffe, unternehmensintern Web2.0 zu etablieren. Darin unterscheiden sich Intranets, Wissensmanagement-Systeme nicht grundsätzlich von Social Software.
Diese Aufgabe ist allerdings sehr anspruchsvoll:
- Man muss sie ganzheitlich angehen – sich nur auf einen Faktor konzentrieren, macht keinen Sinn.
- Man muss wollen (als Management) wollen, dass Partizipation auch mehr Egalität nach sich zieht.
Hier gibt es übrigens eine coole Liste von Tools, die unternehmensintern Sinn machen – zusammengestellt von Jeff Nolan, Apollo Strategy Group, einer SAP-Tochter. Implementierungsanleitungen zur Einführung in Unternehmen sind allerdings nicht dabei. 😉
Osterpredigt: Howard speaks
13. April 2006 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Howard Rheingold spricht in diesem Vortrag (Download als MP3, über 80MB) über Cooperative Commons – über Wettbewerb, Kooperation, deren biologische Wurzeln , das Schaffen von emergenten Strukturen, basierend auf den Beiträgen einzelner.
Der Vortrag ist teilweise mit Musik hinterlegt, was dem einen etwas religiösen Anstrich gibt. Sehr idealistisch, ja. Aber sehr hörenswert.
Gefunden bei „Communities dominate brands“.
Vorab: Schöne Ostertage! Ich bin weg…
Reputation manipuliert? Über konsumenten-generierte Produktbewertungen
10. April 2006 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Noch ein weiterer interessanter Beitrag aus „Firstmonday“: Im Beitrag „Six degrees of reputation: The use and abuse of online review and recommendation systems.“ beschreiben Shay Davis und Trevor Pinch (beide Cornell University), wie und warum Nutzer vor allem auf amazon.com Buchrezensionen und -bewertungen schreiben. Der Artikel ist nicht unbedingt was für Web2.0-Idealisten, aber trotzdem lesenswert. Ein paar Kernpunkte:
- Teilweise werden die selben Textbausteine für unterschiedliche Bücher / Produkte gebraucht (und von kopiert), offensichtlich von professionellen „Reviewern“, die Produkte promoten wollen. Von einem der Top20-Reviewer wurden in 1350 Beiträgen die selben Textbausteine wiedergefunden!
- Einzelne „Reviewer“ scheinen unter verschiedenen Nicknames gleiche oder einander unterstützende Rezensionen zu einem Produkt zu veröffentlichen – je mehr gleiche Bewertungen, desto eindeutiger wird ja eine Gesamtbewertung.
- In mehreren Beispielen zeigte sich, dass Personen die Rezensionen nicht nur zur Bewertung der Qualität eines Produktes nutzten, sondern weil sie persönliche Agenden verfolgten, in dem politische Meinungen postuliert, persönliche Attacken auf einzelne Autoren gefahren, usw..
Die beiden Autoren weisen aber auch darauf hin, dass diese Fälle nicht die Mehrheit darstellen und so fassen sie die Ergebnisse denn auch zusammen:
„Taken together these examples suggest that the new (and still evolving) systems of online product reviews do not function straightforwardly as a democratic pooling of expertise. As we have shown, users who write product reviews are engaged in a variety of activities: promoting agendas, carrying out personal attacks, boosting their own and others reputations, building their own identities as reviewers, experiencing for the first time the empowerment of publication and so on. Of course, we should also not loose sight of the fact that the majority of reviews can probably be taken at face value and are authors’ attempts to give their own honest appraisal of a product.“
Verwandte Beiträge dazu:
>>Reputationssysteme und Web 2.0 / Reputationsmessung on line