Da geht noch mehr: fünf Hebel, mit denen Interne Kommunikation Kultur bewegt

9. Juli 2026 · von Jonas Wilmesmeier · 4 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Zwei Frauen und ein Mann schauen im Arbeitskontext auf ein Klemmbrett


Kultur ist immer da. Die entscheidende Frage ist: Ist sie funktional und trägt zur Handlungsfähigkeit eines Unternehmens bei – oder ist sie dysfunktional und bremst Erfolg und Veränderung aus?

Genau hier kann Interne Kommunikation deutlich mehr leisten, als nur Leitbilder zu verbreiten oder Kultur-Kampagnen zu begleiten. Wenn sie Kultur als erklärungs- und erlebnisbedürftiges Thema betrachtet, kann sie Kultur nicht nur sichtbar machen, sondern echten Dialog auslösen, die Führung aktivieren und Veränderung so messbar unterstützen.

Fünf Impulse für wirksame Kulturarbeit durch die Interne Kommunikation:

  1. Einen klaren normativen Rahmen schaffen
    Ein Leitbild ist und bleibt natürlich wichtig – aber nur, wenn es mehr ist als ein schönes Dokument, das direkt in der Schublade verschwindet. Gute Kulturkommunikation bedeutet, dass Mission, Vision, Werte und Leitsätze verständlich, glaubwürdig und handlungsleitend entwickelt und kommuniziert werden. Entscheidend ist: Sie müssen mit der Strategie verbunden und für die Menschen im Unternehmen anschlussfähig sein.
  2. Annahmen verändern
    Viele kulturelle Muster beruhen auf alten Glaubenssätzen: „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „Bei uns funktioniert das nicht“. Kommunikation kann solche Annahmen aufbrechen – mit einer starken begleitenden Change-Story, die erklärt, warum Veränderung nötig ist, was bewahrt werden soll und welches Verhalten künftig zählt. Zudem braucht es Dialogformate mit der Führung, aber auch Culture-Influencer aus den Reihen der Mitarbeitenden, um echte Erlebnisse und Reflexion zu schaffen, die wirklich zu einem Umdenken führen.
  3. Routinen beeinflussen
    Kultur zeigt sich nicht in C-Level-Präsentationen, sondern im wiederkehrenden Verhalten der Menschen im Unternehmen. Deshalb braucht es Formate, die Menschen ins Tun bringen und Routinen beeinflussen: Team-Workshops, Dialogräume und die konkrete, gemeinsame Arbeit an Handlungsfeldern. Wichtig ist zudem, positive Beispiele kommunikativ in der Breite sichtbar zu machen – damit die „Koalition der Willigen“ groß und wirksam erscheint und Menschen ihre eigenen, dysfunktionalen Routinen hinterfragen.
  4. Führung aktivieren
    Mit Führungskräften steht und fällt jede Kulturveränderung. Sie brauchen Orientierung, Sparring und konkrete Unterstützung für den Dialog mit ihren Teams. Kommunikation wird hier zur Enablerin: Sie liefert Einordnung, Gesprächsanlässe und ganz praktische Hilfen, damit Führung nicht nur über Kultur spricht, sondern sie vorlebt. Ein Beispiel ist der Führungskräfte-Buddy von K12: ein Chatbot, der den Führungskräften jederzeit als Sparringspartner für die Vermittlung komplexer Themen zur Verfügung steht.
  5. Mit Daten überzeugen
    Kultur wirkt auf Entscheider:innen oft weich – wird aber stark, wenn sie messbar ist. Daten helfen, dysfunktionale Muster klar zu erkennen und zu benennen, Fortschritte sichtbar zu machen und auch den Wertbeitrag von Kommunikation zu belegen. Das K12 Culture & Performance Dashboard mit 22 wissenschaftlich fundierten Verhaltensindikatoren ermöglicht es, Kultur als Arbeitsfeld zu versachlichen, objektive Handlungsempfehlungen auszusprechen und Fortschritte zu messen.

Kurzum: Kommunikation kann Kultur natürlich nicht allein verändern. Aber sie kann die richtigen Fragen stellen, konstruktiven Dissens erzeugen, Dialog initiieren, Führung befähigen und Kultur durch Messbarkeit zu einem echten strategischen Steuerungshebel machen.

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Autor: Jonas Wilmesmeier

Jonas Wilmesmeier ist Senior Berater für Change und Interne Kommunikation bei K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Sein Schwerpunkt: Er begleitet Unternehmen in Veränderungsprozessen und erfolgskritischen Situationen. Dabei greift er auf eine mehrjährige Erfahrung in Fach- und Führungspositionen bei einer großen deutschen Bank zurück. Was ihn antreibt, ist die Gewissheit, dass jeder Veränderungsprozess nur durch Dialog und Beteiligung zum Erfolg werden kann.

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