K12

Krise macht kreativ: So geht Leitsatz-Vermittlung in Zeiten von Corona

24. Juni 2020 · von Mey El-Hossini · 1 Kommentar

Leistsatzvermittlung während Corona: AnimationsvideoOder: Alles Corona? Wie gute Kommunikation in Krisenzeiten Mehrwert schafft. Das Beispiel DB Fernverkehr.

Von Michelle Distelrath und Mey El-Hossini

Flagge zeigen in der Krise

Auf allen Kanälen der Unternehmenskommunikation beherrscht die Corona-Pandemie seit Wochen die Agenda, speziell dort, wo die Pandemie am heftigsten spürbar ist – wie bei Deutsche Bahn Fernverkehr. Doch Corona ist nicht alles. Gerade in der Krise, die jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter fordert, zählen Kontinuität und eine gemeinsame Identität. Leitsätze im Unternehmen zu vermitteln, bleibt also wichtig.

DB Fernverkehr hat bereits 2017 entsprechende Leitsätze entwickelt. In einem jährlichen Wettbewerb zeigen die Mitarbeitenden, wie sie diese Maximen im Alltag leben. Wegen der Corona-Krise stand dieser TEAM Cup vor dem Aus. Dass es anders kam, zeigt, was gute Kommunikation mit kreativen Lösungen gerade in der Krise leisten kann.

Kernidentität leben – der TEAM Cup

Drei Leitsätze bringen die Kernidentität, die Ziele und den Anspruch der DB Fernverkehr auf den Punkt: „Menschen verbinden. Distanzen überwinden.“, „Die beste Reise – gemeinsam mit Leidenschaft und Exzellenz“ und „Ankommen beim Einsteigen“. Diese Leitsätze sollen mehr sein als schöne Worte auf Plakaten: Maximen der täglichen Arbeit in jedem Team. Um ihnen Sichtbarkeit zu verleihen und sie lebendig zu machen, vergibt die DB Fernverkehr seit 2018 jährlich den TEAM Cup. Für den TEAM Cup bewerben sich Mitarbeitende und ihre Teams mit Geschichten aus ihrer täglichen Arbeit oder mit speziellen Projekten. Aus allen Einsendungen wählt eine interne Jury in drei Kategorien, die den Leitsätzen entsprechen, jeweils drei Finalisten. Dann entscheiden die Mitarbeitenden im Voting und küren so die drei Siegerteams.

K12 unterstützt die DB Fernverkehr inzwischen im dritten Jahr in Folge bei der Kommunikation zum Wettbewerb und der Vorstellung der Finalisten-Teams. In kurzen Video-Porträts, die am jeweiligen Arbeitsplatz gedreht werden, berichten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DB Fernverkehr von ihrer Arbeit und der besonderen Ausrichtung an den drei Leitsätzen. Diese werden so in ihrer Bedeutung erlebbar und mit ihrem konkreten Nutzen als „Anker“ im Alltagshandeln aufgeladen.

Projekt-Aus wegen Corona?

Auch in diesem Jahr sollten für den TEAM Cup authentische Finalisten-Videos produziert werden. Die Kameras waren geputzt, die Mikros gepackt, Produktionspläne geschrieben. Dann kam Corona – und mit der Krise der Ausnahmezustand. Von einem Tag auf den anderen stand das öffentliche Leben in weiten Teilen still. Was also tun?

Die strengen Abstandsregelungen machten es plötzlich undenkbar, ein Kamera-Team durch die gesamte Bundesrepublik zu neun DB-Teams an verschiedenen Standorten zu schicken. Auch bei DB Fernverkehr war soweit möglich Homeoffice verordnet. Damit kam auch ein selbstständiger Dreh unter Fernanleitung von K12 nicht in Frage. Und schließlich der dritte Stolperstein: Die Finalisten-Gruppen sind wie jedes Jahr sehr heterogen zusammengesetzt, vom Triebfahrzeugführer über Bordpersonal bis hin zur Stabsfunktion. Entsprechend unterschiedlich war das technische Know-how und die vorhandene Ausstattung. Das ganze Projekt stand damit augenscheinlich vor dem Aus – wie in vielen anderen Unternehmen, die Veranstaltungen, Wettbewerbe oder ganze Kommunikationsprojekte für dieses Jahr stoppten und auf Eis legten.

Auf kreativem Weg zum Ziel

Was auf den ersten Blick „alternativlos“ ist, kann mit kreativer Energie anders gelöst werden als ursprünglich geplant. Hauptsache, das Ziel ist klar. Wir haben uns durch die Krise nicht davon abhalten lassen, gemeinsam mit dem Kunden eine pragmatische Lösung zu finden. Auch um zu zeigen, wie wichtig und wertvoll der TEAM Cup für die Unternehmenskultur ist. Ziel war also, auch in diesem Jahr die Finalisten-Teams und ihre Erfolgsgeschichte möglichst lebendig, echt und emotional packend zu porträtieren – auch ohne real gedrehtes Bildmaterial.

Holger Gläser, Leiter Interne Kommunikation DB Fernverkehr: „K12 lieferte uns rasch mehrere gute Alternativen zu den echten Videos. Unter den Vorschlägen waren auch Animationsfilme als Möglichkeit. Für uns eine gute Idee! Auf unseren Wunsch, dabei zusätzlich Fotomaterial einzubinden, ging K12 unkompliziert ein.“

Von wegen Notlösung

Die Entscheidung fiel gemeinsam mit unserem Kunden zugunsten der Produktion kurzer Motion-Design-Videos, die Spaß machen und Emotionen transportieren. Storyline und Voiceover entstanden aus Videochat-Interviews mit Vertretern aller neun Finalisten-Teams.

Die animierten Bilder erweckten die Geschichten der Teams zum Leben. Durch die Filme führten die Team-Vertreter mit ihren eigenen Worten und ihrer Stimme, so dass Authentizität gewährleistet war. Mit der Einbettung von Team-Fotos, Bildern des Arbeitsplatzes, Kartenmaterial, Projektplänen und anderen Motiven ging auch der konkrete Bezug zum Arbeitsalltag nicht verloren.

Holger Gläser, Leiter Interne Kommunikation DB Fernverkehr: „Die Aussagekraft dieser Notlösung überstieg vielleicht sogar die bisherigen Versionen. So haben wir am Ende sogar noch einen Mehrwert und können uns gut vorstellen im nächsten Jahr auch wieder Animationsfilme zu produzieren.“

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Teamarbeit – agil und anders

Es war nicht nur die inhaltliche Herausforderung, auch die Organisation des Projekts fand unter Corona-Bedingungen aus dem Homeoffice statt. Das macht es nicht unbedingt einfacher. Denn der Termin für die Fertigstellung blieb unverändert und bereits die Neukonzeption beanspruchte eine Woche. Die neun Videos mussten in der verbleibenden Zeit von drei Wochen produziert und abgestimmt werden. Anders gesagt – auch die Organisation brauchte eine neue Lösung.

Mey El-Hossini, Senior Beratung Interne & Change Kommunikation: „Auch wir bei K12 arbeiten seit Mitte März überwiegend aus dem Homeoffice; sämtliche Arbeitsschritte von der Konzeption über die Durchführung der Interviews, den Ton-Schnitt und die Erarbeitung aller grafischen Elemente bis hin zur finalen Animation mussten remote erfolgen. Die Lösung war eine Organisation, die sich als agile Zusammenarbeit im Staffellauf beschreiben lässt.“

Holger Gläser, Leiter Interne Kommunikation DB Fernverkehr: „Bemerkenswert waren neben der kreativen Leistung die straffe Organisation, Zeitplanung und gute Kommunikation über die Projektdauer. Dank enger Zusammenarbeit haben wir es geschafft, die Korrekturschleifen wirklich klein zu halten und ein Top-Ergebnis zu erzielen. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden!“

Lichtblick in der Krise

Das Ergebnis war für alle Beteiligten ein Lichtblick in der Krise. Dank eines engagierten Teams und eingespielter Abstimmungsroutinen mit einem motivierten Kunden ist eine smarte, kreative Lösung entstanden. Sie zeigt, was geht – auch neben der Corona-Kommunikation. Jedes der neun Teams wurde mit einem Video-Porträt vorgestellt, das in puncto Authentizität, Emotionalität und Nahbarkeit den TEAM Cup-Videos der Vor-Corona-Jahre in nichts nachsteht.

Michelle Distelrath, Junior Beraterin Interne & Change Kommunikation: „Ein zufriedener Kunde und glückliche TEAM Cup-Teams, die sich toll repräsentiert fühlten, waren das Ergebnis. Darauf sind wir sehr stolz.“

Autor: Mey El-Hossini

Mey El-Hossini ist bei K12 Senior Beraterin für Change und Interne Kommunikation. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Begleitung von Unternehmen in Veränderungssituationen sowie der kreativen Entwicklung ihres Geschäfts. Mit viel Liebe für die Sache bringt sie dabei ihre Erfahrungen aus ihrer Zeit auf Unternehmensseite mit. Sie unterstützt ihre Kunden entlang der gesamten Kommunikationswertschöpfungskette – von strategischer Beratung über die Konzeption von Lösungen und deren Umsetzung – über alle Kanäle und Maßnahmen intern wie extern sowie offline und online.

Ein Kommentar

  1. Händeschütteln wird es wohl eine Weile nicht geben.

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